mäkeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungmä-keln
Wortbildung mit ›mäkeln‹ als Erstglied: ↗Mäkelsucht · ↗Mäkler · ↗mäkelig · ↗mäkelsüchtig · ↗mäklig
 ·  mit ›mäkeln‹ als Letztglied: ↗herummäkeln
eWDG, 1974

Bedeutung

abwertend an etw., jmdm. mäkeln, zu mäkeln habenan etw., jmdm. ständig etw. auszusetzen finden, nörgeln
Beispiele:
er mäkelt an allem
am Wein, Essen mäkeln
an jmds. Tun, Verhalten mäkeln
über etw. mäkeln
er mäkelte ständig
nichts war Hermine gut genug, an allem hatte sie zu mäkeln [BredelEnkel559]
die Mutter ... hatte an dem Vater zu mäkeln und zu schelten [FrenssenBaas19]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Makler · makeln · mäkeln
Makler m. ‘Vermittler von Handelsgeschäften, Unterhändler zwischen Käufer und Verkäufer’. Die Aufnahme von mnl. mākelāre, mākelēre, nl. makelaar, mnd. mēkeler, mākeler erfolgt zuerst ins Md. (15. Jh.). Bis zum 17. Jh. setzt sich Makler im gesamten dt. Sprachgebiet gegen ausschließlich obd. Unterkäufel und westobd. westmd. Unterkäufer durch; vgl. G. Richter in: Zur Ausbildung d. Norm d. dt. Literaturspr. 2 (1976) 199 ff. Die Herkunft des nl. Wortes ist ungewiß. Da nl. makelen (s. unten) später belegt ist als mnl. mākelāre, wird eine Ableitung vom Verb fraglich. Zu weiteren Herleitungsversuchen vgl. de Vries Nl. 423. makeln Vb. ‘Maklergeschäfte betreiben, vermitteln’. Übernahme (17. Jh.) von gleichbed. nl. makelen, dessen Herkunft ebenfalls nicht sicher geklärt ist. Erwogen wird die Ableitung von nl. makelaar (s. oben) oder (was glaubwürdiger erscheint) Erklärung des Verbs als Iterativbildung zu nl. maken ‘machen, handeln’ (s. ↗machen). Daneben steht im Nd. bis ins 18. Jh. umgelautetes gleichbed. mäkeln, das mit der aus ‘Geschäfte machen, unterhandeln, feilschen, an der Ware etw. aussetzen’ entwickelten Bedeutung ‘tadeln, etw. auszusetzen haben, nörgeln’ ins Hd. aufgenommen wird.

Thesaurus

Synonymgruppe
(seinem) Ärger Luft machen · ↗(sich) beklagen · ↗(sich) beschweren · (sich) unzufrieden äußern · ↗beckmessern · ↗bekritteln · ↗bemäkeln · ↗herumkritisieren (an) · ↗herummeckern · ↗herumnörgeln (an) · immer (et)was auszusetzen haben · immer (et)was zu meckern haben · ↗murren · mäkeln · ↗räsonieren  ●  ↗reklamieren  schweiz. · (he)rumjaulen  ugs., salopp, fig. · (seinen) Frust loswerden (wollen)  ugs. · (seinen) Frust rauslassen  ugs. · ↗(sich) auskotzen  derb · Frust ablassen  ugs. · ↗abkotzen  derb, fig. · ↗granteln  ugs., österr., bair. · ↗herummaulen  ugs. · ↗herummotzen  ugs. · ↗herummäkeln (an)  ugs. · ↗maulen  ugs. · ↗meckern  ugs. · ↗mosern  ugs. · ↗motzen  ugs. · ↗nölen  ugs. · ↗nörgeln  ugs., Hauptform · ↗pöbeln  ugs. · ↗quengeln  ugs. · ↗raunzen  ugs., österr. · rummaulen  ugs. · rummeckern  ugs. · rummotzen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Analyst Essen Kritiker Presse Rezensent Trainer daran darüber herum herummäkeln mal meckern rummäkeln ständig viel zwar

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›mäkeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Am Inhalt des Gesetzes gibt es nämlich juristisch nichts zu mäkeln.
Süddeutsche Zeitung, 24.10.2002
Man muss da nicht mäkeln, es geschieht zum Wohle der Stadt.
Der Tagesspiegel, 02.04.2001
Sie teilen die zuständige Ware aus, gemäkelt wird hier nicht, ausgesucht wird hier nicht, wir machen das so - fertig.
Tucholsky, Kurt: Die Beamtenpest (III). In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1928], S. 21129
Sie beklagen den Neid der Deutschen gegenüber Prominenten, und Sie mäkeln am hiesigen Wetter.
Der Spiegel, 30.06.1997
Sie wählte unter einigen Blumentöpfen, prüfte, roch, mäkelte und schwatzte, daß sie beständig genötigt war, sich mit dem Schnupftuch den Mund zu wischen.
Mann, Thomas: Buddenbrooks, Frankfurt a. M.: Fischer 1989 [1901], S. 157
Zitationshilfe
„mäkeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/mäkeln>, abgerufen am 13.12.2019.

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