mechanisch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungme-cha-nisch
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›mechanisch‹ als Erstglied: ↗Mechanik · ↗mechanisieren  ·  mit ›mechanisch‹ als Letztglied: ↗biomechanisch · ↗elektromechanisch · ↗feinmechanisch · ↗fotomechanisch · ↗photomechanisch · ↗quantenmechanisch
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Physik durch die Gesetze der Mechanik bestimmt, nach den Gesetzen der Mechanik wirkend
Beispiele:
mechanische Kraft, Energie
das mechanische Gleichgewicht
eine mechanische Reaktion
ein mechanischer Effekt
Philosophie der mechanische Materialismus
2.
durch Einflüsse von Körpern oder von Kräften auf Körper bewirkt
Beispiele:
eine mechanische Beanspruchung, Beschädigung, Abnutzung
ein mechanischer Reiz
die mechanische (= mit Werkzeugen vorgenommene) Oberflächenbehandlung
etw. mit einem mechanischen (= gegenständlichen) Schutz umgeben
3.
maschinell, mechanisiert
Beispiele:
sich auf eine mechanische Fertigung, auf mechanischen Betrieb umstellen
etw. in mechanischem Verfahren herstellen
etw. mechanisch vervielfältigen
mit einem Mechanismus versehen
Beispiele:
eine mechanische Weberei
der mechanische Webstuhl
mechanisches Spielzeug
4.
ohne Willensantrieb und Aufmerksamkeit vor sich gehend, unwillkürlich, zwangsläufig
Beispiele:
eine mechanische Handlung, Bewegung, Reaktion
eine Bewegung mechanisch ausführen
mechanisch die Hand heben, den Kopf schütteln, nach etw. fassen
etw. mechanisch einlernen, aufsagen
eine mechanische (= ohne Mitdenken auszuführende, gleichförmige) Arbeit, Beschäftigung
Er tat es mechanisch, während sein Geist mit dem Eindruck der letzten Stunden beschäftigt war [G. Hauptm.Prosa4,40]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mechanik · mechanisch · Mechanikus · Mechaniker · Mechanismus · mechanisieren
Mechanik f. Lehre von Gleichgewicht und Bewegung der Körper, ‘Maschinenkunde, Getriebe’, entlehnt (17. Jh.) aus spätlat. mēchanica, griech. mēchaniká (μηχανικά), mēchanikḗ (téchnē) (μηχανικὴ τέχνη) ‘Wissenschaft von den Gesetzen und der Bewegung der Körper’. Lat. mēchanicus, griech. mēchanikós (μηχανικός) ‘erfinderisch, kunstreich, geschickt, zu Maschinen gehörig’, substantiviert ‘Maschinenbauer’, abgeleitet von griech. mēchanḗ (μηχανή) ‘(Hilfs)mittel, Erfindung, Apparat, Kunstgriff, List’, ergibt mechanisch Adj. ‘zur Mechanik gehörig’ (16. Jh.), danach ‘unbewußt, gewohnheitsmäßig’ (18. Jh.), und Mechanikus m. (16. Jh.), im 19. Jh. abgelöst durch Ende des 18. Jhs. aufkommendes Mechaniker m. ‘Feinschlosser, Facharbeiter zur Wartung und Reparatur von Apparaten und Maschinen’. Mechanismus m. ‘Getriebe, Zusammenspiel von allen Teilen einer Maschine, selbsttätiger, maschinenmäßiger Ablauf’ (18. Jh.), frz. mécanisme, im Dt. lautlich relatinisiert. mechanisieren Vb. ‘auf mechanischen Ablauf umstellen, Handarbeit durch Maschinenarbeit ablösen’ (20. Jh.), frz. mécaniser.

Thesaurus

Synonymgruppe
mechanisch · ↗routinemäßig · ↗schablonenhaft · ↗schematisch · ↗stereotyp  ●  nach Schema F  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Armbanduhr Aufstiegshilfe Bauteil Beanspruchung Beschädigung Eigenschaft Festigkeit Klavier Lader Musikinstrument Puppe Rechenmaschine Reiz Reizung Schreibmaschine Schwingung Spielzeug Traktur Uhrwerk Vervielfältigungsrecht Vervielfältigungsrechte Vorrichtung Webstuhl Zünder chemisch elektrisch elektronisch hydraulisch rein thermisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›mechanisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Übergang von mechanischen zu elektronischen Übertragungssystemen bahnte sich an.
Der Tagesspiegel, 26.08.1999
Bei diesem mechanischen Arrangieren kann es schon mal passieren, daß ein Teil vergessen wird.
Süddeutsche Zeitung, 10.11.1997
Die mechanische Untersuchung der Bewegungen betrachtet diese nach äußeren Kräften.
Hoke, Ralph Johann u. Schmith, Otto: Grundlagen und Methodik der Leichtathletik, Leipzig: Barth 1937, S. 27
Wenn ich nicht E. vorlese, liest sie überhaupt nichts mehr, und kommt vom trostlosen Brüten bei mechanischer Arbeit gar nicht mehr frei.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1932. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1932], S. 278
Er nickte nur immer mechanisch mit dem Kopf vor sich hin.
Dohm, Hedwig: Christa Ruland. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1902], S. 10151
Zitationshilfe
„mechanisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/mechanisch>, abgerufen am 24.10.2019.

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