Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

maschinell

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung ma-schi-nell
Wortzerlegung Maschine -ell
Herkunft aus machinalfrz ‘maschinenmäßig, mechanisch’
eWDG

Bedeutung

mit Hilfe einer Maschine
Beispiele:
die maschinelle Ernte von Baumwolle, Kartoffeln
diese Tischdecke wurde maschinell bestickt
eine Maschine betreffend
Beispiel:
maschinelle Einrichtungen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Maschine · maschinell · Maschinist · Maschinerie
Maschine f. technischer Apparat zur Übertragung von Kraft und zur Ausführung von Arbeitsgängen. Im 17. Jh. wird frz. machine als Bezeichnung für militärische Werkzeuge und Apparate in Festungsbau und Belagerungskunst (zuerst in frz. Schreibweise, ältere dafür übliche Ausdrücke wie Handwerk, Rüstzeug, Kunst sowie in dt. Texten gebrauchtes lat. māchina verdrängend) übernommen. Mfrz. frz. machine ist entlehnt aus lat. māchina ‘technisches Gerät (im Bau-, Kriegs- und Transportwesen), Gerüst, Bühne, Kunstgriff, List’, übertragen auch ‘Weltgebäude’, aus griech. (dor.) māchanā́ (μαχανά), (att.) mēchanḗ (μηχανή) ‘Mittel, Hilfsmittel, Erfindung, Apparat, Kunstgriff’ (s. Mechanik). Im 18. Jh. gilt Maschine auch für die durch eine mechanische Vorrichtung auf die Szene gebrachte Göttererscheinung im Theater, die in die Handlung eingreift und Verwicklungen löst (vgl. nlat. deus ex machina ‘der Gott aus der Maschine’), dann auch (in Epik und Dramatik) ‘gewollt erscheinende, zufällige Lösung von Verwicklungen, unerwartet und unmotiviert eintretende Hilfe’. Maschine steht seit dem 18. Jh. häufig als Grundwort in Bezeichnungen für technische Neuerungen: Dampfmaschine f., Rechenmaschine f., Schreibmaschine f., Waschmaschine f., Nähmaschine (Mitte 19. Jh.). – maschinell Adj. ‘mit Hilfe einer Maschine, auf einer Maschine beruhend’ (19. Jh.), mit Suffixaustausch nach frz. machinal ‘maschinenmäßig, mechanisch’. Maschinist m. ‘Maschinenwärter’ (19. Jh.), zuvor ‘wer im Theater die technischen Einrichtungen bedient’ (18. Jh.), frz. machiniste. Maschinerie f. ‘maschinelle Einrichtung, Gesamtheit der Maschinen eines Betriebes’ (18. Jh.), anfangs häufig von Theatermaschinen, mit französierender Endung (gleichbed. frz. machinerie erst seit 1805).

Thesaurus

Synonymgruppe
automatisiert · maschinell · mit Hilfe von Maschinen · mit Maschinenkraft
Synonymgruppe
maschinell · maschinenartig · maschinenmäßig  ●  maschinesk  geh., literarisch
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›maschinell‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›maschinell‹.

Verwendungsbeispiele für ›maschinell‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie waren früher eher für ihre Arbeiten auf dem Gebiet des maschinellen Verstehens von Texten bekannt. [C’t, 1994, Nr. 1]
Viel schneller als die mühselige Suche per Hand wären maschinelle Methoden. [Die Zeit, 09.02.1996, Nr. 7]
Während dieses Jahres wird die maschinell bearbeitete Fläche über 100 Mill. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1960]]
Doch ist deswegen eine prophylaktische maschinelle Überwachung aller Nutzer gerechtfertigt? [Die Zeit, 06.08.2012, Nr. 32]
Seit den jüngsten Jahrzehnten wird das Läuten mehr und mehr auf maschinellem Wege vorgenommen. [Mahrenholz, Christhard u. Hickmann, Hans: Glocken. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1956], S. 27819]
Zitationshilfe
„maschinell“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/maschinell>.

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