mannhaft

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungmann-haft
WortzerlegungMann-haft
Wortbildung mit ›mannhaft‹ als Erstglied: ↗Mannhaftigkeit
eWDG, 1974

Bedeutung

tapfer, unerschrocken, standhaft, wie es einem Mann gemäß ist
Beispiele:
sich mannhaft gegen etw. wehren
Einen Versuch mannhaften Widerstandes machte wenigstens noch die bürgerliche Jugend [MehringDt. Geschichte124]
Ich ... bin gewillt, für meine Tat mannhaft einzustehen [UhsePatrioten1,56]
Allen Schülern werde nahegelegt, mannhaftes Schweigen walten zu lassen [GrassKatz107]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mann · bemannen · entmannen · ermannen · übermannen · mannbar · mannhaft · männlich · Mannheit · Mannschaft · mannstoll · Mannweib · -mann · Blaumann · Flachmann · Henkelmann · Obermann
Mann m. ‘erwachsener Mensch männlichen Geschlechts, Ehemann’. Die germ. Formen ahd. (8. Jh.), mhd. man (Genitiv mannes) ‘Mensch (männlichen Geschlechts in gereiftem Alter), Krieger, Ehemann, Sohn, Diener’, asächs. mnd. mnl. nl. man, afries. mon, man ‘Mensch, Mann’, aengl. man(n), mo(n), engl. man, anord. mannr, maðr, schwed. man, got. manna sind vergleichbar mit aind. mánuḥ (mánu-, mánuṣ-) ‘Mensch, Mann, Menschheit’ und lat. (aus dem Germ.) Mannus Stammvater, Gott der Germanen (Tacitus) und führen großenteils auf ie. *manu- oder *monu- (nordgerm. oder westgerm. -nn- daher aus -nu̯-, während die got. Form möglicherweise einen alten n-Stamm germ. *mannan- voraussetzt). Demgegenüber weisen aslaw. mǫžь, russ. muž (муж) ‘Ehemann, Gatte’ auf ein ie. Gutturalsuffix in Verbindung mit -i̯a-. Man stellt die genannten Bildungen meist zur Wurzel ie. *men(ə)- ‘denken, geistig erregt sein’ (s. ↗mahnen) und nimmt eine Ausgangsbedeutung ‘denkendes Wesen’ an. Aber auch Anknüpfung an die Wurzel ie. *men- ‘hervorragen, emporragen’ (wozu lat. mōns ‘Berg’) wird erwogen, so daß Mann ‘Mensch’ als ‘das Aufragende, das aufrecht gehende Wesen’ zu erklären wäre. Die alte Bedeutung ‘Mensch’ ist erhalten in ↗jemand, ↗niemand und im Indefinitivpronomen ↗man (s. d.). Zur Bezeichnung von ‘Kriegern, Kampfgenossen, Dienern, Gefolge’ ist historisierend der sonst veraltete Plural Mannen noch geläufig. bemannen Vb. ‘mit einer Mannschaft besetzen’, spätmhd. bemannen ‘mit Mannschaft besetzen’, reflexiv ‘einen Mann nehmen’, entmannen Vb. ‘kastrieren’, mhd. entmannen ‘der Mannschaft berauben’, ermannen Vb. (in neuerer Zeit nur reflexiv) ‘sich aufraffen’, mhd. ermannen ‘Mut fassen’ und übermannen Vb. ‘überwältigen’ (16. Jh.) sind Präfixverben zu ungebräuchlich gewordenem mannen Vb., mhd. mannen ‘zum Mann werden, sich als Mann zeigen, zum Mann nehmen, den Lehnseid leisten’, transitiv ‘mit einem Mann versehen’. mannbar Adj. ‘heiratsfähig, geschlechtsreif’ (vornehmlich vom Mann), mhd. manbære ‘eines Mannes fähig, ehefähig, erwachsen’ von Mädchen, später (15. Jh.) von beiden Geschlechtern. mannhaft Adj. ‘wie ein Mann, tapfer, mutig’, mhd. manhaft ‘standhaft, tapfer’. männlich Adj. ‘wie ein Mann, zu einem Mann gehörend oder passend, tapfer, unerschrocken, das Geschlecht eines Mannes habend’, ahd. man(a)līh (9. Jh.), mhd. manlich; in der Grammatik männliches Geschlecht (15. Jh.), nach lat. genus masculīnum. Mannheit f. ‘Männlichkeit, Tapferkeit’, mhd. manheit, auch ‘mannhafte Tat, Mannesalter, Verhältnis eines Dienst- oder Lehnsmannes’. Mannschaft f. ‘Abteilung, Belegschaft, Gesamtheit der Soldaten niedriger Dienstgrade’, mhd. manschaft ‘Verhältnis eines Lehnsmannes zum Lehnsherrn, Lehnspflicht, -huldigung, Hörige, Gefolgsleute’. mannstoll Adj. ‘scharf auf Männer’, spätmhd. mannes tol. Mannweib n. ‘Zwitter’ (17. Jh.), Übersetzung von griech. andrógynos (ἀνδρόγυνος), seit dem 19. Jh. für ↗Amazone ‘männlich wirkende Frau’ (s. d.). In der Sprache der wandernden Handwerksburschen und der Gauner entwickelt sich Mann zum Kompositionssuffix -mann und bildet umschreibende Bezeichnungen für Gebrauchsgegenstände allgemeiner Art, vgl. Blaumann m. ‘dunkelblauer Arbeitsanzug’, Flachmann m. ‘kleine Schnapsflasche für die Jackentasche’, Henkelmann m. ‘Essenskrug’, Obermann m. ‘Hut’.

Thesaurus

Synonymgruppe
aufrecht · ↗entschlossen · mannhaft
Synonymgruppe
heldenhaft · ↗heldenmütig · ↗heroisch · ↗kühn · mannhaft · mit Todesverachtung (auch iron.) · ↗mutig · ↗tapfer · ↗unerschrocken  ●  ↗heldisch  geh., emphatisch
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auftreten Bekenntnis Eintreten Entschluß Haltung Tat Widerstand ertragen kämpfen mutig streiten verteidigen wehren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›mannhaft‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein Ball ist auch dabei, aber man möchte es nicht einen mannhaften Kick nennen.
Süddeutsche Zeitung, 04.08.2001
Für dieses mannhafte Wort hat er allerdings acht Tage gebraucht.
Der Spiegel, 16.06.1986
Sein Gesang quillt über von wilder Größe und mannhaftem Mut.
Schuhmann, Otto: Meyers Opernbuch, Leipzig: Bibliograph. Inst. 1938 [1935], S. 311
Hier hätte ich bewiesen, daß ich mich mannhaft benehmen könnte, dort aber kenne mich keiner.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1919. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1919], S. 195
Der Leithirsch geht ihn massiv an, mehr aus Überraschung als aus mannhaftem Zorn.
Bauer, Josef Martin: So weit die Füße tragen, Frankfurt a.M: Fischer 1960 [1955], S. 196
Zitationshilfe
„mannhaft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/mannhaft>, abgerufen am 06.12.2019.

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