mästen

GrammatikVerb · mästete, hat gemästet
Worttrennungmäs-ten
Wortbildung mit ›mästen‹ als Erstglied: ↗Mäster · ↗Mästerei · ↗Mästung
 ·  mit ›mästen‹ als Letztglied: ↗anmästen · ↗aufmästen · ↗ausmästen · ↗heranmästen · ↗vollmästen
eWDG, 1974

Bedeutung

Schlachtvieh zur Steigerung des Fleischansatzes und Fettansatzes reichlich füttern
Beispiele:
Bullen, Gänse, Hähnchen, Schweine mästen
gemästetes Geflügel
umgangssprachlich vom Menschen
Beispiele:
man darf sich durch übermäßige und einseitige Ernährung nicht selbst mästen
du willst mich wohl mästen?
abwertend, übertragen sich mästensich bereichern, auf Kosten anderer einen Gewinn verschaffen
Beispiele:
was er von solchen Ausbeutern, die sich an der Notlage vieler Deutscher mästen wollten, dachte [FalladaJeder stirbt313]
wir hätten sie betrogen und mästeten uns an unrechtem Gut [WelkGrambauer267]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mast2 · mästen
Mast2 f. ‘reichliche Fütterung zur Beschleunigung des Fleisch- und Fettansatzes, Mastfutter’, ahd. mast (um 1000), mhd. mast ‘Befruchtung, fruchtbares Land, Futter, Mästung’ lassen sich mit den westgerm. Verwandten asächs. mnd. mnl. nl. mast, aengl. mæst, engl. mast auf ie. *maddo- ‘Mästung’ zurückführen, sofern das im Dt. auftretende fem. Genus als sekundär anzusehen ist gegenüber ursprünglich (im Aengl. und Nl. ausschließlich, im Mhd. auch vertretenem) mask. oder (im Ahd. wie im Mhd. erscheinendem) neutr. Genus. Diese Suffixbildung zur Wurzel ie. *mad- ‘naß, triefen’, auch ‘von Fett triefen, saftig, fett, gemästet’ entwickelt sich über die Zwischenstufen *madzdo-, *mazdo- zu germ. *mast-. Als außergerm. Verwandte sind der suffigierten ie. Ausgangsform zuzurechnen aind. mḗdaḥ ‘Fett, Mark’ (aus *mazdas), mḗdana- ‘Mästung’, mēdátām ‘soll fett werden’. Zur gleichen Wurzel ie. *mad- werden gestellt aind. mádati ‘wallt, sprudelt, berauscht sich’, lat. madēre ‘naß, feucht sein, von Nässe triefen, weich, voll sein’ und germ. *mat- ‘Speise’ (s. ↗Maat, ↗Messer, ↗Mettwurst). mästen Vb. ‘mit Mastfutter füttern’, ahd. mesten (8. Jh.), mhd. mesten.

Thesaurus

Synonymgruppe
auffüttern · ↗füttern · mästen · ↗stopfen
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Antibiotikum Bulle Eichel Ente Ferkel Futter Futtermittel Gans Geflügel Hahn Hormon Huhn Kalb Kaninchen Kraftfutter Mais Pute Rind Sau Schlachtreife Schwein Stall Tiermehl Vieh Weide Züchter gebären schlachten zerlegen züchten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›mästen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Am besten aber ist es, eine solche Kuh zu mästen.
Schlipf, Johann Adam: Schlipfs populäres Handbuch der Landwirtschaft, Berlin: Parey 1918, S. 374
Die Gänse sitzen fest, damit sie in Ruhe sich mästen können.
Brief von Wilhelm Busch an Grete Meyer vom 20.10.1900. In: ders., Gesammelte Werke, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1900], S. 8989
Ich werde abwarten, bis die Diskussion zu Ende ist und beginne dann wieder damit, Rinder zu mästen.
Der Tagesspiegel, 19.01.2001
Was aber das Brot anbelangt, so konnte sich Sato doch nur an einem Viertel des Fladens mästen.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh II, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 330
Alle mästen sich an uns, die Gefängnisaufseher und die Richter und die Journalisten und die Fotografen.
Brückner, Christine: Wenn du geredet hättest, Desdemona, Frankfurt a. M.: Ullstein 1986 [1983], S. 102
Zitationshilfe
„mästen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/mästen>, abgerufen am 23.10.2019.

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