malen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungma-len
Wortbildung mit ›malen‹ als Erstglied: ↗Malbuch · ↗Malerei · ↗Malgerät · ↗Malgrund · ↗Malkasten · ↗Malkunst · ↗Malpensum · ↗Malprogramm · ↗Malschule · ↗Maltalent · ↗Malutensil · ↗Malverbot · ↗Malzeug
 ·  mit ›malen‹ als Letztglied: ↗abmalen · ↗anmalen · ↗aufmalen · ↗ausmalen · ↗hinmalen · ↗nachmalen · ↗schwarzmalen · ↗untermalen · ↗vollmalen · ↗übermalen
 ·  mit ›malen‹ als Grundform: ↗bemalen  ·  formal verwandt mit: ↗handgemalt · ↗lautmalend
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
(als Künstler) mit Pinsel und Farbe
a)
ein Bild schaffen
Beispiele:
ein Aquarell, Porträt, Gemälde malen
das Bild ist in Öl, Wasserfarben, auf Holz, Glas gemalt
b)
etw., jmdn. in Form eines Bildes darstellen
Beispiele:
eine Landschaft malen
etw. nach der Natur, nach dem Leben, nach einem Muster, Vorbild, aus der Erinnerung malen
jmdn. malen
er will sich malen lassen
bildlich
Beispiele:
etw. grau in grau malen (= reizlos, öde darstellen)
etw. schwarz, in düsteren Farben malen (= sehr ungünstig darstellen, schildern)
umgangssprachlich den Teufel an die Wand malen (= von einem möglichen Unheil sprechen)
etw., jmdn. ausführlich, lebendig schildern
Beispiel:
er verstand es, die Situation, Menschen mit wenigen Worten zu malen
c)
Beispiel:
ein Schild, Schilder malen (= herstellen)
2.
etw. mit Farbe streichen, anstreichen
Beispiele:
umgangssprachlich das Haus, die Wand, das Fenster malen
salopp sie hat sich [Dativ] die Lippen gemalt (= geschminkt)
salopp (schön) gemalte Wangen, Augenbrauen
bildlich
Beispiel:
der Herbst malt die Wälder bunt
3.
etw. langsam und schön schreiben
Beispiele:
sie malt die Buchstaben
Schnörkel malen
4.
gehoben etw. malt sich in jmds. Gesichtetw. spiegelt sich in jmds. Gesicht wider
Beispiele:
Entzücken, Enttäuschung, Stolz, Ärger, Verwunderung malte sich in seinem Gesicht
Erschrecken malte sich in ihren Augen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

malen · Maler · Malerei · malerisch
malen Vb. ‘mit Pinsel und Farbe oder Stift gestalten, mit Farbe (be)streichen’, ahd. mālōn, mālēn (9. Jh., doch vgl. schon inmālēn, 8. Jh.), mhd. mālen ‘ein Zeichen machen, abgrenzen, bunt verzieren, färben, schreiben, im Geist entwerfen, malen, zeichnen’, asächs. mālon ‘verzieren, bemalen’, mnd. mālen, aengl. gemǣlan ‘ein Zeichen machen’, anord. mæla ‘malen’, got. mēljan ‘schreiben’. Mit der Ausgangsbedeutung ‘(dunkle) Farbe auftragen, mit einem farbigen Zeichen versehen’ (daher auch ‘mit Farbe schreiben’) stellen sich die Verben zu einem gemeingerm. Substantiv, das in ahd. mhd. mnd. māl ‘Zeichen, Merkmal, Fleck’, asächs. (hōbið) māl, aengl. mǣl, anord. māl, got. mēla (Plur.) ‘Schrift’ belegt und mit aind. malináḥ ‘schmutzig, unrein’, málam ‘Schmutz, Kot, Dreck, Unreinlichkeit’, griech. mélās (μέλας) ‘dunkelfarbig, schwarz, finster’, lit. mė́las ‘blau’, mel̑svas ‘bläulich’, russ. malína (малина) ‘Himbeere’ verwandt ist. Zugrunde liegt die in Farbbezeichnungen auftretende Wurzel ie. *mel(ə)-, besonders ‘von dunklem, unreinem Farbton, Schmutz, beschmutzen’ (wozu vielleicht auch ↗Molch, s. d.). Vgl. dazu auch die Entwicklung von ↗Mal (s. d.). Redensartlich den Teufel an die Wand malen ‘Schlimmes vorhersagen’ (16. Jh.). Maler m. ‘mit Pinsel und Farbe gestaltender Künstler’, auch ‘Anstreicher’, ahd. mālāri (9. Jh.), mhd. mālære, māler, mæler, asächs. māleri, mnd. māler(e), mnl. maelre, afries. mēler, māler. Malerei f. ‘Kunst des Malens, Gesamtheit der Gemälde’ (15. Jh.). malerisch Adj. ‘die Malerei betreffend, für die Malerei typisch, zum Malen geeignet, romantisch’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
bildlich darstellen · malen · ↗zeichnen
Assoziationen
Synonymgruppe
anstreichen · ↗bemalen · malen · ↗pinseln · ↗streichen  ●  ↗malern  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aquarell Bild Bilder Bildnis Farbe Gespenst Hakenkreuz Künstler Landschaft Leinwand Maler Pinsel Plakat Porträt Schreckgespenst Stilleben Tafel Teufel Wand abmalen anmalen aufmalen ausmalen basteln mal malen nachmalen weitermalen zeichnen Öl

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›malen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es hängt von dir ab, das Bild mit eigenen Worten zu malen.
Die Welt, 04.09.2004
Sie sind nicht für ein Museum, nicht für eine breite Öffentlichkeit gemalt.
Der Tagesspiegel, 08.11.2003
Erste Verkäufe bestärken ihn, und so malt er auch weiter, nachdem er wieder Arbeit im Hospital gefunden hat.
o. A.: Lexikon der Kunst - T. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1994], S. 45610
Es fand sich noch die Zeit, einige Bilder zu malen.
Ostwald, Wilhelm: Lebenslinien. Eine Selbstbiographie, 3 Teile. In: Simons, Oliver (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 - 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1927], S. 39464
Das flackernde Licht von drüben malte gespenstische Gestalten in mein Zimmer.
Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 1449
Zitationshilfe
„malen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/malen>, abgerufen am 24.10.2019.

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