malmen

Grammatik Verb
Worttrennung mal-men
eWDG, 1974

Bedeutung

gehoben etw. geräuschvoll zermahlen, zerreiben, etw. zermalmen
Beispiele:
Es wurde geklopft und gesägt, das Mahlwerk malmte [E. ClaudiusMenschen335]
Vom Dorf her schwoll Motorenlärm und das Rasseln und Malmen von Panzerketten [SeegerHabicht214]
bildlich
Beispiele:
jmds. Kiefer, Zähne malmen (= reiben geräuschvoll aneinander)
mit den Zähnen malmen (= mit den Zähnen knirschen)
der Sturm ... malmte uns zu einem Ding aus Nässe, Kälte, Hunger [BartningErdball212]
Er fieberte, seine Zähne malmten hörbar [O. M. GrafMitmenschen159]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

malmen · zermalmen
malmen Vb. ‘durch anhaltenden mahlenden Druck zerkleinern’. Das seit dem 16. Jh. belegte und durch Luther über das Md. hinaus verbreitete Verb setzt ein Substantiv der gleichen Ablautstufe (germ. a) voraus, wie es außerhalb des dt. Sprachgebiets bezeugt ist, vgl. aengl. mealmstān ‘Sandstein’, anord. malmr ‘Erz, Metall, Waffe’, schwed. malm ‘Erz, sandige Ebene’ (germ. *malma-), auch got. malma ‘Sand’ (germ. *malman-) gegenüber ahd. (9. Jh.), mhd. asächs. melm ‘Staub, Erde’ (germ. *melma-). Die mit m-Suffixen gebildeten Formen gehören zur Verbalwurzel ie. *mel(ə)- ‘zermalmen, schlagen, mahlen’ (s. ↗mahlen); Ausgangsbedeutung der Substantivbildungen ist also ‘das Zermahlene’. Eine dazugehörige schwundstufige Form ist erhalten in Mulm (s. ↗mulmig), wozu mhd. zermülmen ‘zerreiben, zerquetschen, zermalmen’. Häufiger als das heute nur selten gebrauchte Simplex ist die Präfixbildung zermalmen (17. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›malmen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›malmen‹.

Verwendungsbeispiele für ›malmen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die hellen staubigen Reifen knirschten malmend im Kies unter dem scharfen Ruck der Bremsen, standen still.
Johnson, Uwe: Ingrid Babendererde, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1985, S. 222
Gustav lag auf der Seite, malmte leicht mit den Zähnen.
Feuchtwanger, Lion: Die Geschwister Oppermann, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1933], S. 348
Mona Lisa darf jetzt Sattel und Trense ablegen und in der Gästebox einige Halme malmen.
Die Zeit, 27.01.2005, Nr. 05
Malmt Häuser nieder, löscht ihre Fensterreihen und alle Strahlenbüschel der offenen Hausfluren unter lautlos stürzenden Wänden aus.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Paracelsus, München: J. F. Lehmanns 1964 [1917], S. 85
Beim Spaziergang durch den Park lassen sich die Tiere nämlich nicht nur dabei beobachten, wie sie Fische runterschlingen, Grashalme malmen oder Bananen pellen.
Süddeutsche Zeitung, 14.04.2001
Zitationshilfe
„malmen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/malmen>, abgerufen am 01.06.2020.

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