marschieren

GrammatikVerb · marschiert, marschierte, ist marschiert
Aussprache
Worttrennungmar-schie-ren
Wortbildung mit ›marschieren‹ als Erstglied: ↗Marschierer  ·  mit ›marschieren‹ als Letztglied: ↗abmarschieren · ↗anmarschieren · ↗aufmarschieren · ↗ausmarschieren · ↗durchmarschieren · ↗einmarschieren · ↗fortmarschieren · ↗hinausmarschieren · ↗hindurchmarschieren · ↗hineinmarschieren · ↗hinmarschieren · ↗losmarschieren · ↗mitmarschieren · ↗voranmarschieren · ↗vorbeimarschieren · ↗vormarschieren · ↗wegmarschieren · ↗weitermarschieren · ↗zumarschieren · ↗zurückmarschieren
eWDG, 1974

Bedeutung

über größere Entfernungen (in einer geordneten Gruppe) zu Fuß gehen
Beispiele:
im Gleichschritt, auf Vordermann marschieren
umgangssprachlichim Gänsemarsch marschieren
eine Kompanie Soldaten marschiert durch die Stadt
die Armee war nach Süden, in den Krieg, gegen den Feind marschiert
die Demonstranten marschierten zum Rathaus
eine Schar junger Leute ist singend durch die Straßen marschiert
Ich ... marschierte bei herrlichstem Wetter durch das Höllental über den Schwarzwald nach Neustadt [BebelAus meinem Leben44]
umgangssprachlich entschlossen und zielstrebig gehen
Beispiele:
der Diskussionsredner marschierte nach vorn zum Pult
Gradewegs marschiert Pinneberg in Bergmanns Laden [FalladaKleiner Mann91]
bildlich
Beispiel:
sie ... ließ die Augen nach rechts und links marschieren [G. HermannKubinke115]
übertragen
Beispiel:
die ganze Angelegenheit marschierte (= lief) in die falsche Richtung
etw. marschiertetw. setzt sich durch, gewinnt an Bedeutung
Beispiel:
Sie sehen, die Zivilisation marschiert [BredelVäter109]
mit jmdm. marschierenjmdm. folgen, sich jmdm. anschließen
Beispiel:
wo doch die Zeitungsberichte deutlich machen, wer mit den Faschisten marschiert ist [Diggelm.Hinterlassenschaft129]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Marsch1 · marschieren
Marsch1 m. ‘Fortbewegung zu Fuß über größere Entfernungen’, besonders ‘geordnete Bewegung einer militärischen Einheit über eine längere Strecke’ sowie ‘militärisches Aufbruchssignal’ (1. Hälfte 17. Jh.), dann auch ‘dem Marschtritt angepaßtes, durch seinen gleichmäßigen Rhythmus das Marschieren unterstützendes Musikstück’ (18. Jh.), in allen Bedeutungen entlehnt (mit Genuswechsel, vielleicht nach Zug m.) aus mfrz. frz. marche f., das sich bereits im 16. Jh. zum militärischen Terminus für die geordnete Truppenbewegung entwickelt hat und auf Grund der Vorbildwirkung der französischen Armee ins Dt. gelangt (bis ins 18. Jh. auch Marche, March geschrieben). Afrz. mfrz. marche, zunächst im Sinne von ‘Tritt, Fährte, Spur’ und (mfrz.) ‘das Gehen, Gangart’, ist abgeleitet von afrz. marchier ‘mit den Füßen treten, zu Fuß durchwandern, gehen’, frz. marcher ‘vorwärts gehen, marschieren’, das germ. Herkunft ist und etymologisch zu der unter ↗Mark (s. d.) behandelten Wortgruppe gehört. Daher ist als ursprüngliche Bedeutung des Verbs wohl ‘(mit den Füßen) ein Zeichen eindrücken, eine Fußspur hinterlassen’ anzusetzen. marschieren Vb. ‘gleichmäßig ausschreiten, in geschlossener Gruppe bzw. im Gleichschritt gehen’ (Anfang 17. Jh.), vgl. frz. marcher (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
im Gleichschritt gehen · in Reih und Glied gehen · marschieren · ↗paradieren
Oberbegriffe
  • einen Fuß vor den anderen setzen · ↗gehen · ↗laufen  ●  zu Fuß gehen  Hauptform · ↗latschen  ugs., salopp · zu Fuß laufen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Brandenburger Demonstrant Fahne Gleichschritt Kolonne Neonazi Richtung Spitz Stechschritt abmarschieren anmarschieren auf aufmarschieren durchmarschieren einmarschieren entgegenmarschieren getrennt hermarschieren hinausmarschieren hineinmarschieren losmarschieren mitmarschieren schnurstracks voranmarschieren vorbeimarschieren vormarschieren vorneweg weitermarschieren zumarschieren zurückmarschieren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›marschieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber sobald die Beamten weg waren, marschierte er hinten wieder rein.
Süddeutsche Zeitung, 09.10.1997
So sind wir an diesem Tag doch wieder im ganzen rund 20 km marschiert.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1945. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1945], S. 177
Und dazu sind wir marschiert von morgens 9.00 Uhr bis abends um 18.00 Uhr.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 05.06.1941, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Ich marschierte durch Nord, über den Lerchenberg und durch die Stadt, ohne jemandem zu begegnen.
Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 977
Ihr wart aber nicht in einer gefährlichen Steilwand, ihr wart in ein anderes Land marschiert, um zu erobern und zu morden.
Hahn, Ulla: Unscharfe Bilder, München: Deutsche Verlags-Anstalt 2003, S. 74
Zitationshilfe
„marschieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/marschieren>, abgerufen am 12.12.2019.

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