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müßig

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung mü-ßig (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›müßig‹ als Erstglied: Müßiggang · Müßiggänger · Müßigkeit
 ·  mit ›müßig‹ als Letztglied: unmüßig

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. unbeschäftigt, untätig
  2. 2. [abwertend] überflüssig, unnütz, zwecklos
eWDG

Bedeutungen

1.
unbeschäftigt, untätig
Beispiele:
müßige Zeit, Stunden verbringen
er führt ein müßiges Leben
müßig herumstehen, herumsitzen
Eine dichte Menge müßiger Leute … sah unsrer Bereitstellung zu [ RennKrieg367]
Tony ging nicht müßig, sie nahm ihre Sache in die Hand [ Th. MannBuddenbrooks1,399]
2.
abwertend überflüssig, unnütz, zwecklos
Beispiele:
müßige Reden, Gedanken, müßiges Geschwätz
das ist eine müßige Frage
es ist müßig, darüber zu reden, streiten, nachzudenken
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Muße · müßig · Müßiggang · Müßiggänger
Muße f. ‘beschauliche Freizeit’. Das nur im Dt. und Nl. nachweisbare Wort ahd. muoʒa (um 800), mhd. muoʒe ‘freie Zeit zu etw., Bequemlichkeit, Untätigkeit’, asächs. mōta, mnd. mōte, mnl. moet(e), muete, mote gehört etymologisch zum Modalverb müssen (s. d.) und bezeichnet eigentlich einen ‘Zustand, der einem die Möglichkeit bietet, etw. zu tun’. – müßig Adj. ‘untätig’, auch ‘überflüssig, unnötig’, ahd. muoʒīg (8. Jh.), mhd. müeʒec, müeʒic. Häufig müßig gehen ‘Zeit haben, unbeschäftigt sein’, mhd. müeʒec gān. Müßiggang m. ‘Freizeit, Unbeschäftigtheit, Untätigkeit, Faulheit’, mhd. müeʒecganc. Müßiggänger m. ‘wer Muße hat, unbeschäftigt ist, nichts tut’, mhd. müeʒecgenger ‘wer durch ein standesgemäßes Vermögen berechtigt ist, kein Handwerk oder Gewerbe zu treiben’.

Thesaurus

Synonymgruppe
bequem· faul· müßig· passiv· phlegmatisch· tatenlos· träge· untätig  ●  pomadig  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) erübrigen· Muster ohne Wert· die Mühe nicht wert· fruchtlos· nichts wert· nutzlos· ohne Sinn und Zweck· sinnlos· umsonst· unnotwendig· unnötig· unnütz· wertlos· zu nichts nutze· zu nichts nütze· zwecklos· überflüssig  ●  sinn- und zwecklos  Hauptform · (den/die/das) kannst du in der Pfeife rauchen  ugs., fig. · (sich etwas) schenken können  ugs. · (sich etwas) sparen können  ugs. · Spielerei  ugs. · akademisch  geh. · der Mühe nicht wert  geh. · entbehrenswert  geh. · entbehrlich  geh. · müßig  geh. · nicht der Mühe wert  geh. · nichts bringen  ugs. · verzichtbar  geh. · überflüssig wie ein Kropf  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›müßig‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›müßig‹.

Verwendungsbeispiele für ›müßig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er schlug uns vor, die Zeit nicht so müßig zu vertun. [Langhoff, Wolfgang: Die Moorsoldaten, Stuttgart: Verl. Neuer Weg 1978 [1935], S. 33]
Das Elend blieb unterdes nicht müßig, es wuchs befremdend an. [Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 2, Berlin: Aufbau-Verl. 1955, S. 113]
Wir halten es nicht für müßig, dasselbe noch einmal mit andern Worten zu sagen. [Klages, Ludwig: Der Geist als Widersacher der Seele, 3. Band, Teil 1: Die Lehre von der Wirklichkeit der Bilder, Leipzig: Barth 1932, S. 6326]
Es ist müßig, über diese Dinge die Nase zu rümpfen. [Die Zeit, 10.06.2013, Nr. 24]
Ob das tatsächlich so stimmt, ist ebenso fraglich wie müßig zu diskutieren. [Die Zeit, 30.11.2012, Nr. 49]
Zitationshilfe
„müßig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/m%C3%BC%C3%9Fig>.

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