möblieren

GrammatikVerb · möbliert, möblierte, hat möbliert
Aussprache
Worttrennungmö-blie-ren · möb-lie-ren (computergeneriert)
WortzerlegungMöbel-ieren
Wortbildung mit ›möblieren‹ als Erstglied: ↗Möblierung  ·  mit ›möblieren‹ als Letztglied: ↗ausmöblieren  ·  mit ›möblieren‹ als Grundform: ↗möbliert
eWDG, 1974

Bedeutung

einen leeren Raum mit Möbeln ausstatten, einrichten
Beispiele:
eine Wohnung, das Zimmer möblieren
kleine Räume möbliert man am besten mit zierlichen, hellen Möbeln
Grammatik: oft im Part. Prät.
Beispiele:
ein dürftig, altmodisch, dunkel, schlecht möblierter Raum
er wohnt in einem möblierten Zimmer (= Zimmer, das vom Vermieter nicht leer, sondern nur mit Möbeln vermietet wird)
umgangssprachlich, veraltendein möblierter Herr (= männliche Person, die ein möbliertes Zimmer gemietet hat)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Möbel · möblieren · aufmöbeln · vermöbeln
Möbel n. ‘zum Sitzen, Liegen oder als Behältnis dienender Einrichtungsgegenstand’. Aus vlat. *mobilis ‘beweglich’ (statt lat. mōbilis, s. ↗mobil; Verkürzung des Tonvokals wohl durch Einwirkung des zugrundeliegenden Verbs lat. movēre ‘bewegen’) entwickelt sich das gleichbed. Adjektiv afrz. mueble, afrz. frz. meuble. Dessen Substantivierung erscheint als juristischer Terminus für ‘bewegliche Habe’ (entsprechend mlat. mobile, mobilia statt spätlat. rēs mōbilēs, s. ↗Mobilien), woraus frühnhd. mubel, mübel, möbel (15./16. Jh., in Rechtstexten des Moselgebiets). Außerhalb des terminologischen Bereichs wandelt sich die Bedeutung von frz. meuble zu ‘Haushaltsgegenstand, Hausrat’ (15./16. Jh.), ‘Einrichtungsgegenstand’ (17. Jh.). Hierauf beruht die vom frühen 17. Jh. an belegte Entlehnung Meubles ‘Hausrat’, seit dem 18. Jh. ‘Einrichtungsgegenstände’, die durch Austausch der Pluralendung (Meublen, 1688) und Umlautschreibung (Möbeln, 18. Jh.; Möbel, 19. Jh.) zunehmend eingedeutscht wird. Das 18. Jh. kennt auch die Singularformen Meuble, Möble, Möbel, anfangs mit femininem, in der 2. Jahrhunderthälfte mit neutralem Genus; der Singular ist jedoch bis in die Gegenwart wenig gebräuchlich (dafür Möbelstück, 19. Jh.). möblieren Vb. ‘einrichten, mit Möbeln ausstatten’, bis ins 18. Jh. allgemein meubli(e)ren, ist eine Bildung des ausgehenden 17. Jhs. im Anschluß an frz. meubler (zu frz. meuble, s. oben). Attributive Verwendung des Part. Prät. wird in der Fügung möbliertes Zimmer ‘nur mit vollständiger Einrichtung vermietetes Zimmer’ (2. Hälfte 18. Jh.) geläufig; dazu, von Berlin ausgehend und wohl zunächst im Scherz geprägt, ein möblierter Herr ‘Mieter eines möblierten, d. h. vollständig eingerichteten Zimmers’ (um 1900). Ein von Campe 1809 als Ersatzwort vorgeschlagenes möbeln bleibt ohne Nachfolge, lebt aber in den der Alltagssprache angehörenden Präfixbildungen aufmöbeln Vb. ‘aufmuntern, neu beleben’ (1. Hälfte 19. Jh., vielleicht die Vorstellung vom Aufarbeiten alter Möbel aufgreifend, Anknüpfungsmöglichkeiten bietet jedoch auch die Semantik des Adjektivs ↗mobil, s. d.) und vermöbeln Vb. ‘verprügeln’ (Mitte 19. Jh.), älter in der ursprünglich studentischen Verwendung ‘vergeuden, durchbringen, zu Geld machen’ (vgl. studentensprachliches möbeln ‘Geld ausgeben’, beide Mitte 18. Jh.), die vermutlich unter dem Einfluß des Rechtsausdrucks ↗Mobilien ‘bewegliche (und damit leichter zu veräußernde) Habe’ (s. d.) steht.

Thesaurus

Synonymgruppe
einrichten · mit Möbeln ausstatten · möblieren
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Appartement Bett Bühne Büro Fußgängerzone Innenraum Quadratmeter Raum Salon Schrank Sessel Sofa Stil Stuhl Suite Tisch Traum Versatzstück Weiß Wohnung Zimmer ausstatten dekorieren karg pflastern renovieren restaurieren sparsam spärlich streichen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›möblieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie ist der Raum möbliert, aus welchem Material sind die Möbel, wo genau im Raum stehen sie?
Die Zeit, 04.10.1985, Nr. 41
Der Mann ist angekommen in Essen und hat selbst sein Büro nicht neu möbliert.
Der Tagesspiegel, 05.09.2002
Das Zimmer sollte groß und luftig sein, sauber möbliert und nicht zu teuer.
Ury, Else: Nesthäkchen fliegt aus dem Nest, Stuttgart: K. Thienemanns 1997 [1920], S. 37
Das meist ohnedies nicht große Zimmer sollte nett ausgestattet, freundlich und licht möbliert sein.
Goetz von Schüching, Ruth: Durch gute Lebensart zum Erfolg, Leipzig: Hesse & Becker 1932 [1925], S. 14
Aber wollt ihr zuerst noch wissen, wie dieser Salon möbliert war?
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 18179
Zitationshilfe
„möblieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/möblieren>, abgerufen am 07.12.2019.

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