meißeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungmei-ßeln
Wortbildung mit ›meißeln‹ als Erstglied: ↗Meißelung  ·  mit ›meißeln‹ als Letztglied: ↗abmeißeln · ↗aufmeißeln · ↗ausmeißeln · ↗einmeißeln · ↗herausmeißeln
eWDG, 1974

Bedeutung

mit dem Meißel arbeiten
Beispiele:
hier ist kein anderes Verfahren möglich, hier muss man meißeln
hämmern und meißeln
etw. mit dem Meißel herstellen
Beispiele:
ein Bild, eine Statue meißeln
diese Inschrift ist gemeißelt
ein Obelisk, aus Marmor gemeißelt
etw. in etw. meißeln
Beispiele:
eine Inschrift in den Stein meißeln
sie hat einen Hals wie gemeißelt
Gloria Burmann war eine Frau von römischem Typ, von einer ... gleichsam gemeißelten Schönheit [JohoWendemarke153]
etw. mit dem Meißel bearbeiten
Beispiel:
einen Steinblock meißeln
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Meißel · meißeln
Meißel m. ‘keilartig zugespitztes Werkzeug’, ahd. meiʒil (9. Jh.), mhd. meiʒel, anord. meitill, norw. (mundartlich) meitel ist mit dem Suffix für Gerätebezeichnungen germ. -ila- zu einem (im Nhd. ausgestorbenen) starken Verb ahd. meiʒan ‘(ein-, zer)schneiden’ (9. Jh.; vgl. gimeiʒan, um 800), mhd. meiʒen ‘hauen, schneiden, ab-, einschneiden’, got. maitan ‘hauen, schneiden’ gebildet (germ. *maitan, wozu auch ↗Ameise, s. d.). Erschließbar ist eine d-Erweiterung der Wurzel ie. *mai- ‘hauen, abhauen, mit einem scharfen Werkzeug bearbeiten’, wozu auch air. māel ‘kahl, stumpf, ohne Hörner’ und (als t-Erweiterung) griech. mítylos (μίτυλος) ‘verstümmelt, ohne Hörner’ gehören. Ie. *mai- ist vielleicht als s-lose Ablautform der unter ↗Schmied (s. d.) angeführten Wurzel ie. *smēi- bzw. *sməi- ‘schnitzen, mit einem scharfen Werkzeug arbeiten’ aufzufassen. meißeln Vb. mhd. meiʒeln.

Thesaurus

Synonymgruppe
eingravieren · ↗einmeißeln · ↗gravieren · meißeln

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bildhauer Büste Fels Felswand Grabstein Granit Inschrift Kalkstein Marmor Marmorblock Monument Relief Sandstein Schriftzeichen Stabilitätspakt Standbild Statue Stein Steinmetz Stele Taste bohren einmeißeln feilen heraus herausmeißeln herummeißeln hämmern schleifen schnitzen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›meißeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Diese Zahlen seien aber «nicht in Stein gemeißelt», fügte er hinzu.
Die Zeit, 22.06.2010 (online)
Allerdings ist die Definition des Begriffs noch nicht in Stein gemeißelt.
Die Welt, 22.01.2003
Aber Kleist »singt nicht, er meißelt stumm; er vergewaltigt seine innere Musik« (Benz).
Heim, Karl: Kleist (Familie). In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1958], S. 38358
Die fünf wurden jetzt hereingeführt, nackt, schneeig, wie aus Alabaster gemeißelt.
Stucken, Eduard: Die weißen Götter, Stuttgart: Stuttgarter Hausbücherei [1960] [1919], S. 26
Da die Tafeln symmetrisch sein sollten, mußten hier die Namen kleiner gemeißelt werden.
Rosendorfer, Herbert: Großes Solo für Anton, Zürich: Diogenes 2000 [1976], S. 237
Zitationshilfe
„meißeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/meißeln>, abgerufen am 10.12.2019.

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