lullen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunglul-len
Wortbildung mit ›lullen‹ als Letztglied: ↗einlullen
eWDG, 1969

Bedeutung

jmdn. leise singend einschläfern
Beispiel:
ein Kind in den Schlaf, in Träume lullen
bildlich
Beispiel:
Die herrschende Schwüle, die meine Gefährten in ein nickendes Dösen lullte, durfte mich nicht erschlaffen [Th. MannKrull8,355]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

lullen · einlullen · Lulle
lullen Vb. lautmalende kindersprachliche Bildung, eigentlich ‘lu lu machen’. In bezug auf den Sauglaut ‘saugen (an der Brust), lutschen’ (Anfang 16. Jh.), weiterhin noch mundartlich lullen, lüllen. Auch lullen, einlullen ‘leise ein (Schlaf)lied singen’, also ‘lu lu singen’ (17. Jh.), mnd. lollen, lolliken ‘leise murmeln oder singen’, mnl. nl. lollen, lullen ‘murmeln, trällern’, engl. to lull ‘in den Schlaf singen’ (14. Jh.; dazu lullaby ‘Schlaf-, Wiegenlied’, 16. Jh.), schwed. lulla ‘singen’. S. ähnlich gebildetes ↗lallen. Hierzu stellt sich ferner lautnachahmendes lullen, lullern, auch lullu machen, kindersprachlich (besonders omd.) für ‘Wasser lassen’; vgl. zugehöriges Lüllpott ‘Nachttopf’ (16. Jh., Fischart). einlullen Vb. ‘in den Schlaf singen’ (18. Jh.). Lulle f. ‘Zigarette’, umgangssprachlich seit etwa 1950, wohl Ableitung von lullen ‘saugen’, vgl. auch nd. (mundartlich) Lull ‘Sauglappen für Kinder’ und obd. (mundartlich) Luller ‘Schnuller’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Schlaf ein einlullen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›lullen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie wabern und zappeln, kreischen und singen, hören sich verzweifelt oder sehr komisch an, beißend und lullend.
Die Zeit, 09.11.1984, Nr. 46
Möglicherweise hat sie die Märchen besser ausgewählt, oder die Kinder ließen sich durch ihre einschläfernde Stimme in den Schlaf lullen.
Schwenk, Hans: Gesünder wohnen, München: König Verlag 1972, S. 58
Ein paar kurze Tage lullte dieser paradiesische Frieden sie wie in einen, von holden Kinderträumen sanft durchfluteten Schlaf.
Duncker, Dora: Jugend. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1905], S. 9603
Wer macht uns Türken so bequem und lullt uns in den Schlaf?
Hilsenrath, Edgar: Das Märchen vom letzten Gedanken, München: Piper 1989, S. 138
Manchmal lullte Hypnos auf Wunsch von Hera Göttervater Zeus in den Schlaf.
Die Welt, 27.10.2001
Zitationshilfe
„lullen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/lullen>, abgerufen am 13.12.2019.

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