lugen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunglu-gen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›lugen‹ als Erstglied: ↗Luginsland  ·  mit ›lugen‹ als Letztglied: ↗auslugen · ↗durchlugen · ↗herablugen · ↗hereinlugen · ↗hervorlugen · ↗hinablugen · ↗hinauslugen · ↗hinunterlugen
eWDG, 1969

Bedeutung

gehoben, veraltend vorsichtig, aber aufmerksam, scharf nach etw., jmdm. spähen, Ausschau halten
Beispiele:
er lugte aus dem Fenster, durch den Türspalt, hinter den Ofen
neugierig ins Nebenzimmer, immer in eine Richtung lugen
nach jmdm., etw. lugen
vorsichtig über den Zaun, um die Ecke, zu den vergitterten Fenstern, nach den Freunden lugen
bildlich
Beispiele:
aus seinem Jackett lugte eine Schnapsflasche
Durch krauses aschblondes Haar lugten abstehende Ohren [NollHolt2,150]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

lugen · Luginsland
lugen Vb. ‘aufmerksam Ausschau halten, sehen’, ahd. luogēn (um 800), mhd. luogen, (md.) lūgen. Wahrscheinlich verwandt mit den Intensivbildungen asächs. lōkon, mnl. loeken, aengl. lōcian, engl. to look ‘blicken, schauen’. Herkunft unbekannt. lugen ist vorwiegend obd.; in der Literatursprache im 17. Jh. selten, doch im 18. Jh. neu belebt. Luginsland m. ‘Wachtturm’ (16. oder 15. (?) Jh.), ‘Berg mit Fernsicht, Aussichtspunkt’, auch ‘wer in die Ferne späht oder gafft, Landstreicher’ (16. Jh.); imperativischer Satzname.

Thesaurus

Synonymgruppe
angucken · ↗anschauen · ↗ansehen · ↗beobachten · ↗besehen · ↗betrachten · ↗blicken · ↗gucken · ↗mustern · ↗schauen · ↗untersuchen · ↗zugucken  ●  ↗glotzen  abwertend · ↗kieken  berlinerisch · ↗(sich etwas) reinziehen  ugs. · ↗beaugapfeln  ugs. · ↗beäugen  ugs. · lugen  ugs. · spannern  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Brusttasche Eck Ecke Gardine Kirchturm Knopfloch Ritze Schlitz Spalt Türspalt auslugen durch herab herauslugen herein hervor hervorlugen herüber hinein hineinlugen hinüber hinüberlugen mißtrauisch neugierig raus verstohlen vorlugen vorsichtig vorwitzig ängstlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›lugen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich lugte kurz rein, ihre strahlend grünen Augen trafen mich mitten ins Herz.
Bild, 29.09.2003
Wenn von seinem Tod die Rede ist, lugt ein neues Leben um die Ecke.
Der Tagesspiegel, 11.11.2002
Von Zeit zu Zeit lugte er wütend zu mir herauf.
Rönninger, Hermann: Tigerjagd auf Java. In: Exotische Jagdabenteuer, Reutlingen: Enßlin & Laiblin 1927 [1926], S. 376
Ich lugte durch die Bretter und sah meinen Vater an der Wand entlanggehen.
Goosen, Frank: Liegen lernen, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2000, S. 70
Wir machen uns unter Fenster und lugen in den Saal.
Strittmatter, Erwin: Der Laden, Berlin: Aufbau-Verl. 1983, S. 325
Zitationshilfe
„lugen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/lugen>, abgerufen am 21.08.2018.

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