mein

Grammatik Possessivpronomen
Aussprache  [maɪ̯n]
Wortbildung  mit ›mein‹ als Erstglied: meinerseits
eWDG

Bedeutung

ordnet eine Größe dem Zugehörigkeits- oder Interessenbereich der eigenen Person zu
a)
Grammatik: vor einem Substantiv
Beispiele:
mein Schlüssel ist weg
ich suche meine Brille
sie hat meiner Mutter geschrieben
er kommt nicht zu meinem Geburtstag
eine Taste meiner Tastatur ist kaputt
eins meiner Kinder, von meinen Kindern ist ernstlich erkrankt
meiner Meinung nach, meines Erachtens ist das falsch
mit all(em) meinem Eifer habe ich doch nichts erreicht
mit diesen meinen Augen habe ich es gesehen
meine liebe Irmgard (= Briefanfang)
umgangssprachlich weist auf etwas Gewohnheitsmäßiges hin
Beispiele:
heute hatte meine Bahn Verspätung (= heute hatte die Bahn, die ich immer benutze, Verspätung)
ich muss erst meine Tropfen einnehmen
ich mache meine Besorgungen immer schon am Donnerstag
ich esse morgens meine zwei Brötchen
als Ausdruck der Höflichkeit
Beispiele:
meine Damen und Herren!
bitte, mein Herr
Wieviel Sahne, meine Dame? [ KästnerLottchen102]
in Ausrufen
Beispiele:
mein Gott!
umgangssprachlichach, du meine Güte!
umgangssprachlichach du mein Schreck!
salopp meine Herrn! (= Ausruf, der Staunen, Erschrecken ausdrückt)
Grammatik: ohne Substantiv
Beispiele:
das ist nicht dein Tee, sondern meiner
du hast dein Glas gefunden, aber wo ist meins?
das waren nicht seine Bedenken, sondern meine
gehobendu bist mein (= gehörst mir)
gehobendas ist und bleibt mein (= mein Eigentum)
gehobenwas mein ist, ist auch dein
umgangssprachlichklein, aber mein
mein und dein
Beispiele:
du musst mein und dein unterscheiden (= du musst was mir und was dir gehört unterscheiden)
verhüllend mein und dein verwechseln (= stehlen)
b)
gehoben
Grammatik: substantivisch
Synonym zu meinige
Beispiele:
sie saß in ihrem Zimmer, das neben dem meinen lag
er gab uns allen die Hand, die meine hielt er lange
ich will, werde das Meine tun (= ich will, werde meinen Teil tun)
ich muss auf das Meine achten (= ich muss auf mein Eigentum achten)
wollen Sie die Meine (= meine Ehefrau) werden, Dorothee? [ FrançoisLetzte Reckenburgerin94]
Ich habe erst bei meiner Rückkehr erfahren, was unterdes mit den Meinen (= mit meinen Angehörigen) geschehen war [ SeghersErster Schritt113]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

mein Poss.pron. der 1. Pers. Sing. ‘mir zugehörig, zukommend’, ahd. (8. Jh.), mhd. asächs. mnd. afries. aengl. mīn, engl. mine, mnl. nl. mijn, anord. minn, schwed. min, got. meins (germ. *meina-) gehen auf ein mit dem Suffix ie. -no- gebildetes Adjektiv zum Lokativ ie. *mei vom Stamm der obliquen Formen des Personalpronomens der 1. Pers. Sing. ie. *me- (s. mir, mich) zurück und bedeuten ursprünglich ‘bei mir befindlich’, dann ‘zu mir gehörig’. Eine Kasusform des Possessivpronomens (nach Ausweis des Got. vielleicht ein alter Akkusativ Plur. Neutr.) bildet im Germ. auch den Genitiv der 1. Pers. Sing. des Personalpronomens ahd. mhd. mīn, daneben mhd. (zunächst md.) mīner, asächs. aengl. anord. mīn, got. meina. Die erweiterte Form auf -er, die sich in nhd. meiner (neben mein) durchsetzt, ist nach dem Muster der Pluralformen unser, euer (s. d.) gebildet.
Zitationshilfe
„mein“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/mein#1>, abgerufen am 28.09.2021.

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mein

Grammatik Personalpronomen (im Genitiv; nur bei Prädikaten mit Genitiv-Objekt)
an die Stelle einer Verbindung mit der Prä- bzw. Postposition wegen tritt die Form meinetwegen, ebenso bei willen
Aussprache  [maɪ̯n]
Grundform ich
Wortbildung  mit ›mein‹ als Letztglied: Gedenkemein
ZDL-Verweisartikel

Bedeutung

veraltet
Synonym zu meiner, entsprechend der Bedeutung von ich
Beispiele:
Herr, Herr, wie lange willst du mein vergessen? [Feder, Georg: Jadassohn. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1957], S. 37952]
Das Horn soll in Gefahr dir Hilfe schenken, Der Spieß im wilden Kampf dir Mut verleiht, Doch in dem Pelze sollst du mein gedenken, Der jetzt auch dich aus Schmach und Not befreit. [Keller, Paul: Ferien vom Ich. München: Bergstadtverl. Korn 1963 [1915], S. 138]
Vergiß mein nicht, vergiß mein nicht! [Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.): Deutsche Autobiographien 1690–1930. Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 6929]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

mein Poss.pron. der 1. Pers. Sing. ‘mir zugehörig, zukommend’, ahd. (8. Jh.), mhd. asächs. mnd. afries. aengl. mīn, engl. mine, mnl. nl. mijn, anord. minn, schwed. min, got. meins (germ. *meina-) gehen auf ein mit dem Suffix ie. -no- gebildetes Adjektiv zum Lokativ ie. *mei vom Stamm der obliquen Formen des Personalpronomens der 1. Pers. Sing. ie. *me- (s. mir, mich) zurück und bedeuten ursprünglich ‘bei mir befindlich’, dann ‘zu mir gehörig’. Eine Kasusform des Possessivpronomens (nach Ausweis des Got. vielleicht ein alter Akkusativ Plur. Neutr.) bildet im Germ. auch den Genitiv der 1. Pers. Sing. des Personalpronomens ahd. mhd. mīn, daneben mhd. (zunächst md.) mīner, asächs. aengl. anord. mīn, got. meina. Die erweiterte Form auf -er, die sich in nhd. meiner (neben mein) durchsetzt, ist nach dem Muster der Pluralformen unser, euer (s. d.) gebildet.
Zitationshilfe
„mein“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/mein#2>, abgerufen am 28.09.2021.

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