mühen

GrammatikVerb · reflexiv
Aussprache
Worttrennungmü-hen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›mühen‹ als Letztglied: ↗abmühen  ·  mit ›mühen‹ als Grundform: ↗bemühen
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
sich anstrengen
Beispiele:
er müht sich bei dieser Arbeit sehr
er mühte sich, das Problem verständlich zu erläutern, seine Schrift zu entziffern
das Gericht müht sich, ein gerechtes Urteil zu fällen
Wohl mußte er sich mit dem Holzschnitzen immerhin ernstlich mühen [HesseNarziß5,165]
er mühte sich, seine beiden jungen, allzu stillen Tischgenossen aufzumuntern [Feuchtw.Tag391]
2.
sich um jmdn., etw. mühensich um jmdn., etw. bemühen, kümmern
Beispiele:
man mühte sich um das verletzte Kind
man mühte sich um Werk und Person des Dichters
der Verkäufer mühte sich um mich [GoesAber im Winde209]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

mühen · Mühe · mühsam · Mühsal · mühselig · Mühseligkeit
mühen Vb. ‘sich anstrengen, plagen’, ahd. muoen (8. Jh.), mhd. müejen, müewen, müen ‘beschweren, quälen, bekümmern, verdrießen, sich bemühen’, mnd. mȫyen, mnl. moeyen, mōyen, nl. moeien, afries. mōja ‘belästigen, bemühen’ (germ. *mōjan), vgl. auch got. afmauiþs Part. Prät. ‘ermüdet’. Verwandt sind die unter ↗müde (s. d.) genannten Formen. Außergerm. sind vergleichbar russ. (derb) májat’ (маять) ‘ermüden, erschöpfen, plagen’ und mit l-Suffix lat. mōlēs ‘Last, Masse’, mōlīrī ‘mit Anstrengung in Bewegung setzen’, wahrscheinlich auch griech. mṓlos (μῶλος) ‘Kampf(getümmel)’ (ursprünglich wohl ‘Mühe, Anstrengung’), so daß von einer Wurzel ie. *mō- ‘sich mühen’ ausgegangen werden kann, die möglicherweise identisch ist mit der unter ↗Mut (s. d.) genannten Wurzel ie. *mē-, *mō-, *mə- ‘heftigen und kräftigen Willens sein, heftig streben’. Mühe f. ‘Anstrengung, Last, Aufwand’, ahd. muo(h)ī (um 1000), mhd. müeje, müe ‘Beschwerde, Last, Not, Bekümmernis, Verdruß’. mühsam Adj. ‘voller Mühe, beschwerlich, anstrengend’ (16. Jh.); vgl. mhd. müelich. Mühsal f. ‘Plage, Anstrengung’, ahd. muosal n. (11. Jh.), mhd. müejesal, müesal f. n., auch ‘Last, Verdruß’; dazu mühselig Adj. ‘beschwerlich, anstrengend’, mhd. müejesalic, müesalic; Mühseligkeit f. (16. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Kraft Mittelfeld Schadensbegrenzung Unterzahl ab abmühen beflissen darum derweil eifrig emsig erfolglos fortan glücklos hinauf hinaufmühen krampfhaft nach Leibeskräften rackern redlich seitdem seither sichtlich tapfer umsonst vergebens vergeblich verzweifelt wacker zwar

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›mühen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zur derzeitigen Lage fällt ihm nichts ein, seine Spieler mühen sich, aber es reicht nicht.
Der Tagesspiegel, 30.11.2000
Zum anderen mühte man sich, für die Behandlung mit Genen zu werben.
Süddeutsche Zeitung, 16.05.2000
Ich mühte mich sehr, es gelang mir nicht, ihn hochzubringen.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1943. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1943], S. 130
Er mühte sich sehr, sich zu dem Sohn zu erheben.
Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 697
Und meine Rechte, die sich gehorsam um ihn mühte, fand ihn nicht.
Benjamin, Walter: Berliner Kindheit um Neunzehnhundert. In: Tiedemann, Rolf u. Schweppenhäuser, Hermann (Hgg.), Gesammelte Schriften Bd. 4,1, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1980 [1932-1938], S. 258
Zitationshilfe
„mühen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/mühen>, abgerufen am 17.06.2019.

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