mütterlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungmüt-ter-lich
WortzerlegungMutter1-lich
Wortbildung mit ›mütterlich‹ als Erstglied: ↗Mütterlichkeit · ↗mütterlicherseits
eWDG, 1974

Bedeutung

zur Mutter gehörend, von der Mutter stammend
Beispiele:
das mütterliche Erbteil
die mütterliche Erziehung, Pflege
in mütterlicher Obhut heranwachsen
fürsorglich wie eine Mutter, liebevoll besorgt, opferbereit
Beispiele:
mütterliche Liebe
sie hat ein mütterliches Herz
mit mütterlichem Lächeln blickte sie auf ihr Kind
jmdn. mütterlich betreuen
für jmdn. mütterlich sorgen
sie strich ihm mütterlich über den Kopf
Carla legt ihre Arme um die Schultern der mütterlichen Freundin [SchallückWenn man aufhören könnte15]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mutter · Mutterkorn · Muttersprache · Mutterwitz · mütterlich · bemuttern
Mutter f. ‘Frau, die geboren hat, weiblicher Elternteil’, ahd. (8. Jh.), mhd. muoter, asächs. mōdar, mnd. afries. mōder, mnl. nl. moeder, aengl. mōdor, engl. mother, anord. mōðir, schwed. moder (germ. *mōder-) und die Verwandten aind. mātā́ (Stamm mātár-), griech. mḗtēr (μήτηρ) ‘Mutter’, lat. māter ‘Mutter, Amme’, air. māthir ‘Mutter’, lit. mótė ‘Weib, Ehefrau’, mundartlich auch ‘Mutter’, aslaw. mati, Genitiv matere, russ. mat’, Genitiv máteri (мать, матери) ‘Mutter’ lassen sich auf eine gemeinsame Stammform ie. *māter- ‘Mutter’ zurückführen, eine mit dem Suffix für Verwandtschaftsbezeichnungen ie. -ter- gebildete Ableitung zu ie. *mā, dem Lallwort für ‘Mutter’, das belegt ist in aind. ‘Mutter’, griech. mā́ (μᾶ) im Ausruf mā́ gā́ (μᾶ γᾶ) ‘o Mutter Erde’; redupliziert liegt es den unter ↗Mama (s. d.) dargestellten Wörtern zugrunde. Mit demselben Suffix sind die Verwandtschaftsbezeichnungen ↗Bruder, ↗Tochter, ↗Vater (s. d.) gebildet. Mutterkorn n. giftiger pilzartiger Getreideparasit, auch als Medikament der Gynäkologie verwendet, benannt nach seiner lindernden Wirkung bei Schmerzen der Gebärmutter (18. Jh.), dafür auch Kornmutter (ebenfalls 18. Jh.). Muttersprache f. ‘die Sprache, in die ein Mensch hineingeboren wird und in der er aufwächst’, Übernahme (1522) von mnd. mōdersprāke (1424), älter moder tunge (um 1400), wohl nach mlat. lingua materna, lingua maternalis. Mutterwitz m. ‘natürlicher, angeborener Witz, gesunde Urteilskraft’ (17. Jh.). mütterlich Adj. ‘einer Mutter gemäß’, ahd. muoterlīh (11. Jh.), mhd. müeterlich. bemuttern Vb. ‘behüten, umsorgen’ (18. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ahnenreihe Berufstätigkeit Blutkreislauf Chromosom Chromosomensatz Eizelle Erbanlage Erbgut Erbschaft Erbteil Ermahnung Freundin Fürsorge Fürsorglichkeit Immunsystem Instinkt Milde Nachsicht Obhut Organismus Ratgeberin Schoß Uterus Zitze Zuneigung Zuwendung Zärtlichkeit fraulich kindlich väterlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›mütterlich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch in Ihren Filmen finden Männer Sie gerade wegen Ihrer mütterlichen Formen erotisch.
Der Tagesspiegel, 11.11.1997
Denn längerfristig kranke Kinder vermögen mit der Zeit, das mütterliche Verhalten zu verändern.
Süddeutsche Zeitung, 18.05.1995
Um das zu erläutern, wollen wir vor der systematischen Darstellung der krankheitsverursachenden Wirkung bestimmter mütterlicher Haltungen eine weitere Geschichte erzählen.
Schmidt-Rogge, Carl H.: Dein Kind – Dein Partner, München: List 1973 [1969], S. 130
Auch hier nennt man meist die aus der mütterlichen Linie stammenden Allele zuerst.
Bresch, Carsten: Klassische und molekulare Genetik, Berlin u. a.: Springer 1965 [1964], S. 34
Nahe aber tropfte die mütterliche Feuchtigkeit aus den geöffneten Äderchen des Berges.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Das Gestirn des Paracelsus, München: J.F. Lehmanns 1964 [1921], S. 339
Zitationshilfe
„mütterlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/mütterlich>, abgerufen am 08.12.2019.

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