Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

möglich

Grammatik Adjektiv
Aussprache  [ˈmøːklɪç]
Worttrennung mög-lich
Wortbildung  mit ›möglich‹ als Erstglied: Möglichkeit · möglichenfalls · möglicherweise
 ·  mit ›möglich‹ als Letztglied: baldmöglich · bestmöglich · ehestmöglich · frühestmöglich · geringstmöglich · größtmöglich · höchstmöglich · jedmöglich · kleinstmöglich · letztmöglich · menschenmöglich · nächstmöglich · schnellstmöglich · unmöglich · weitestmöglich · womöglich
 ·  mit ›möglich‹ als Grundform: ermöglichen · möglichst  ·  formal verwandt mit: verunmöglichen
eWDG

Bedeutungen

1.
a)
zu verwirklichend, ausführbar
Beispiele:
eine Lösung des Problems nicht für möglich halten
kommen Sie schnell, wenn möglich, wenn es (Ihnen) möglich ist
er will sehen, dass er es möglich machen (= verwirklichen) kann, dass es sich möglich machen lässt
er versuchte, so rasch wie möglich abzureisen
so bald wie möglich verließ er die Gesellschaft
sie erledigte den Auftrag so gut, wie es (ihr) nur möglich war
er ging soviel als möglich an die frische Luft
sie erhielt jede nur mögliche Bewegungsfreiheit
er half ihnen im Rahmen des Möglichen, verlangte nur das Mögliche
er hatte alles Mögliche (= alle Möglichkeiten) bedacht
b)
denkbar, eintretbar
Beispiele:
die möglichen Folgen einer Handlung
die Aussicht auf eine mögliche Heilung ist gering
das ist der einzig möglich Standpunkt
ein Zweifel an dieser Tatsache ist nicht mehr möglich
es ist möglich, kann möglich sein, dass es bald regnet
»ob er heute kommt?« »Das ist gut, leicht, schon, durchaus, kaum, wohl möglich«
man sollte es nicht für möglich (= wahrscheinlich) halten, dass es so etwas gibt!
das ist wohl möglich, aber nicht sehr wahrscheinlich
umgangssprachlichist das möglich!, (das ist doch) nicht möglich! (= Ausruf, der Überraschung ausdrückt)
ein immerhin möglicher Kriegsfall [ Kellerm.Totentanz161]
2.
alles Mögliche (= die verschiedensten Dinge, viel, allerlei)
Beispiele:
er hat alles Mögliche getan, versprochen, versucht
er redete, dachte alles Mögliche
das Auto war mit allen möglichen Dingen beladen
er beschäftigte sich mit allen möglichen Problemen
sie kämpften mit allen möglichen Mitteln gegen ihn
ein Kleid in allen möglichen Farben
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

mögen · möglich · Möglichkeit · vermögen · Vermögen · vermöge
mögen Vb. ‘wollen, gern haben’. Das zu den Präteritopräsentien gehörende Verb ahd. magan (8. Jh.), mugan (9. Jh.), mhd. mügen, mugen ‘kräftig, wirksam sein, vermögen, wofür können, mächtig, imstande sein, die Möglichkeit haben, sollen, dürfen’, asächs. mugan, mnd. mȫgen, mnl. mōghen, meughen, mueghen, nl. mogen, aengl. magan, engl. may, anord. mega, schwed. , got. magan führt mit dem zugehörigen Abstraktum Macht (s. d.) und mit aind. maghá- ‘Macht, Kraft, Reichtum, Gabe’, aslaw. mošti ‘können’ (mogǫ ‘ich kann’), russ. moč’ (мочь) ‘können’, lit. magė́ti ‘gefallen, angenehm sein’, magùs ‘anziehend, lockend’ auf die Wurzel ie. *magh- ‘können, vermögen, helfen’. Bis ins 17. Jh. herrscht die ursprüngliche Bedeutung ‘imstande sein zu etw.’, erhalten in vermögen (s. unten); heute steht das Verb vornehmlich für ‘wollen, gern haben’, das sich im 16. Jh. aus der Verneinung nicht mögen ‘nicht imstande sein’ (daher ‘nicht wollen’) entwickelt. möglich Adj. ‘zu verwirklichen, erreichbar, denkbar’, mhd. müg(e)lich ‘was geschehen kann oder sollte, was recht und billig ist, geziemend, gehörig, vermögend’, dazu Möglichkeit f. mhd. mügelicheit ‘Vermögen, Gelegenheit, Chance’. vermögen Vb. ‘imstande sein zu etw., können’, anschließend an die ursprüngliche Bedeutung von mögen, entsprechend ahd. firmugan (um 1000), mhd. vermügen, -mugen ‘imstande sein’, auch ‘Gewalt haben über’, reflexiv ‘Kraft haben, sich verstehen, im Besitze sein, besitzen’ (vgl. vermögend Part.adj. ‘einflußreich’, daher auch ‘wohlhabend, begütert’, 18. Jh.); substantiviert Vermögen n. ‘Fähigkeit, Kraft, Besitz’, spätmhd. vermügen ‘Kraft, Macht’. vermöge Präp. ‘vermittels, mit Hilfe, durch’ (vermög, 16. Jh.), hervorgegangen aus dem Subst. Vermöge f. ‘Kraft, Fähigkeit’, mhd. vermüge; vgl. spätmhd. ūʒ vermog, mnd. bzw. mit vermōge.

Thesaurus

Synonymgruppe
ausführbar · denkbar · durchführbar · gangbar · in greifbare Nähe rücken · leistbar · machbar · möglich · realisierbar · schaffbar · zu machen · zu schaffen  ●  erreichbar  Hauptform · drin  ugs. · erfolgswahrscheinlich  geh. · lösbar  ugs. · viabel  geh., akademisch, selten
Assoziationen
  • aus dem Leben gegriffen · lebensecht · lebensnah · realistisch · wirklichkeitsnah  ●  (ganz) wie im richtigen Leben  variabel · aus der Fülle des Lebens (geschöpft)  geh., literarisch
  • (durchaus) denkbar · (durchaus) möglich · (etwas) nicht ausschließen können · (so etwas) passiert · die Möglichkeit besteht · im Bereich des Möglichen (liegen) · nicht ausgeschlossen · nicht auszuschließen · vorstellbar  ●  (so etwas) soll's geben  ugs., ironisch · drin  ugs. · erdenklich  geh. · gut möglich  ugs. · kann (schon) sein  ugs. · kann doch sein?  ugs. · kann gut sein  ugs. · kann ja (vielleicht) sein  ugs. · kann vorkommen  ugs. · soll vorkommen  ugs. · wäre nicht das erste Mal  ugs.
Synonymgruppe
denkbar · eventuell · eventuell (vorhanden o.ä.) · gegebenenfalls (auftretend o.ä.) · möglich · möglicherweise (auftretend o.ä.)  ●  allfällig  österr., schweiz. · etwaig  Hauptform, Amtsdeutsch

Typische Verbindungen zu ›möglich‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›möglich‹.

Verwendungsbeispiele für ›möglich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nun war es möglich, die klassischen Texte der Antike, welche die Humanisten wiederentdeckten, überall zu verbreiten. [Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 27]
Die Taktik der Opposition läuft darauf hinaus, gesamtdeutsche Wahlen so lange wie möglich hinauszuzögern. [Küsters, Hans Jürgen: Entscheidung für die deutsche Einheit. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1998], S. 349]
Daß sich alles so gut fügte, hat erst die einsame Tat Tells möglich gemacht. [Safranski, Rüdiger: Friedrich Schiller, München Wien: Carl Hanser 2004, S. 622]
Nun ist Wachstum, bei begrenzten zivilisatorischen Mitteln, nicht unbegrenzt möglich. [Weizsäcker, Carl Friedrich von: Bewußtseinswandel, München: Hanser 1988, S. 45]
Und auf diesem Gebiet ist heute leider so ziemlich alles möglich. [Severing, Carl: Rundfunkansprache für die SPD zur Reichstagswahl am 31. Juli 1932, 30.07.1930]
Zitationshilfe
„möglich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/m%C3%B6glich>.

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