Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

mal

Grammatik Adverb
Aussprache [maːl]
Wortbildung  mit ›mal‹ als Erstglied: Malzeichen · malnehmen  ·  mit ›mal‹ als Letztglied: 2-mal · 3-mal · 4-mal · 5-mal · abermals · dreimal · erst mal · erstmal · fünfmal · viermal · x-mal · zweimal
 ·  mit ›mal‹ als Binnenglied: Einmaleins
eWDG

Bedeutungen

I.
umgangssprachlich Synonym zu einmal (II 2, II 3, III)
II.
drückt aus, dass eine Zahl mit einer anderen multipliziert werden soll   malgenommen, multipliziert mit
Beispiele:
3 mal 3 ist 9
das Loch war vier mal vier Zentimeter groß
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A2.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

-mal · mal · malnehmen
-mal zweites Glied in zusammengerückten Wiederholungszahlwörtern, hervorgegangen aus dem unter Mal1 (s. d.) behandelten Substantiv, s. einmal (aus mhd. ze einem māle), entsprechend zweimal (aus mhd. ze zweien mālen). Die gleiche Bildungsweise zeigen Temporaladverbien, bei denen oft die ursprüngliche Form des Genitiv Sing. beibehalten wird, s. ehemals (aus mhd. ē māles), abermals (aus aber eines males, 15. Jh.); danach (mit Suffixcharakter) einstmals, jemals, nochmals, oftmals, vormals. Seltener mit erhaltenem Genitiv Plur., vgl. dermalen. In der Multiplikationsrechnung begegnet mal im Sinne von ‘multipliziert mit, malgenommen mit’, isoliert aus Fügungen wie zu wunfczen malen wunfczen ‘15 mal 15’ (15. Jh.) u. dgl. Dazu malnehmen Vb. ‘multiplizieren’ (18. Jh.).

Mal1 · zumal · allzumal · dazumal
Mal1 n. ‘Zeitpunkt’, ahd. (um 1000), mhd. mnd. māl ‘ausgezeichneter Punkt, Zielpunkt, Grenzzeichen, Zeitpunkt, festgesetzte Zeit’, nhd. Mal ‘Zeitpunkt’ und (davon nur orthographisch geschiedenes) Mahl ‘Mahlzeit, Essen’ (s. d.), mnl. mael, nl. maal ‘Zeit(punkt), Mahlzeit’, afries. mēl, aengl. mǣl ‘Maß, Zeitpunkt, Jahreszeit, Mahlzeit’, engl. meal ‘Mahlzeit, Essen’, anord. māl ‘Zeit(punkt), Mahlzeit, Maß’, schwed. mål ‘Mahlzeit, Essen’, got. mēl ‘Zeit, Stunde’ (germ. *mēla-) geht mit mnd. mēle ‘Trog, Mulde, (Butter)maß’, aengl. mēle, mæle ‘Napf’, anord. mælir ‘Maß, Köcher’, got. mēla ‘Scheffel’ von einer Grundbedeutung ‘etw. Abgestecktes, Abgemessenes’ bzw. ‘Gefäß zum Abmessen, Maß’ aus und kann als Bildung mit l-Suffix an die Wurzel ie. *mē- ‘etw. abstecken, messen, abmessen’ angeschlossen werden. Mit t-Suffix sind vergleichbar aind. māti- ‘Maß, richtige Erkenntnis’, mímāti ‘mißt’, griech. métron (μέτρον) ‘(das rechte, volle) Maß, Ziel, Länge, Größe, Silben-, Versmaß’ (s. Metrum), lat. mētīrī ‘(ab)messen’ und russ. métit’ (метить) ‘ein Zeichen machen, zielen, trachten’. Die im Germ. entstandene Bedeutung ‘Zeitpunkt’ entwickelt sich aus der räumlichen Auffassung ‘Punkt im Raum’. zumal Adv. Konj. ‘besonders, vor allem, weil’, mhd. ze māle, zemāl ‘auf einmal, zugleich, alsbald’, mnd. tō māle. Vgl. ahd. nū zi māle ‘für dieses Mal, jetzt’ (um 1000). Die Bedeutung geht aus von ‘zu diesem Zeitpunkt, zugleich’ und entwickelt sich über ‘zusammen (mit), auch’ zu ‘insbesondere’. Verstärkt allzumal Adv. ‘besonders, gänzlich, überhaupt, insgesamt’, spätmhd. alzemāle, mnd. altōmāle; s. all. dazumal Adv. Konj. ‘damals, einst’, mhd. dō ze māle; s. da2.

Mal2 · Denkmal · Mahnmal · Merkmal · Muttermal · Wundmal
Mal2 n. ‘Zeichen, Fleck, verfärbte Hautstelle’ (Wund-, Muttermal), hervorgegangen aus ahd. māl, vgl. ougmāl ‘Augenschminke’, anamāl(i) ‘Narbe’ (9. Jh.), mhd. mnd. māl ‘Zeichen, Merkmal, Fleck’, mnl. mael, nl. maal, got. mēla (Plur.) ‘Schrift’ (germ. *mēla-; zu Herkunft und Verwandtschaft s. malen), mit dem ahd. (um 800), mhd. meil ‘Fleck, Zeichen, Befleckung, Sünde, Schande’ in frühnhd. mal ‘Zeichen, Fleck, Markierung’ zusammenfällt, wobei zugleich vielfach semantischer Einfluß von lautgleichem Mal1 (s. d.) erkennbar ist. Die Herkunft von ahd. mhd. meil, mnd. mēl, aengl. māl, engl. mole ‘Muttermal’, got. mail ‘Runzel’ ist ungewiß. Vielleicht sind vergleichbar griech. miá͞inein (μιαίνειν) ‘beflecken, besudeln’ und lit. máiva ‘Sumpfboden’, so daß eine Wurzel ie. *mai- ‘beflecken, beschmutzen’ angenommen werden kann. Denkmal n. ‘Erinnerungszeichen’ (16. Jh.); seit dem 17. Jh. (wohl unter Einfluß von Monument, s. d.) ‘gegenständliches Bauwerk, Standbild’. Mahnmal n. ‘zur Mahnung, Erinnerung gesetztes Zeichen oder Denkmal’ (20. Jh.). Merkmal n. ‘Kennzeichen’ (17. Jh.). Muttermal n. ‘von Geburt an vorhandener Fleck, Zeichen in der Haut’ (16. Jh.). Wundmal n. ‘Zeichen einer körperlichen Verletzung, frische oder vernarbte Wunde’, ahd. wuntmāli (um 1000), wuntmāl (11. Jh.), mhd. wuntmāl.

Thesaurus

Synonymgruppe
an einem unbestimmten Zeitpunkt · einmal · irgendwann einmal · zu einem unbestimmten Zeitpunkt  ●  irgendwann  Hauptform · irgendwann mal  ugs. · mal  ugs.
Synonymgruppe
mal · malgenommen (mit) · multipliziert (mit)
Assoziationen
Antonyme
  • geteilt durch  Hauptform

Typische Verbindungen zu ›mal‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›mal‹.

Verwendungsbeispiele für ›mal‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

ZUM ZWEITEN MAL ist der Uhu in Deutschland vom Aussterben bedroht. [Süddeutsche Zeitung, 04.12.1997]
WEIT ÜBER HUNDERT MAL spendeten Inge Held und Johann Obermeyer beim Bayerischen Roten Kreuz Plasma. [Süddeutsche Zeitung, 19.09.1994]
BEINAHE 5000 MAL mußten die Ambulanzflugzeuge des ADAC heuer verunglückte oder erkrankte Schutzbriefinhaber nach Hause zurückfliegen. [Süddeutsche Zeitung, 22.11.1995]
ZUM ZWEITEN MAL ist Kolumbien am Mittwoch von einem starken Erdbeben erschüttert worden. [Süddeutsche Zeitung, 28.01.1999]
ZUM ERSTEN MAL seit seinem Abschied von der politischen Bühne meldet sich Hans‑Jochen Vogel derart aufsehenerregend zu Wort. [Süddeutsche Zeitung, 24.02.1997]
Zitationshilfe
„mal“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/mal>.

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