manövrieren

GrammatikVerb · manövrierte, hat manövriert
Aussprache
Worttrennungma-nö-vrie-ren · ma-növ-rie-ren
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›manövrieren‹ als Erstglied: ↗Manövriermasse · ↗manövrierfähig · ↗manövrierunfähig
 ·  mit ›manövrieren‹ als Letztglied: ↗ausmanövrieren · ↗durchmanövrieren · ↗herausmanövrieren · ↗hereinmanövrieren · ↗hinausmanövrieren · ↗hineinmanövrieren
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Militär ein Manöver durchführen
entsprechend der Bedeutung von Manöver (Lesart 2)
Beispiele:
die Gefechtshandlungen zeichnen sich durch außergewöhnlich schnelles Manövrieren der Truppen aus
das Flugzeug konnte sich durch geschicktes Manövrieren der Verfolgung entziehen
bewußt, daß all ihr Marschieren und Manövrieren längst zwecklos geworden ist [St. ZweigSternstunden20]
2.
übertragen geschickt zu Werke gehen
entsprechend der Bedeutung von Manöver (Lesart 3)
Beispiele:
es bedurfte oft des geschickten Manövrierens, um das zu erreichen
ich durchschaute, dass er plump manövrierte
3.
sich, jmdn. an einen bestimmten Ort manövrierensich, jmdn. unter Schwierigkeiten geschickt an einen bestimmten Ort, in eine bestimmte Situation bringen
Beispiele:
sich in eine isolierte Lage manövrieren
ein Fahrzeug an einen bestimmten Ort manövrieren
es dauerte einige Zeit, bis sie den Wagen in die Lücke manövriert hatte
Mit welcher Unverfrorenheit hat Mylord es verstanden, seinen Schützling zunächst einmal hinter rettende Klostermauern zu manövrieren [ZuchardtNarr376]
4.
Seemannssprache ein Manöver ausführen
entsprechend der Bedeutung von Manöver (Lesart 4)
Beispiele:
das Schiff war außerstande zu manövrieren
das Schiff manövrierte (sich) in die Schleuse
Geknatter der Segel ... eine kleine Stunde war über dem Manövrieren verstrichen [JahnnHolzschiff104]
ein Schiff manövrieren
Beispiel:
der Lotse manövrierte das Schiff in den Hafen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Manöver · manövrieren · ausmanövrieren
Manöver n. ‘kriegsmäßige (periodisch wiederkehrende) Übung (von Teilen) der Armee, festgelegte Tätigkeit an Bord von Schiffen’, übertragen ‘Kunstgriff, Scheinmaßnahme, Ablenkungsversuch’, Entlehnung (18. Jh.) aus gleichbed. frz. manœuvre f., hervorgegangen aus mlat. manuopera ‘Handarbeit’, auch ‘Fron, Last’ (in den Kapitularien Karls des Großen), einer Zusammensetzung aus lat. manus ‘Hand’ und lat. opera ‘Arbeit, Mühe, Tätigkeit’, die vielleicht als Übersetzung von ahd. hantwerc ‘Handarbeit, Verfertigung’ (s. ↗Handwerk) gelten kann. Afrz. manuevre, frz. manœuvre bedeutet ursprünglich ‘Arbeit mit der Hand’, bezeichnet dann alle Tätigkeiten, die nötig sind, um ein Schiff zu lenken und zu führen, den Umgang mit den Ankern und Tauen, ferner den rechten Handgriff, um etw. zuwege zu bringen, ‘Kunstgriff, Kniff’, und gilt schließlich (seit Ende 17. Jh.) für ‘militärische Truppenbewegung(en)’. manövrieren Vb. ‘Truppenübungen veranstalten, Schiffswendungen durchführen, geschickt vorgehen’ (18. Jh.), frz. manœuvrer, eigentlich (afrz.) ‘mit der Hand arbeiten’. ausmanövrieren Vb. ‘durch geschicktes Vorgehen überlisten’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
führen · ↗kontrollieren · ↗leiten · ↗lenken · manövrieren · ↗regieren · ↗steuern  ●  (die) Weichen stellen  fig. · ↗dirigieren  fig.
Synonymgruppe
bugsieren · ↗dirigieren · ↗führen · ↗geleiten · ↗leiten · ↗lotsen · manövrieren · ↗navigieren · ↗regieren · ↗schleusen
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abseits Abstellgleis Aus Außenseiterrolle Bedeutungslosigkeit Bredouille Dilemma Ecke Fahrwasser Festhalt Isolation Klemme Parklücke Sackgasse Schuldenfalle Schußlinie Untiefe Zwangslage Zwickmühle ausmanövrieren geschickt herausmanövrieren herummanövrieren hinausmanövrieren hindurch hineinmanövrieren vorbei vorbeimanövrieren zielsicher zurückmanövrieren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›manövrieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit harscher Kritik an seinem Chef hat er sich jedoch ins Abseits manövriert.
Die Welt, 05.01.2005
Wie konnte er sich in die Hand seiner politischen Gegner manövrieren?
Der Spiegel, 13.08.1990
Statt dessen hat sie gezögert, manövriert und versucht, Zeit zu gewinnen.
Enzensberger, Hans Magnus: Der kurze Sommer der Anarchie, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972, S. 164
Sie machten das Tau los und manövrierten die »Pauline« vom Kai weg.
Andersch, Alfred: Sansibar oder der letzte Grund, Olten: Walter 1957 [1957], S. 115
Unter kaltem Mondlicht glitten wir durch die unübersehbare Ansammlung der Schiffe, der Eisbrecher manövrierte uns an die Pier, ohne selbst anzulegen.
Lenz, Siegfried: Heimatmuseum, Hamburg: Hoffmann und Campe 1978, S. 942
Zitationshilfe
„manövrieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/manövrieren>, abgerufen am 21.09.2019.

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