manifestieren

GrammatikVerb · manifestiert, manifestierte, hat manifestiert
Aussprache
Worttrennungma-ni-fes-tie-ren
HerkunftLatein
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
etw. zeigen, deutlich machen
Beispiele:
etw. manifestiert Fortschritt, Sicherheit
gibt ihm der Brand Gelegenheit, seine eigene Freigebigkeit ... zu manifestieren [Feuchtw.Söhne127]
sich manifestierensichtbar, deutlich, offenbar werden
Beispiel:
in dem Dokumentarfilm manifestiert sich die feste Verbundenheit der Bevölkerung mit ihrer Regierung
etw. manifestiert sich in, an etw.
Beispiel:
[die] Sucht nach materieller Perfektion, wie sie sich in ihrer [der Schweizer] heutigen Architektur ... manifestiert [FrischStiller323]
2.
veraltet für, gegen etw. demonstrieren
Beispiel:
in Paris haben sie für und gegen den Krieg manifestiert [SchickeleSchnakenlochIII 8]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Manifest · manifestieren · Manifestation
Manifest n. ‘öffentliche Erklärung, Programm, Aufruf, Rechtfertigungsschrift’, im 17. Jh. aus gleichbed. mlat. manifestum entlehnt, dem substantivierten Neutrum von lat. manifestus Adj. ‘handgreiflich, offenbar, augenscheinlich’, zu lat. manus ‘Hand’ mit (auch hinsichtlich der Quantität) ungeklärtem zweiten Glied -festus. manifestieren Vb. ‘offenbaren, bekunden, deutlich machen’ (16. Jh.), aus lat. manifestāre ‘sichtbar machen, deutlich zeigen’. Manifestation f. ‘Bekanntmachung, Darlegung, öffentliche Bekundung’ (18. Jh.), spätlat. manifestātio (Genitiv manifestātiōnis) ‘Offenbarung’.

Thesaurus

Synonymgruppe
manifestieren · ↗niederschlagen · ↗zeigen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Böse Credo Entfremdung Entschlossenheit Geschlossenheit Göttliche Lebensgefühl Machtanspruch Sehnsucht Selbstbewußtsein Teilung Unbehagen Unmut Unterdrückung Unzufriedenheit Verbundenheit Widerspruch Wille Zeitgeist architektonisch augenfällig darin eindrucksvoll krass nirgendwo sichtbar unübersehbar vorwiegend zuletzt äußerlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›manifestieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Sehen manifestiert sich im Text ja eigentlich als Hören.
Die Welt, 16.10.2003
Das manifestiert sich nicht einmal dort, wo es nun wirklich zu Hause sein könnte.
Süddeutsche Zeitung, 15.11.1994
Und dies manifestiert sich noch stärker in der Einheit der Deutung.
Weber, Max: Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen. In: Weber, Marianne (Hg.) Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, Bd. III, Tübingen: Mohr 1921 [1920-1921], S. 294
Um meine Freude zu manifestieren, mußte ich in diesem Garten irgend etwas loslassen.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 18207
In uns manifestiert sich das Ding an sich als unbewußter Wille.
Eisler, Rudolf: Philosophen-Lexikon. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1912], S. 11695
Zitationshilfe
„manifestieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/manifestieren>, abgerufen am 12.11.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Manifestation
Manifestant
Manifest
manierlich
manieristisch
Manihot
Maniküre
maniküren
Maniküretui
Manila-Hanf