münden

Grammatik Verb · mündet, mündete, ist/hat gemündet
Aussprache 
Worttrennung mün-den
Wortbildung  mit ›münden‹ als Letztglied: ausmünden · einmünden
eWDG

Bedeutung

in etw. hineinfließen, einmünden
Beispiele:
mehrere Bäche münden in den, im See
die Donau mündet ins, im Schwarzen Meer
der Weg ist in die Straße gemündet
ein Gang, in den viele Türen mündeten
auf etw. münden
Beispiele:
die Straße mündet auf einen großen Platz
[eine] Steintreppe, die auf einen unterirdischen Gang mündet [ KasackStadt12]
übertragen
Beispiele:
das Gespräch, die Auseinandersetzung mündete in einer leidenschaftlichen Diskussion
gehobenseine Gedanken, Überlegungen mündeten im Leeren (= führten zu nichts)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mund1 · munden · münden · Mündung · mündlich · Mundart · mundfaul · Mundraub · Mundwerk
Mund1 m. die durch die Lippen verschließbare Öffnung in der unteren Gesichtshälfte. Die etymologische Zuordnung von ahd. mund (8. Jh.), mhd. mnd. munt, asächs. mund, mnl. mont, nl. mond, anord. munnr, schwed. mun, got. munþs und (mit Nasalausfall und nachfolgender Dehnung des Stammvokals) asächs. mūð, afries. mūth, aengl. mūþ, engl. mouth (germ. *munþa-) ist nicht sicher bestimmbar. Möglich ist Verwandtschaft mit griech. masā́sthai (μασᾶσθαι, aus *μαθ-) ‘kauen, beißen’ und lat. (nasaliert) mandere ‘kauen’ und Annahme von ie. *menth- bzw. schwundstufig *mṇth- ‘kauen, Gebiß, Mund’, so daß Mund als ‘Kauer, Beißer’ gedeutet werden könnte. Wahrscheinlicher ist jedoch eine Verbindung mit kymr. mant ‘Kinnlade, Mund’ und lat. mentum ‘Kinn, Gebäudevorsprung’; dies würde auf eine Verbalwurzel ie. *men- ‘emporragen’ führen, deren in Nominalableitungen auftretende schwundstufige Erweiterung ie. *mṇt- eine Bedeutungsentwicklung von ‘Kinn’ über ‘Kiefer’ zu ‘Mund’ zeigt. munden Vb. ‘gut schmecken’ (16. Jh.). münden Vb. ‘sich ergießen, hineinfließen, enden’ (19. Jh.), wohl aus Mündung rückgebildet; doch vgl. ahd. munden ‘zusammenfließen’ (um 1000) sowie das Kollektivum ahd. gimundi n. ‘Mund, Flußmündung’ (9./10. Jh.), aengl. gemȳþe n. ‘Flußmündung’, in Ortsnamen ahd. Lechsgimundi, mhd. Gemünde, nhd. Gemünd(en), Schwäbisch Gmünd, Neckargemünd und Travemünde. Mündung f. ‘das Hinein-, Zusammenfließen, der Ort des Zusammenflusses’ (18. Jh.), häufig in technischer Verwendung anschließend an Mund im Sinne von ‘Öffnung’, vgl. Mündung eines Geschützes (18. Jh.). mündlich Adj. ‘durch den Mund geäußert, nicht schriftlich, nur in gesprochener Rede’ (16. Jh.), älter muntliche(n) Adv. (15. Jh.). Mundart f. natürlich entstandene Form der vorwiegend gesprochenen Sprache einer geographisch bestimmbaren Sprachgemeinschaft (17. Jh.), Ersatzwort für Dialekt (s. d.). mundfaul Adj. ‘wortkarg, redefaul’ (19. Jh.), oft für gröberes maulfaul. Mundraub m. ‘Entwendung von Lebensmitteln in kleiner Menge zum sofortigen Verbrauch’ (18. Jh.). Mundwerk n. ‘Rede, gute Redegabe’ (16. Jh.), anschließend an Mund als Organ zur Hervorbringung sprachlicher Laute, besonders großes, flinkes Mundwerk in bezug auf die Neigung zu anhaltendem, unüberlegtem, respektlosem Sprechen.

Typische Verbindungen zu ›münden‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›münden‹.

Verwendungsbeispiele für ›münden‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ihr unterdrücktes Grinsen mündet direkt in eine verblüffende Transparenz umfassenden musikalischen Verstehens.
Süddeutsche Zeitung, 29.10.2002
Und obwohl die Moral von der Geschichte so vordergründig ist, mündet sie immerhin in eine witzige Szene.
Die Welt, 14.05.1999
Hier mündet, wie man sieht, die anatomische direkt in eine empiristische Theorie.
Wundt, Wilhelm: Erlebtes und Erkanntes. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1921], S. 1839
Als er endlich in die Straße mündete, wurde es kaum besser.
Funke, Cornelia: Tintenherz, Hamburg: Cecilie Dressler Verlag 2003, S. 213
Bei diesem Rücken, in dessen Fläche das Licht des sehr kleinen Fensters mündete, wurde L. völlig beruhigt.
Seghers, Anna: Die Wellblech-Hütte. In: Kesten, Hermann (Hg.) 24 neue deutsche Erzähler, Leipzig u. a.: Kiepenheuer 1983 [1929], S. 141
Zitationshilfe
„münden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/m%C3%BCnden>, abgerufen am 27.11.2021.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Mündelsicherheit
mündelsicher
Mündelgeld
Mündel
Munddusche
Mundfalte
mundfaul
Mundfäule
Mundfaulheit
mundfertig