makaber

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungma-ka-ber (computergeneriert)
HerkunftFranzösisch
eWDG, 1974

Bedeutung

unheimlich wirkend
Beispiele:
ein makabres, makaberes Spiel, Vergnügen
ein makabrer, makaberer Scherz, Humor
eine makabre, makabere Ironie
makabre, makabere Gedanken, Bilder
ein makabrer, makaberer Anblick
eine makabre, makabere Schau, Situation
etw. wirkte makaber
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

makaber Adj. ‘gespenstisch, schauerlich’, eine Entlehnung von frz. macabre und wie dieses vor allem Grausiges charakterisierend, das zugleich grotesk und lächerlich erscheint. Der Ausdruck findet sich etwa seit den 20er Jahren des 20. Jhs. im Dt., verbreiteter nach der Jahrhundertmitte (nun vielleicht unter Einfluß des schon Ende des 19. Jhs. aus dem Frz. übernommenen, besonders in der Literatur- und Kunstkritik gebräuchlichen engl. macabre). Das frz. Adjektiv, erst seit 1876 in freier Verwendung bezeugt, entstammt der (bereits Mitte des 19. Jhs. auch im Dt. als bildungssprachlicher fremder Ausdruck bekannten) Fügung frz. danse macabre ‘Totentanz’, einer wohl durch Lesefehler entstandenen modernen Form gegenüber mfrz. danse macabré(e) (im ältesten Beleg de Macabré la danse, 1376). Die Herkunft dieser frz. Bezeichnung ist nicht sicher geklärt. Anknüpfend an arab. maqābir ‘Gräber, Friedhof’ (vgl. port. almocávar ‘maurischer Friedhof’) läßt sich kaum mit dem sprachgeschichtlichen Befund in Einklang bringen. Wahrscheinlicher ist ein Zusammenhang von macabre mit dem biblischen Namen kirchenlat. Machabaeus (vgl. frz. Macchabée), der in der afrz. Dichtung des 12./13. Jhs. im Sarazenennamen Macabé, Ma(u)cabré begegnet und vom 14. Jh. an als Familienname vorkommt. Obwohl dem 15. Jh. angehörende Zeugnisse für mlat. chorea Machabaeorum, mnl. Makkabeusdans diese Auffassung stützen, bleibt offen, ob in einem Träger dieses Namens der erste Schöpfer oder Anreger eines Totentanzbildes zu sehen ist, ob die Tradition der Totentänze möglicherweise an die in der Vulgata berichtete (und ursprünglich als Schauspiel dargebotene?) Legende vom Martyrium der sieben Brüder aus dem jüdischen Geschlecht der Makkabäer anknüpft (2. Makkabäerbuch, Kap. 7) oder ob überhaupt erst nachträglich ein anderes Wort an den Personennamen angelehnt wird. Vgl. Bloch/W. ¹¹379, FEW 6, 1, 2 f. und Corominas 3, 166 f.

Thesaurus

Synonymgruppe
abartig · ↗düster · ↗geschmacklos · ↗grausig · makaber · ↗pietätlos · ↗respektlos · ↗schauderhaft · ↗schauerlich
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aktualität Beigeschmack Farce Gag Groteske Humor Ironie Koinzidenz Komik Komödie Kuriosität Pointe Reigen Schauspiel Scherz Schlußpointe Souvenir Spektakel Totentanz Touristenattraktion Witz Wortspiel Zahlenspiel Zurschaustellung anmuten anmutend geschmacklos grotesk obszön skurril

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›makaber‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Makaber war sein "Tanz mit dem Jahrhundert" im ersten Drittel seines Lebens.
Der Tagesspiegel, 05.06.1998
Es ist makaber, aber ich bin fast froh, sie zu sehen.
konkret, 1984
An das jüngste Beispiel dieser makabren Methode erinnern sich viele von uns noch aus eigener Erfahrung.
Wölfl, Norbert: Die wiedergefundene Zärtlichkeit, Genf u. a.: Ariston 1995 [1983], S. 58
Sie hatten schon vor dem alten Reich seltsam fahle, makabre Zeichen und Götzen.
Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 3, Berlin: Aufbau-Verl. 1956, S. 207
Die Herren gingen ihrer makabren Tätigkeit im vierten Stock einer pompösen Villa der Avenue Foch zu Paris nach.
Simmel, Johannes Mario: Es muß nicht immer Kaviar sein, Zürich: Schweizer Verl.-Haus 1984 [1960], S. 240
Zitationshilfe
„makaber“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/makaber>, abgerufen am 19.11.2018.

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