Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

mahlen

Grammatik Verb · mahlt, mahlte, hat gemahlen
Aussprache 
Worttrennung mah-len
Wortbildung  mit ›mahlen‹ als Erstglied: Mahlgang · Mahlgut · Mahlmühle · Mahlsand · Mahlstein · Mahlstätte · Mahlung · Mahlwerk · Mahlzahn · Mahlzeit
 ·  mit ›mahlen‹ als Letztglied: ausmahlen · durchmahlen · fein mahlen · feinmahlen · vermahlen · zermahlen
Mehrwortausdrücke  wer zuerst kommt, mahlt zuerst
eWDG

Bedeutungen

1.
einen Feststoff durch Reibung feinkörnig zerkleinern
Beispiele:
etw. grob, fein mahlen
mit der Kaffeemühle Kaffee mahlen
in der Mühle wird das Korn, Getreide gemahlen
gemahlener Zimt, Pfeffer
gemahlene Kreide
sprichwörtlichwer zuerst kommt, mahlt zuerst (= der zuerst Kommende hat das Vorrecht)
viel arme Leute schrein nach Brot. / Mahle, Mühle, mahle [ R. DehmelErntelied]
bildlich etw. langsam und gründlich kauen
Beispiele:
jmds. Kiefer, Zähne mahlen (= reiben aneinander, zerkleinern langsam und gründlich die Nahrung)
Mein Tier mahlte genüßlich sein Morgenfutter [ HagelstangeSpielball407]
Der Kommerzienrat kaute mit mahlenden Kiefern ein Röstbrot [ NollHolt2,143]
2.
Beispiele:
die Räder mahlen im, durch den Sand (= drehen sich im losen Sand und bringen den Wagen nur langsam vorwärts)
Die Räder mahlten bis an die Achsen im Staub [ G. Hauptm.3,489]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

mahlen Vb. ‘zerkleinern, zerreiben’, ahd. malan (9. Jh.), mhd. maln, malen, asächs. malan, mnd. mālen, mnl. nl. malen, anord. schwed. mala, got. malan, germ. *malan. Der Vergleich des zunächst stark flektierenden Verbs mit außergerm. Entsprechungen zeigt ie. e/o-Ablaut der Wurzelsilbe, vgl. air. melim ‘mahle’, lat. molere (s. Mühle), lit. málti, aslaw. mlěti, russ. molót (молоть) ‘mahlen’, dazu schwundstufig aind. mṛṇā́ti, mṛṇáti ‘zermalmt, mahlt’ und vielleicht auch griech. mýlē (μύλη) ‘Mühle’. Als Wurzel läßt sich erschließen ie. *mel(ə)- (auch mit anlautendem s-, s. schmelzen1) ‘zermalmen, schlagen, mahlen’ (besonders Korn). Zur gleichen Wurzel gehören malmen, Malter, Malz, Mehl, Milbe, mild, Müll (s. d.). Dadurch, daß das Germ. ie. o (germ. lit. a) zum Präsensvokal gemacht hat, ist mahlen in die Reihe der Verben mit germ. a/ō-Ablaut geraten (wie fahren, schlagen, tragen). Im Laufe des 17. Jhs. wird das starke Prät. (mhd. muol, nhd. muhl) durch schwache Präteritalformen ersetzt; das starke Part. Prät. gemahlen bleibt dagegen erhalten.

Thesaurus

Synonymgruppe

Typische Verbindungen zu ›mahlen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›mahlen‹.

Verwendungsbeispiele für ›mahlen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Selbst die zahnlosen Alten schieben sich das Kat klein gemahlen in den Mund. [Die Zeit, 05.02.2001, Nr. 06]
Dann mahlt die Vibration nämlich unmerklich die Reifen in den Sand. [Die Zeit, 10.10.1980, Nr. 42]
Er ist ruhiger, er wirkt nicht getrieben wie Kahn, nichts mahlt in ihm. [Süddeutsche Zeitung, 07.11.2002]
Sie sind so fein gemahlen, dass sie sich unbemerkt durch die Luft verteilen könnten, berichtete die New York Times. [Süddeutsche Zeitung, 18.10.2001]
Und er klopft und sägt und mahlt nicht selbst, «sagte sie amüsiert. [Boy-Ed, Ida: Vor der Ehe. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1915], S. 3011]
Zitationshilfe
„mahlen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/mahlen>.

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