müde

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Wortbildung  mit ›müde‹ als Erstglied: Müdewerden · Müdigkeit  ·  mit ›müde‹ als Letztglied: altersmüde · arbeitsmüde · daseinsmüde · hundemüde · hundsmüde · lebensmüde · nimmermüde · pflastermüde · sterbensmüde · todmüde · wegmüde · übermüde
Mehrwortausdrücke  müde wie ein Hund
eWDG

Bedeutungen

1.
ermattet und ruhebedürftig, schlafbedürftig
Beispiele:
jmd. ist am Abend (von der Arbeit, großen Anstrengung) müde
die Kinder sind vom Spielen müde
bleiern, zum Umfallen, Hinsinken müde sein
umgangssprachlicher war müde wie ein Hund
für diese Arbeit bin ich jetzt zu müde
durch Lärm, vieles Essen wird man müde
wohlig müde sein
er sieht sehr müde aus
seine Augen blicken müde
jmd. hat sich müde gearbeitet, gelaufen, getanzt
das Kind hat sich müde gespielt
ein Pferd müde reiten
jmd. kommt müde von der Arbeit, Wanderung, Feier nach Hause
das lange Stehen macht mich müde
seine müden Glieder ausstrecken
umgangssprachlicher musste seine müden Knochen ausruhen
übertragen
Beispiele:
eine Maschine, der Ventilator läuft sich müde (= wird leistungsunfähig)
ein müde gewordener Wagen
2.
matt, kraftlos
Beispiele:
der müde Gang des Alten
müde Gebärden, Worte
mit müder Gleichmut, Ergebenheit etw. tun, sagen
er sagte es mit müder Stimme
Sie machte eine kleine müde Handbewegung, die mich zum Schweigen brachte [ RinserMitte253]
3.
gehoben einer Sache, jmds. müde seineiner Sache, jmds. überdrüssig sein
Beispiele:
jmd. ist des Lebens, vielen Redens, Wartens, der Enttäuschungen, dauernden Vorwürfe müde
ich bin seiner müde
Wenn du meines Anblicks müde bist, ich bin deiner Ausschweifungen nicht weniger müde [ BrechtDon JuanI 6]
(es) müde werden, sein + Inf.
Beispiele:
sie wird nicht müde, es immer wieder zu erklären
er wird (es) nicht müde, hartnäckig sein Ziel zu verfolgen
selten eine Sache, jmdn. müde sein
Beispiel:
ich bin diese ewige Behutsamkeit des Angeklagten Hild müde [ SchaumannZwiebel11]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

müde · ermüden · Müdigkeit
müde Adj. ‘abgespannt, schlafbedürftig’, Anord. mōðr, dän. (älter) mod sind mit dem Partizipialsuffix ie. -to-, die westgerm. Formen ahd. muodi (8. Jh.), mhd. müede, muode, asächs. mōði, mnd. mȫde, mnl. moede, nl. moede, aengl. mēþe dagegen mit dem zuweilen partizipialen Charakter tragenden Suffix ie. -ti̯o- gebildet (germ. *mōþija-). Zu ie. *mō- (s. mühen) gehörig, ist müde daher als ‘sich gemüht habend, abgemüht’ zu verstehen. ermüden Vb. ‘müde, abgespannt werden, müde machen’, ahd. irmuodēn (11. Jh.; doch vgl. unirmuodēntlīh, 9. Jh.), mhd. ermüeden (nur intransitiv), zum Simplex mhd. müeden ‘müde machen, werden’. Müdigkeit f. ‘Abgespanntheit, Mattigkeit’, mhd. müedecheit.

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemand) kann kaum die Augen aufhalten · (jemandem) fallen die Augen zu · (sich) kaum noch auf den Beinen halten (können) · hundemüde · müde · reif fürs Bett · schlafbedürftig · schlaftrunken · schläfrig · sterbensmüde · todmüde · unter Schlafmangel leiden · verschlafen · vor Müdigkeit umfallen · übermüdet · übernächtigt  ●  (sich) Streichhölzer zwischen die Augen(lider) klemmen  ugs. · dösig  ugs. · ein fades Aug haben  ugs., wienerisch · verpennt  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Assoziationen
Synonymgruppe
erschöpft · müde  ●  ermattet  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›müde‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›müde‹.

Verwendungsbeispiele für ›müde‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Müd war ich wohl, aber ich traute mich nicht niederlegen.
Süddeutsche Zeitung, 28.03.2002
Bös ist Schwester Rita, und vom Vorübergehen der Stäbe sind sie alle müd’ geworden.
Die Zeit, 02.01.1989, Nr. 01
Sie steht müd und schwitzend vor dem Herd und sinniert.
Christ, Lena: Die Rumplhanni. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1917], S. 17550
Das gegrätschte Gehen macht müde, doch nicht so müd wie das immerwährende Hineinstolpern in den stellenweise hoch aufgewehten Schnee.
Bauer, Josef Martin: So weit die Füße tragen, Frankfurt a.M: Fischer 1960 [1955], S. 251
Obwohl ich an die acht Stunden geschlafen haben mußte, war ich müd an Herz und Gliedern.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 18241
Zitationshilfe
„müde“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/m%C3%BCde>, abgerufen am 21.10.2021.

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