meiden

GrammatikVerb · mied, hat gemieden
Aussprache
Worttrennungmei-den (computergeneriert)
Wortbildung mit ›meiden‹ als Erstglied: ↗Meidung
eWDG, 1974

Bedeutung

sich von etw., jmdm. fernhalten, sich bemühen, mit etw., jmdm. nicht in Berührung zu kommen
Beispiele:
den Umgang mit jmdm., jmds. Umgang, Gesellschaft meiden
einen Ort meiden (wie die Pest)
wegen seines Magenleidens meidet er scharfe, fette Speisen (= ißt er keine scharfen, fetten Speisen)
Kraftfahrer, meidet den Alkohol!
er wird von seinen Freunden gemieden
sie mieden einander
Fiete ging nun in die Jugendversammlungen, die er immer gemieden hatte [SeegerHabicht246]
Die meisten Dorfleute mieden den Sonderling Ole [StrittmatterBienkopp36]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

meiden · vermeiden
meiden Vb. ‘sich fernhalten von, aus dem Wege gehen, nicht zu treffen, nicht zu tun suchen’, ahd. mīdan (9. Jh.), mhd. mīden ‘ausweichen, entfliehen, sich von jmdm., etw. fernhalten, etw. lassen, unterlassen, verheimlichen’, asächs. mīðan, mnd. mnl. mīden, nl. mijden, aengl. mīþan ‘(sich) verbergen, verheimlichen’. Das nur westgerm. bezeugte Verb *meiþan stellt sich wie verwandtes ↗miß-, ↗missen (s. d.) und got. maidjan ‘tauschen, verfälschen’ mit aind. mḗthati ‘zürnt, befeindet, kommt in Streit’, mitháḥ ‘gegenseitig, wechselweise’, aslaw. mitě ‘abwechselnd’, russ.-kslaw. mitusъ, mitusь ‘abwechselnd, wechselseitig, gegenseitig’, lett. mitēties ‘aufhören, nachlassen’, lat. mūtāre ‘ändern, tauschen’ zu ie. *meit(h)-, einer Dentalerweiterung der Wurzel ie. *mei- ‘wechseln, tauschen’, so daß als Ausgangsbedeutung ‘den Ort wechseln, sich fernhalten’ anzusetzen ist. Die unerweiterte Wurzel liegt vor in aind. ni-mayatē ‘tauscht’, lett. mīt ‘tauschen, wechseln’. Nasalsuffix zeigen die unter ↗Meineid und ↗gemein (s. d.) genannten Formen. vermeiden Vb. ‘vor etw. ausweichen, aus dem Wege gehen, es nicht dazu kommen lassen’, ahd. firmīdan (8. Jh.), mhd. vermīden ‘fernbleiben von, ausweichen, unterlassen, verschonen, fernhalten’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) aus der Verantwortung stehlen · ↗(sich) davonstehlen · (sich) der Verantwortung entziehen · (sich) einen schlanken Fuß machen · ↗(sich) entziehen · (sich) nicht stellen · aus dem Wege gehen · ↗ausweichen · meiden · ↗scheuen  ●  (sich) drücken (vor)  ugs. · (sich) herumdrücken (um)  ugs. · ↗fliehen (literar.)  geh. · ↗kneifen  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
auf Abstand bleiben · meiden · ↗scheuen · ↗umgehen · ↗vermeiden · versuchen zu vermeiden · zu vermeiden suchen  ●  (etwas) meiden wie der Teufel das Weihwasser  sprichwörtlich · (sich) vor etwas drücken  ugs. · ↗bleiben lassen  ugs. · ↗bleibenlassen  ugs. · ↗einen (weiten) Bogen machen (um)  ugs.
Assoziationen
  • (die) Finger lassen (von) · nicht anfassen · nicht anrühren  ●  nicht anpacken  ugs. · nicht gehen an  ugs.
  • aufpassen, dass man jemandem/einer Sache nicht zu nahe kommt · einen Bogen schlagen (um)  ●  einen großen Bogen machen um  auch figurativ

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alkohol Anleger Autofahrer Blickkontakt Extrem Gegend Innenstadt Investor Konfrontation Kontakt Menschenansammlung Pathos Pest Rampenlicht Risiko Teufel Tourist Urlauber Verkehrsmittel Weihwasser eher fortan konsequent lieber möglichst tunlichst weiträumig Öffentlichkeit ängstlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›meiden‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn man nicht betroffen ist, sollte man das Gebiet meiden.
Der Tagesspiegel, 12.10.2001
Außerdem müsse er Orte meiden, an denen Handys nicht betrieben werden können.
Süddeutsche Zeitung, 10.03.2001
Er mied jetzt nicht mehr nur die Städte, er mied auch die Dörfer.
Süskind, Patrick: Das Parfum, Zürich: Diogenes 1985, S. 141
Da ließ es sich schwer einrichten, die Frau zu meiden.
Boy-Ed, Ida: Vor der Ehe. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1915], S. 3273
Da sehen wir zwei Worte aneinandergeschmiedet, welche eigentlich bestimmt sind, sich ewig zu meiden.
Stettenheim, Julius: Der moderne Knigge. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1902], S. 19482
Zitationshilfe
„meiden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/meiden>, abgerufen am 21.09.2019.

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