mahlen

GrammatikVerb · mahlte, hat gemahlen
Aussprache
Worttrennungmah-len
Wortbildung mit ›mahlen‹ als Erstglied: ↗Mahlgang · ↗Mahlgut · ↗Mahlsand · ↗Mahlstein · ↗Mahlung · ↗Mahlwerk · ↗Mahlzahn · ↗Mahlzeit
 ·  mit ›mahlen‹ als Letztglied: ↗ausmahlen · ↗durchmahlen · ↗feinmahlen
 ·  mit ›mahlen‹ als Grundform: ↗vermahlen · ↗zermahlen
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
einen Feststoff durch Reibung feinkörnig zerkleinern
Beispiele:
etw. grob, fein mahlen
mit der Kaffeemühle Kaffee mahlen
in der Mühle wird das Korn, Getreide gemahlen
gemahlener Zimt, Pfeffer
gemahlene Kreide
sprichwörtlich wer zuerst kommt, mahlt zuerst (= der zuerst Kommende hat das Vorrecht)
viel arme Leute schrein nach Brot. / Mahle, Mühle, mahle [R. DehmelErntelied]
bildlich etw. langsam und gründlich kauen
Beispiele:
jmds. Kiefer, Zähne mahlen (= reiben aneinander, zerkleinern langsam und gründlich die Nahrung)
Mein Tier mahlte genüßlich sein Morgenfutter [HagelstangeSpielball407]
Der Kommerzienrat kaute mit mahlenden Kiefern ein Röstbrot [NollHolt2,143]
2.
Beispiele:
die Räder mahlen im, durch den Sand (= drehen sich im losen Sand und bringen den Wagen nur langsam vorwärts)
Die Räder mahlten bis an die Achsen im Staub [G. Hauptm.3,489]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

mahlen Vb. ‘zerkleinern, zerreiben’, ahd. malan (9. Jh.), mhd. maln, malen, asächs. malan, mnd. mālen, mnl. nl. malen, anord. schwed. mala, got. malan, germ. *malan. Der Vergleich des zunächst stark flektierenden Verbs mit außergerm. Entsprechungen zeigt ie. e/o-Ablaut der Wurzelsilbe, vgl. air. melim ‘mahle’, lat. molere (s. ↗Mühle), lit. málti, aslaw. mlěti, russ. molót (молоть) ‘mahlen’, dazu schwundstufig aind. mṛṇā́ti, mṛṇáti ‘zermalmt, mahlt’ und vielleicht auch griech. mýlē (μύλη) ‘Mühle’. Als Wurzel läßt sich erschließen ie. *mel(ə)- (auch mit anlautendem s-, s. ↗schmelzen) ‘zermalmen, schlagen, mahlen’ (besonders Korn). Zur gleichen Wurzel gehören ↗malmen, ↗Malter, ↗Malz, ↗Mehl, ↗Milbe, ↗mild, ↗Müll (s. d.). Dadurch, daß das Germ. ie. o (germ. lit. a) zum Präsensvokal gemacht hat, ist mahlen in die Reihe der Verben mit germ. a/ō-Ablaut geraten (wie fahren, schlagen, tragen). Im Laufe des 17. Jhs. wird das starke Prät. (mhd. muol, nhd. muhl) durch schwache Präteritalformen ersetzt; das starke Part. Prät. gemahlen bleibt dagegen erhalten.

Thesaurus

Synonymgruppe
mahlen · ↗schroten (bei Körnern) · ↗vermahlen · ↗zerreiben

Typische Verbindungen
computergeneriert

Backenknochen Behördenmühle Bohne Gesetzesmühle Getreide Handmühle Kaffeebohne Kaffeemühle Kaugummi Kiefer Kieferknochen Korn Mehl Mörser Mühle Mühlstein Müller Pulver Schrot Steinmühle Unterkiefer Verwaltungnsmühle backen brühen langsam mahlen rösten schroten trocknen zerkleinern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›mahlen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Gesetze sind nun mal da, um eingehalten zu werden, und wer zuerst kommt, mahlt zuerst.
Die Welt, 17.05.2001
Selbst die zahnlosen Alten schieben sich das Kat klein gemahlen in den Mund.
Die Zeit, 05.02.2001, Nr. 06
Und er klopft und sägt und mahlt nicht selbst, «sagte sie amüsiert.
Boy-Ed, Ida: Vor der Ehe. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1915], S. 3011
Dieser Kaffee ist Ersatzkaffee und gemahlen, Du kannst ihn mal probieren, was es für Zeug ist, wenn er nichts ist, schicke ich keinen mehr davon.
Brief von Alois Scheuer an Friedchen Scheuer vom 08.10.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0079
Da mahlte dann, trotz der vier Pferde, der Wagen sacht, so sacht im Sande.
Bismarck, Hedwig von: Erinnerungen aus dem Leben einer 95jährigen. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 7200
Zitationshilfe
„mahlen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/mahlen>, abgerufen am 19.10.2019.

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