Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

mangeln

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung man-geln
Wortbildung  mit ›mangeln‹ als Letztglied: ermangeln
eWDG

Bedeutung

etw. mangelt (jmdm.), es mangelt (jmdm.) an etw.etw. Notwendiges fehlt (jmdm.)
Beispiele:
ihm mangelte Mut, Autorität, Selbstvertrauen, die Vernunft
es mangelte ihm an Mut, Autorität, Selbstvertrauen, Vernunft
uns mangelt es an nichts
es hat ihr nie an etw. gemangelt
Geld, Geduld mangelte
es mangelte am Nötigsten, an manchem, allem, an einer Gelegenheit
seine mangelnde (= mangelhafte) Aufmerksamkeit, Verantwortung wurde kritisiert
der Atem mangelte ihm [ MoloEin Deutscher419]
es konnte nur ein mündlicher Unterricht stattfinden, weil Strom mangelte [ GaiserSchlußball41]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

mangeln2 · Mangel2 · mangelhaft · bemängeln
mangeln2 Vb. ‘nicht ausreichend vorhanden sein, fehlen’, ahd. mangalōn (9. Jh.), mhd. mnd. mangelen, mangeln ‘Mangel haben, leiden, entbehren müssen’ ist wie mhd. mangen entlehnt aus spätlat. mancāre ‘verstümmeln, zum Krüppel machen, mangeln, fehlen’, das über Italien (vgl. ital. mancare ‘mangeln, fehlen’) nach dem Norden vermittelt wird; vgl. Frings/M. Germania Romana 2 (1968) 312 ff. Zugrunde liegt lat. mancus ‘gebrechlich, unvollständig, mangelhaft’, eigentlich ‘verstümmelt, verkrüppelt’, woraus (über Gallien) entlehntes mnl. manc, nl. mank ‘hinkend, lahm’. Mangel2 m. ‘Entbehrung, Knappheit, Fehler, Unzulänglichkeit’, Rückbildung aus dem Verb, mhd. mangel ‘Mangel, Gebrechen’; vgl. ahd. mangalunga ‘Mangel, Verlust’ (11. Jh.). mangelhaft Adj. ‘ungenügend, notdürftig, unvollständig, fehlerhaft’ (15. Jh.). bemängeln Vb. ‘beanstanden, auszusetzen haben’ (19. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›mangeln‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›mangeln‹.

Verwendungsbeispiele für ›mangeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch oft mangelt es in kleinen Küchen an Platz für einen Tisch. [o. A.: Das Buch vom Wohnen, Hamburg: Orbis GmbH 1977, S. 329]
Auch hier mangelt es nach meinen Erfahrungen noch an der Organisation. [Reile, Bonifaz (Hg.), Kneipp, Sebastian. Das große Kneippbuch, München: Beckstein 1939 [1903], S. 900]
Vor allem aber mangelt es den Kritikern an einer politischen Alternative, die sie ins Feld führen könnten. [Die Zeit, 19.08.1999, Nr. 34]
Und an Geld mangelt es ihm ganz und gar nicht. [Die Zeit, 12.05.1999, Nr. 20]
Es mangelt ihm wahrhaftig nicht an Mut, sich lächerlich zu machen. [Strauß, Botho: Der junge Mann, München: Hanser 1984, S. 369]
Zitationshilfe
„mangeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/mangeln#1>.

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mangeln

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung man-geln
Wortbildung  mit ›mangeln‹ als Erstglied: Mangler  ·  mit ›mangeln‹ als Letztglied: heißmangeln
eWDG

Bedeutung

etw. mit einer Mangel glätten
Beispiele:
Wäsche, Hemden mangeln
etw. mangeln lassen, zum Mangeln bringen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mangel1 · Mange · mangeln1
Mangel1, auch (südd.) Mange f. ‘Glättrolle’ für Wäsche, früher auch für (gefärbte) Webwaren (15. Jh.). Mhd. mange ‘Kriegsmaschine, Steinschleuder’, mnd. mange, mnl. manghe sind Entlehnungen aus mlat. manga, mangana ‘Werkzeug, Wurfmaschine, Hebelgeschütz’, spätlat. manganum ‘Werkzeug, Maschine’, griech. mánganon (μάγγανον) ‘Achse oder Rolle im Flaschenzug, eiserner Pflock, Bolzen, Schleudermaschine’. Die mit (Spann)walzen versehene Schleudermaschine wird mit Hilfe niederschnellender, mit Steinen gefüllter Kästen ausgelöst. Die Bezeichnung Mange(l) wird auf die den Tuchen Glanz verleihenden Maschinen übertragen, die mit ihren Glättwalzen, durch steingefüllte Kisten beschwert, einer Wurfschleuder ähneln. Auslautendes -l tritt in Analogie zu anderen Gerätebezeichnungen auf -el an. mangeln1 Vb. ‘mit beschwerten Rollen glätten’ (15. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›mangeln‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›mangeln‹.

Verwendungsbeispiele für ›mangeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch oft mangelt es in kleinen Küchen an Platz für einen Tisch. [o. A.: Das Buch vom Wohnen, Hamburg: Orbis GmbH 1977, S. 329]
Auch hier mangelt es nach meinen Erfahrungen noch an der Organisation. [Reile, Bonifaz (Hg.), Kneipp, Sebastian. Das große Kneippbuch, München: Beckstein 1939 [1903], S. 900]
Vor allem aber mangelt es den Kritikern an einer politischen Alternative, die sie ins Feld führen könnten. [Die Zeit, 19.08.1999, Nr. 34]
Und an Geld mangelt es ihm ganz und gar nicht. [Die Zeit, 12.05.1999, Nr. 20]
Es mangelt ihm wahrhaftig nicht an Mut, sich lächerlich zu machen. [Strauß, Botho: Der junge Mann, München: Hanser 1984, S. 369]
Zitationshilfe
„mangeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/mangeln#2>.

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