männlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungmänn-lich
Wortbildung mit ›männlich‹ als Erstglied: ↗Männlichkeit  ·  mit ›männlich‹ als Letztglied: ↗unmännlich  ·  mit ›männlich‹ als Grundform: ↗vermännlichen
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
dem zeugenden Geschlecht angehörend
Gegenwort zu weiblich
Beispiele:
der männliche Erbe
die männliche Jugend
ein männliches Tier
ein männliches Kalb
Die männlichen Kollegen werden sich in dich verlieben, weil du entzückend bist [A. ZweigJunge Frau196]
dem befruchtenden Geschlecht angehörend
Beispiel:
eine männliche Blüte, Pflanze
2.
zu einem Mann gehörend, von einem Mann
Beispiele:
männliche Vornamen
männliche Geschlechtsmerkmale
es ertönte eine männliche Stimme
Er soll ... zu seiner Schwester, sie wird männlichen Schutz vertragen [A. ZweigDe Vriendt203]
für einen Mann passend
Beispiele:
männliche Arbeiten
Ein Seemann ... Ein schöner, männlicher Beruf [H. W. RichterSpuren297]
3.
besonders typisch für einen Mann, wie es einem Mann gemäß ist
Beispiele:
er sieht ausgesprochen männlich aus
ein männliches Gesicht
sein Gesicht hat einen männlichen Ausdruck
männliche Eigenschaften
männlicher Ernst, Mut
ein männliches Verhalten, Auftreten
ein männlicher Entschluss
etw. männlich ertragen
männlich handeln
Da sie ihr Haar kurz geschoren trägt, verstärkt sich der Eindruck des Männlichen [G. Hauptm.4,181]
4.
Sonderbedeutungen
a)
Sprachwissenschaft
Beispiele:
ein männliches (= mit dem Artikel »der« verbundenes) Substantiv
ein Substantiv mit männlichem Geschlecht
der männliche Artikel (= der Artikel »der«)
b)
Literaturwissenschaft
Beispiele:
ein männlicher (= auf eine Hebung endender) Reim
eine männliche Kadenz (= Kadenz mit einer Hebung)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mann · bemannen · entmannen · ermannen · übermannen · mannbar · mannhaft · männlich · Mannheit · Mannschaft · mannstoll · Mannweib · -mann · Blaumann · Flachmann · Henkelmann · Obermann
Mann m. ‘erwachsener Mensch männlichen Geschlechts, Ehemann’. Die germ. Formen ahd. (8. Jh.), mhd. man (Genitiv mannes) ‘Mensch (männlichen Geschlechts in gereiftem Alter), Krieger, Ehemann, Sohn, Diener’, asächs. mnd. mnl. nl. man, afries. mon, man ‘Mensch, Mann’, aengl. man(n), mo(n), engl. man, anord. mannr, maðr, schwed. man, got. manna sind vergleichbar mit aind. mánuḥ (mánu-, mánuṣ-) ‘Mensch, Mann, Menschheit’ und lat. (aus dem Germ.) Mannus Stammvater, Gott der Germanen (Tacitus) und führen großenteils auf ie. *manu- oder *monu- (nordgerm. oder westgerm. -nn- daher aus -nu̯-, während die got. Form möglicherweise einen alten n-Stamm germ. *mannan- voraussetzt). Demgegenüber weisen aslaw. mǫžь, russ. muž (муж) ‘Ehemann, Gatte’ auf ein ie. Gutturalsuffix in Verbindung mit -i̯a-. Man stellt die genannten Bildungen meist zur Wurzel ie. *men(ə)- ‘denken, geistig erregt sein’ (s. ↗mahnen) und nimmt eine Ausgangsbedeutung ‘denkendes Wesen’ an. Aber auch Anknüpfung an die Wurzel ie. *men- ‘hervorragen, emporragen’ (wozu lat. mōns ‘Berg’) wird erwogen, so daß Mann ‘Mensch’ als ‘das Aufragende, das aufrecht gehende Wesen’ zu erklären wäre. Die alte Bedeutung ‘Mensch’ ist erhalten in ↗jemand, ↗niemand und im Indefinitivpronomen ↗man (s. d.). Zur Bezeichnung von ‘Kriegern, Kampfgenossen, Dienern, Gefolge’ ist historisierend der sonst veraltete Plural Mannen noch geläufig. bemannen Vb. ‘mit einer Mannschaft besetzen’, spätmhd. bemannen ‘mit Mannschaft besetzen’, reflexiv ‘einen Mann nehmen’, entmannen Vb. ‘kastrieren’, mhd. entmannen ‘der Mannschaft berauben’, ermannen Vb. (in neuerer Zeit nur reflexiv) ‘sich aufraffen’, mhd. ermannen ‘Mut fassen’ und übermannen Vb. ‘überwältigen’ (16. Jh.) sind Präfixverben zu ungebräuchlich gewordenem mannen Vb., mhd. mannen ‘zum Mann werden, sich als Mann zeigen, zum Mann nehmen, den Lehnseid leisten’, transitiv ‘mit einem Mann versehen’. mannbar Adj. ‘heiratsfähig, geschlechtsreif’ (vornehmlich vom Mann), mhd. manbære ‘eines Mannes fähig, ehefähig, erwachsen’ von Mädchen, später (15. Jh.) von beiden Geschlechtern. mannhaft Adj. ‘wie ein Mann, tapfer, mutig’, mhd. manhaft ‘standhaft, tapfer’. männlich Adj. ‘wie ein Mann, zu einem Mann gehörend oder passend, tapfer, unerschrocken, das Geschlecht eines Mannes habend’, ahd. man(a)līh (9. Jh.), mhd. manlich; in der Grammatik männliches Geschlecht (15. Jh.), nach lat. genus masculīnum. Mannheit f. ‘Männlichkeit, Tapferkeit’, mhd. manheit, auch ‘mannhafte Tat, Mannesalter, Verhältnis eines Dienst- oder Lehnsmannes’. Mannschaft f. ‘Abteilung, Belegschaft, Gesamtheit der Soldaten niedriger Dienstgrade’, mhd. manschaft ‘Verhältnis eines Lehnsmannes zum Lehnsherrn, Lehnspflicht, -huldigung, Hörige, Gefolgsleute’. mannstoll Adj. ‘scharf auf Männer’, spätmhd. mannes tol. Mannweib n. ‘Zwitter’ (17. Jh.), Übersetzung von griech. andrógynos (ἀνδρόγυνος), seit dem 19. Jh. für ↗Amazone ‘männlich wirkende Frau’ (s. d.). In der Sprache der wandernden Handwerksburschen und der Gauner entwickelt sich Mann zum Kompositionssuffix -mann und bildet umschreibende Bezeichnungen für Gebrauchsgegenstände allgemeiner Art, vgl. Blaumann m. ‘dunkelblauer Arbeitsanzug’, Flachmann m. ‘kleine Schnapsflasche für die Jackentasche’, Henkelmann m. ‘Essenskrug’, Obermann m. ‘Hut’.

Thesaurus

Synonymgruppe
maskulin · männlich  ●  ↗viril  fachspr.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Ares (griechisch) · ↗Kriegsgott · ↗Mars (römisch)
  • Herr · ↗Mannsbild · ↗Mannsperson · ↗Patron (halb-scherzhaft oder abwertend) · Vertreter des männlichen Geschlechts · Y-Chromosom-Träger (halb-ironisch) · gestandene Person · männlicher Mensch  ●  ↗Bursche  regional · ↗Mann  Hauptform · Person männlichen Geschlechts  Amtsdeutsch · erwachsene männliche Person  Amtsdeutsch · männliche Person  Amtsdeutsch · Dude  ugs., engl. · ↗Kerl  ugs. · ↗Keule  ugs., positiv, salopp, regional · ↗Macker  ugs. · ↗Typ  ugs.
  • Androtropie · Androtropismus
  • (übertrieben) männlich · testosteronschwanger

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber Mannlich ist intelligent genug, sich, als es die Zeit erfordert, von seinem Lehrer zu distanzieren.
Die Zeit, 12.05.1972, Nr. 19
Berichtet wird von einem gewissen Theo Mannlicher, der als Junge nach dem Selbstmord seines Vater beschließt, nie zu sterben.
Die Welt, 12.12.2001
Danach versuchte sich die österreichische Steyr Mannlicher AG als Investor.
Der Tagesspiegel, 03.09.2003
Mannlich der Vater war bekanntlich der erste Direktor der Münchener Gemäldegalerie.
Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 02.03.1910
Als königliches Geschenk ging dieser silber-vergoldete Adler von Abraham I Drentwett und Heinrich Mannlich im 17. Jahrhundert an den kaiserlichen Hof in Moskau.
Süddeutsche Zeitung, 07.04.1994
Zitationshilfe
„männlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/männlich>, abgerufen am 21.02.2019.

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