maulen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungmau-len (computergeneriert)
Wortbildung mit ›maulen‹ als Letztglied: ↗anmaulen · ↗herummaulen  ·  mit ›maulen‹ als Grundform: ↗Gemaul · ↗Gemaule
eWDG, 1974

Bedeutung

salopp murren, mürrisch und trotzig sein, schmollen
Beispiele:
das Kind saß in der Ecke und maulte
der Junge mault, weil er mit der Entscheidung nicht einverstanden ist
er mault schon den ganzen Tag mit seiner Frau
maulend kam er der Aufforderung nach
In der Kälte zusammenschauernd, maulte Hortense mürrisch [ApitzNackt141]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Maul · maulen · Maulaffe · Maulkorb
Maul n. Die Bezeichnung für die Mundöffnung verschiedener Tiere ahd. mūla f. (10. Jh.), mhd. mūl(e) n., mūle f., auch ‘menschlicher Mund’, mnd. mūl n., mūle f., mnl. mūle, muul f. m., nl. muil m., afries. mūla, anord. mūli m. ‘obere Lippe eines Tieres, Maul, Landspitze’, schwed. mule ‘Maul’ (germ. *mūla- m., *mūlō f., *mūlōn n.), dazu vgl. auch got. faúrmūljan ‘das Maul verbinden’, läßt sich zu (unterschiedliche weiterbildende Formantien aufweisenden) außergerm. Verwandten wie griech. mýllon (μύλλον) ‘Lippe’, aind. mū́kaḥ, griech. mykós (μυκός), myttós (μυττός), lat. mūtus ‘stumm’ stellen. Auszugehen ist von einer Schallwurzel ie. *mū̌- ‘einen dumpfen Laut von sich geben (auch mit geschlossenem Mund), undeutlich reden, unartikuliert murmeln’, aber auch ‘stumm’ sowie ‘Mund, Maul’ (s. auch ↗muhen, ↗mucken, ↗Mops). Die im Mhd. eingetretene Erweiterung der Anwendung auf den menschlichen Mund gilt (nicht pejorativ) noch heute in vielen Mundarten. maulen Vb. ‘mürrisch, trotzig reden und aufbegehren, schmollen’ (16. Jh.). Maulaffe m. ‘mit offenem Mund gaffender Mensch’ (15. Jh.), in der Wendung Maulaffen feilhalten ‘mit offenem Mund untätig herumstehen und zusehen’ (18. Jh.), älter Maulaffen feil haben (17. Jh.). Möglicherweise bezeichnet Maulaffe ursprünglich den als menschlichen Kopf geformten Kienspanhalter aus Ton, in dessen geöffneten Mund der Kienspan gesteckt wird. Maulkorb m. ‘Beißkorb für Tiere’, auch ‘Futterkorb’, den man den Tieren umhängt (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(seinem) Ärger Luft machen · ↗(sich) beklagen · ↗(sich) beschweren · (sich) unzufrieden äußern · ↗beckmessern · ↗bekritteln · ↗bemäkeln · ↗herumkritisieren (an) · ↗herummeckern · ↗herumnörgeln (an) · immer (et)was auszusetzen haben · immer (et)was zu meckern haben · ↗murren · ↗mäkeln · ↗räsonieren  ●  ↗reklamieren  schweiz. · (he)rumjaulen  ugs., salopp, fig. · (seinen) Frust loswerden (wollen)  ugs. · (seinen) Frust rauslassen  ugs. · ↗(sich) auskotzen  derb · Frust ablassen  ugs. · ↗abkotzen  derb, fig. · ↗granteln  ugs., österr., bair. · ↗herummaulen  ugs. · ↗herummotzen  ugs. · ↗herummäkeln (an)  ugs. · maulen  ugs. · ↗meckern  ugs. · ↗mosern  ugs. · ↗motzen  ugs. · ↗nölen  ugs. · ↗nörgeln  ugs., Hauptform · ↗pöbeln  ugs. · ↗quengeln  ugs. · ↗raunzen  ugs., österr. · rummaulen  ugs. · rummeckern  ugs. · rummotzen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Fan Kritiker Opposition Trainer an anmaulen auf beleidigt da darüber herum hin hinterher jammern laut leise meckern motzen murren nach rum rummaulen schimpfen zurück zwar

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›maulen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seine drei Tischnachbarn wundern sich nicht, niemand mault: Muss das immer sein?
Die Zeit, 14.03.2011, Nr. 11
Als eine Frau sie aufforderte zu helfen, hätten die drei nur gemault.
Der Tagesspiegel, 17.11.2004
Der »Bruder Innerlich« jedoch mault beleidigt und plädiert dafür, dem Körper noch einige Minuten der Ruhe zu gönnen.
Smolka, Karl: Gutes Benehmen von A - Z. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1957], S. 28159
Sie maulte etwas, zugleich Widerspruch und Bestätigung, und zog hinter sich die Tür zu.
Wellershoff, Dieter: Die Sirene, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1980, S. 38
Aus der einfachen Gegenüberstellung von Tatsachen maulten unversehens ganze Batterien von Vorwürfen auf Alissa ein.
Walser, Martin: Halbzeit, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1960], S. 11
Zitationshilfe
„maulen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/maulen>, abgerufen am 18.10.2019.

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