lumpig

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung lum-pig
Wortbildung  mit ›lumpig‹ als Erstglied: ↗Lumpigkeit
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
abwertend gemein, niederträchtig, nichtswürdig
2.
selten heruntergekommen, armselig; zerlumpt
3.
umgangssprachlich, abwertend (in ärgerlicher Weise) gering, unbedeutend; erbärmlich wenig; kümmerlich; nichts wert
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Lumpen · lumpig · zerlumpt
Lumpen m. ‘Lappen, Stoffetzen’, Plur. ‘zerrissene Kleidung’, spätmhd. lumpe ‘Lappen, Fetzen’, mnd. lumpen (Plur.) ‘schlechte, zerissene Kleider’, nl. lomp ‘Fetzen’, älter lompe ‘Fetzen, Lappen, schäbiges Kleidungsstück’ stehen ablautend zu mhd. lampen ‘welk herniederhängen’. Sie führen mit wohl verwandtem ↗Schlampe (s. d.) sowie außergerm. mit aind. rámbatē, jünger lámbatē ‘hängt (schlaff) herab’, lambana- ‘herabhängend’, lat. limbus ‘Besatz am Kleid, Saum’ auf ie. *(s)lemb(h)- (wozu vielleicht auch ↗glimpflich, s. d.), eine nasalierte Form der unter ↗Lappen (s. d.) genannten Wurzel ie. *lē̌b-, *lō̌b-, *lā̌b- ‘schlaff herabhängen(d)’, wozu auch (mit s-Anlaut) ↗schlafen, ↗schlaff, ↗schlapp1 (s. d.) gehören. Lumpen übernimmt auslautendes -n aus den obliquen Kasus (16. Jh., geläufig 18. Jh.). lumpig Adj. ‘zerlumpt, armselig’ (17. Jh.), älter lumpicht (16. Jh.). zerlumpt Part.adj. ‘in Fetzen zerrissen, in Lumpen gekleidet, schäbig, heruntergekommen’ (16. Jh.), zu heute nicht mehr gebräuchlichem zerlumpen ‘in Fetzen reißen, in Fetzen zerfallen’ (16. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›lumpig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›lumpig‹.

Verwendungsbeispiele für ›lumpig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dort werden sie doch auf ein paar lumpige Platten verzichten.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 460
Für lumpige vierzig Mark mehr kommt dann nicht nur die Musik, sondern auch die Welt, in der sie spielt, auf die Scheibe.
C't, 2000, Nr. 4
Kein Mädchen war je so schlecht gewesen, so lumpig, so armselig und so berechnend dazu.
Viebig, Clara: Das Weiberdorf, Briedel u. Mosel: Houben 1996 [1900], S. 43
Was sind denn schon lumpige hunderttausend Mark, wenn man davon drei Wagen, drei Frauen und drei Häuser unterhalten muß?
Die Zeit, 25.01.1960, Nr. 04
Nicht einmal den lumpigen Doktortitel hatte ich mir zu eigen gemacht.
Sudermann, Hermann: Das Bilderbuch meiner Jugend. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 791
Zitationshilfe
„lumpig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/lumpig>, abgerufen am 29.09.2020.

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