mausig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungmau-sig
eWDG, 1974

Bedeutung

salopp sich mausig machenkeck, vorlaut auftreten, sich vordrängen
Beispiele:
mach dich nur nicht schon wieder mausig!
er wird sich hüten, sich nach dieser Angelegenheit noch einmal mausig zu machen
Wie kann noch von vernünftiger Politik die Rede sein, wenn die Gazetten und Briefschreiber sich so mausig machen [TralowNeuhoff396]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

mausern · Mauser · mausig
mausern Vb. (reflexiv) ‘die Federn wechseln’, übertragen ‘sich zu seinem Vorteil verändern, sich herausmachen’. Ahd. gimūʒōn ‘wechseln, verändern, verwandeln’ (9. Jh.), mhd. mūʒen ‘wechseln, tauschen’ ist entlehnt aus lat. mūtāre ‘(ver)ändern, verwechseln, vertauschen’. Mhd. mūʒen entwickelt in reflexiver Verwendung den Sinn ‘die Federn wechseln’, auch (von Amphibien) ‘die Haut wechseln’, und gewinnt als Terminus der Falknerei weite Verbreitung, während die alte, umfassendere Bedeutung schwindet. Noch im 19. Jh. ist entsprechendes nhd. sich mausen gebräuchlich, wird aber durch die im 18. Jh. entstandene Weiterbildung mausern verdrängt, die wohl an Mauser m. ‘sich mausernder Vogel’ anknüpft; vgl. mhd. mūʒære ‘Jagdvogel, der den Wechsel der Federn überstanden hat, also mindestens ein Jahr alt ist’ und die Zusammensetzungen mūʒerhabech, -sperwære, -valke. Mauser f. ‘Federwechsel der Vögel’ (19. Jh.). Voraus geht gleichbed. mhd. mūʒe f., auch ‘Hautwechsel der Amphibien, Haarwechsel der Landtiere’, entlehnt aus mlat. muta ‘Mauser der Vögel’. Auch hier gilt bis ins 19. Jh. Mause, das dann von Mauser (entsprechend mausern, s. oben) abgelöst wird. mausig Adj. nur in der Wendung sich mausig machen ‘sich wichtig machen, übermütig sein’ (16. Jh.), die ein in der Falknerei gebrauchtes mausig ‘(nach der Mauser) kräftig, angriffslustig’ (vom Jagdvogel) voraussetzt.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Macht sich aber die kleine Rinser mausig, weist das bereits auf die Freiheitskämpferin von morgen hin.
Die Zeit, 08.05.1981, Nr. 20
Was sich bei uns so mausig macht, das sollte mal ins Freie!
Tucholsky, Kurt: Immer raus mit der Mutter . . . ! In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1924], S. 24643
Aber der Herr Funder möge von mir den Rat annehmen, sich mit seinen Beziehungen zu Lammasch nicht zu mausig zu machen.
Die Fackel [Elektronische Ressource], 2002 [1920]
Aber nun machten sich die Arbeiter mausig.
Der Spiegel, 27.07.1987
Er macht sich mausig.
Die Zeit, 29.09.1967, Nr. 39
Zitationshilfe
„mausig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/mausig>, abgerufen am 17.08.2019.

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