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meißeln

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung mei-ßeln
Wortbildung  mit ›meißeln‹ als Erstglied: Meißelung  ·  mit ›meißeln‹ als Letztglied: abmeißeln · aufmeißeln · ausmeißeln · einmeißeln · herausmeißeln
Mehrwortausdrücke  in Stein gemeißelt
eWDG

Bedeutung

mit dem Meißel arbeiten
Beispiele:
hier ist kein anderes Verfahren möglich, hier muss man meißeln
hämmern und meißeln
etw. mit dem Meißel herstellen
Beispiele:
ein Bild, eine Statue meißeln
diese Inschrift ist gemeißelt
ein Obelisk, aus Marmor gemeißelt
etw. in etw. meißeln
Beispiele:
eine Inschrift in den Stein meißeln
sie hat einen Hals wie gemeißelt
Gloria Burmann war eine Frau von römischem Typ, von einer … gleichsam gemeißelten Schönheit [ JohoWendemarke153]
etw. mit dem Meißel bearbeiten
Beispiel:
einen Steinblock meißeln
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Meißel · meißeln
Meißel m. ‘keilartig zugespitztes Werkzeug’, ahd. meiʒil (9. Jh.), mhd. meiʒel, anord. meitill, norw. (mundartlich) meitel ist mit dem Suffix für Gerätebezeichnungen germ. -ila- zu einem (im Nhd. ausgestorbenen) starken Verb ahd. meiʒan ‘(ein-, zer)schneiden’ (9. Jh.; vgl. gimeiʒan, um 800), mhd. meiʒen ‘hauen, schneiden, ab-, einschneiden’, got. maitan ‘hauen, schneiden’ gebildet (germ. *maitan, wozu auch Ameise, s. d.). Erschließbar ist eine d-Erweiterung der Wurzel ie. *mai- ‘hauen, abhauen, mit einem scharfen Werkzeug bearbeiten’, wozu auch air. māel ‘kahl, stumpf, ohne Hörner’ und (als t-Erweiterung) griech. mítylos (μίτυλος) ‘verstümmelt, ohne Hörner’ gehören. Ie. *mai- ist vielleicht als s-lose Ablautform der unter Schmied (s. d.) angeführten Wurzel ie. *smēi- bzw. *sməi- ‘schnitzen, mit einem scharfen Werkzeug arbeiten’ aufzufassen. – meißeln Vb. mhd. meiʒeln.

Thesaurus

Synonymgruppe
eingravieren · einmeißeln · gravieren · meißeln

Typische Verbindungen zu ›meißeln‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›meißeln‹.

Verwendungsbeispiele für ›meißeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Diese Zahlen seien aber «nicht in Stein gemeißelt», fügte er hinzu. [Die Zeit, 22.06.2010 (online)]
Unten ragen die Füße heraus, grau, blutleer, wie aus Stein gemeißelt. [Die Zeit, 25.07.2006, Nr. 30]
Allerdings ist die Definition des Begriffs noch nicht in Stein gemeißelt. [Die Welt, 22.01.2003]
Da wirkt der Name Keck gleich wie in Stein gemeißelt. [Die Welt, 06.03.1999]
Aber Kleist »singt nicht, er meißelt stumm; er vergewaltigt seine innere Musik« (Benz). [Heim, Karl: Kleist (Familie). In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1958], S. 38358]
Zitationshilfe
„meißeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/mei%C3%9Feln>.

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