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mästen

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GrammatikVerb · mästet, mästete, hat gemästet
Worttrennung mäs-ten
Wortbildung  mit ›mästen‹ als Erstglied: Mäster · Mästung  ·  mit ›mästen‹ als Letztglied: anmästen · aufmästen · ausmästen · heranmästen · vollmästen
eWDG

Bedeutung

Schlachtvieh zur Steigerung des Fleischansatzes und Fettansatzes reichlich füttern
Beispiele:
Bullen, Gänse, Hähnchen, Schweine mästen
gemästetes Geflügel
umgangssprachlich vom Menschen
Beispiele:
man darf sich durch übermäßige und einseitige Ernährung nicht selbst mästen
du willst mich wohl mästen?
abwertend, übertragen sich mästensich bereichern, auf Kosten anderer einen Gewinn verschaffen
Beispiele:
was er von solchen Ausbeutern, die sich an der Notlage vieler Deutscher mästen wollten, dachte [ FalladaJeder stirbt313]
wir hätten sie betrogen und mästeten uns an unrechtem Gut [ WelkGrambauer267]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
Mast2 · mästen
Mast2 f. ‘reichliche Fütterung zur Beschleunigung des Fleisch- und Fettansatzes, Mastfutter’, ahd. mast (um 1000), mhd. mast ‘Befruchtung, fruchtbares Land, Futter, Mästung’ lassen sich mit den westgerm. Verwandten asächs. mnd. mnl. nl. mast, aengl. mæst, engl. mast auf ie. *maddo- ‘Mästung’ zurückführen, sofern das im Dt. auftretende fem. Genus als sekundär anzusehen ist gegenüber ursprünglich (im Aengl. und Nl. ausschließlich, im Mhd. auch vertretenem) mask. oder (im Ahd. wie im Mhd. erscheinendem) neutr. Genus. Diese Suffixbildung zur Wurzel ie. *mad- ‘naß, triefen’, auch ‘von Fett triefen, saftig, fett, gemästet’ entwickelt sich über die Zwischenstufen *madzdo-, *mazdo- zu germ. *mast-. Als außergerm. Verwandte sind der suffigierten ie. Ausgangsform zuzurechnen aind. mḗdaḥ ‘Fett, Mark’ (aus *mazdas), mḗdana- ‘Mästung’, mēdátām ‘soll fett werden’. Zur gleichen Wurzel ie. *mad- werden gestellt aind. mádati ‘wallt, sprudelt, berauscht sich’, lat. madēre ‘naß, feucht sein, von Nässe triefen, weich, voll sein’ und germ. *mat- ‘Speise’ (s. Maat, Messer, Mettwurst). – mästen Vb. ‘mit Mastfutter füttern’, ahd. mesten (8. Jh.), mhd. mesten.

Bedeutungsverwandte Ausdrücke

auffüttern · füttern · mästen · stopfen
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›mästen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›mästen‹.

Verwendungsbeispiele für ›mästen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Am besten aber ist es, eine solche Kuh zu mästen. [Schlipf, Johann Adam: Schlipfs populäres Handbuch der Landwirtschaft, Berlin: Parey 1918, S. 374]
An Stelle von Milch oder ergänzend zur Milch fangen sie zunächst an, auch Rinder zu mästen. [Die Zeit, 21.01.1985, Nr. 03]
Die Polen hätten genug verdient, seien mit der deutschen Mark gemästet worden, und jetzt, da sie reich seien, zögen sie ab. [Die Zeit, 18.10.1996, Nr. 43]
Entweder wir mästen es, schlachten es und essen es auf. [Die Zeit, 30.11.2009, Nr. 48]
Öfter aufblähende Tiere sind baldigst zu mästen und zu verkaufen. [Schlipf, Johann Adam: Schlipfs populäres Handbuch der Landwirtschaft, Berlin: Parey 1918, S. 426]
Zitationshilfe
„mästen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/m%C3%A4sten>.

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Worthäufigkeit

selten häufig

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Wortverlaufskurve 1600−1999
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