maskieren

GrammatikVerb · maskierte, hat maskiert
Aussprache
Worttrennungmas-kie-ren
HerkunftArabisch → Französisch
Wortbildung mit ›maskieren‹ als Erstglied: ↗Maskierung  ·  mit ›maskieren‹ als Letztglied: ↗demaskieren
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
sich, jmdn. mit einer Maske, einem Maskenkostüm verkleiden
Beispiele:
ich maskierte mich als Torero, Seemann
sie will sich als Spanierin maskieren
zwei maskierte Männer drangen in das Haus ein
Der Schiedsrichter dieser komischen Lustbarkeit war weder maskiert noch kostümiert [HartungWunderkinder170]
2.
etw. verdecken, tarnen
Beispiele:
ein Kamin maskierte die Zentralheizung
Sie maskierten ihr Verhältnis sorgfältig und auch vor sich als geistige Freundschaft [MusilDrei Frauen73]
Wallenstein habe die Schlacht verloren und mit dieser Exekution seine Schande maskieren wollen [Ric. HuchDreißigjähr. Krieg2,97]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Maske · Maskerade · maskieren · demaskieren
Maske f. ‘Gesichtslarve, Kostüm’ (17. Jh.), ‘Verkleideter’ (18. Jh.), Entlehnung von gleichbed. frz. masque, das auf ital. maschera, obital. mascara zurückgeht. Die Herkunft des Ausdrucks ist umstritten. FEW 6, 1, 437 ff. erschließt aus zahlreichen roman. Formen ein voraufgehendes *maskaro- ‘schwarz, mit Ruß bedeckt, Ruß’ und nimmt für die ital. Formen eine frühe Bedeutung ‘mit Ruß geschwärzte Maske, mit Ruß geschwärztes Gesicht’ an. Ein der Ableitung *maskaro- zugrundeliegendes *mask- ‘schwarz’ zeigt sich in aprov. masca ‘Hexe’ ebenso wie in spätlat. bzw. mlat. masca, bezeugt für ‘Hexe’ im Edictus Rothari der Langobarden (643), für ‘Maske’ in England (680) und in Italien (1192). Auszugehen ist dabei von einer ursprünglichen Bedeutung ‘schwarze dämonische Gestalt’ bzw. ‘die eine solche Gestalt darstellende Maske’. Da FEW eine Herleitung von *mask- aus dem Germ. oder Arab. ablehnt, auch kelt. Anknüpfungen sich nicht bieten, nimmt es Herkunft aus einem nicht-ie. Substrat an und verweist dazu auf bask. maskal ‘Straßenkot, Schmutzrand am Saum der Kleidung’. Maskerade f. ‘Maskenzug, -fest, Verkleidung’, Entlehnung (Ende 16. Jh.) von gleichbed. obital. mascarata, ital. mascherata, dann auch von gleichfalls dem Ital. folgendem frz. mascarade (vgl. die frühen im Dt. vorkommenden Schreibungen Mascarada, Mascarade, Plur. Mascaradas, Mascaraden). Die Formen Masquerade, Maskerade (seit Mitte 17. Jh.) verdanken ihre Entstehung wohl erst dem Einfluß von zu dieser Zeit übernommenem frz. masque (s. oben). maskieren Vb. ‘eine Maske umlegen, verkleiden’ (um 1700), frz. masquer; demaskieren Vb. ‘die Maske abziehen, entlarven’ (18. Jh.), frz. démasquer.

Thesaurus

Synonymgruppe
kostümieren · maskieren · ↗verkleiden
Synonymgruppe
maskieren · unkenntlich machen · ↗verbergen
Synonymgruppe
camouflieren · den Blicken entziehen · ↗kaschieren · maskieren · ↗tarnen · ↗verbergen · ↗verhehlen · ↗verheimlichen · ↗verstecken
Assoziationen
Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
(sehr) günstig darstellen · ↗beschönigen · ↗frisieren · ↗herunterspielen · maskieren · positiv darstellen · ↗schönen · ↗schönfärben · ↗schönreden · ↗verbrämen · ↗verharmlosen · ↗verhüllen · ↗verschleiern · ↗übertünchen  ●  in ein gutes Licht rücken  fig. · ins rechte Licht rücken  fig. · ins rechte Licht setzen  fig. · ↗weichspülen  fig. · ↗aufputzen  ugs. · ↗bemänteln  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Absicht Bit Gesicht Halstuch Motorradhelm Mütze Räuber Schal Sehschlitz Skimütze Sonnenbrille Strickmütze Strumpfhose Strumpfmaske Sturmhaube Tat Tuch Täter Wollmütze als bedrohen bekleiden bewaffnen kleiden kostümieren stürmen verkleiden verstellen Überfall überfallen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›maskieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch in diesem Fall war nur einer der Männer maskiert.
Der Tagesspiegel, 19.09.2000
Die „Argumente“ kommen nicht mehr nur in Gestalt theoretischer Sätze, sondern maskiert als Gag, und sie gewinnen so literarische Qualität.
Die Zeit, 19.09.1986, Nr. 39
Ich habe sie so gut maskiert, daß niemand ihn erraten wird.
Sudermann, Hermann: Das Bilderbuch meiner Jugend. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 680
Wie würden Sie eine solche Sendung herrichten, um sie möglichst täuschend und ohne gegen die postamtliche Bestimmung zu verstoßen, als Brief zu maskieren?
Reklame-Praxis, 1924, Nr. 6, Bd. 1
Aus einer Welt, die in ihre abstrakten Institutionen zerfällt und sich hinter Historismen maskiert, will er wieder zu organischen, ganzheitlichen Bindungen zurückkehren.
Hofmann, Werner: Das irdische Paradies, München: Prestel 1991 [1960], S. 208
Zitationshilfe
„maskieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/maskieren>, abgerufen am 15.11.2018.

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