merken

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungmer-ken (computergeneriert)
Wortbildung mit ›merken‹ als Erstglied: ↗Merkbefreiung · ↗Merkblatt · ↗Merkbuch · ↗Merker · ↗Merkheft · ↗Merkhilfe · ↗Merksatz · ↗Merkspruch · ↗Merkvers · ↗Merkwort · ↗Merkzeichen · ↗Merkzettel · ↗merkbar · ↗merkbefreit · ↗merkenswert · ↗merkfähig · ↗merkwürdig
 ·  mit ›merken‹ als Letztglied: ↗abmerken · ↗anmerken · ↗aufmerken · ↗vormerken
 ·  mit ›merken‹ als Grundform: ↗bemerken · ↗vermerken  ·  formal verwandt mit: ↗Augenmerk
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
etw. gefühlsmäßig, beobachtend wahrnehmen, bemerken
Beispiele:
ich merkte seine Absicht
nun hat sie doch alles, etwas gemerkt
sie haben offenbar nichts davon gemerkt
er merkt jetzt erst, dass er gemeint ist
sie merkt, dass sie sich geirrt hat
ich habe gemerkt, dass du dich seit Tagen nicht wohl fühlst
an seinem Benehmen kann man merken, dass etw. vorgefallen ist
lass es niemanden, keinen Menschen merken
er ließ mich seine Enttäuschung merken
er ließ es mich nicht merken, dass er gekränkt war
sich [Dativ] etw. merken lassensich etw. anmerken lassen
Beispiel:
du darfst dir das nicht merken lassen
2.
sich [Dativ] etw. merkenetw. im Gedächtnis behalten
Beispiele:
er kann sich keine Adressen, Namen, Zahlen, Witze merken
merke dir die Regel, Telefonnummer, Formel gut!
den Namen dieser Künstlerin muss man sich für die Zukunft merken
ich habe mir nicht gemerkt, was er gestern gesagt hat
umgangssprachlich merkt euch das! (= richtet euch danach!)
umgangssprachlich das werde ich mir aber merken! (= ich werde es vergelten!)
die Autonummer ist leicht zu merken, lässt sich schwer merken
3.
veraltend auf etw. merkenauf etw. achten
Beispiele:
obgleich ich kaum darauf gemerkt hatte, stellte sich nun jedes Wort zur rechten Zeit ein [G. KellerGr. Heinrich4,73]
so konnte er auf das merken, was in seiner Nähe vorging [SchnitzlerErzählungen171]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

merken · merklich · merkwürdig · Merkwürdigkeit · anmerken · Anmerkung · aufmerken · aufmerksam · Aufmerksamkeit · bemerken · Bemerkung · vermerken · Vermerk
merken Vb. ‘wahrnehmen, entdecken, spüren, mit dem Verstand auffassen und im Gedächtnis festhalten’, ahd. merken ‘bezeichnen, angeben, abgrenzen’ (11. Jh.), mhd. merken ‘beachten, beobachten, wahrnehmen, sich einprägen, mit einem Zeichen versehen’, asächs. merkian, mnd. mnl. nl. merken ‘markieren, bezeichnen, spüren’, anord. merkja ‘kenntlich machen, bezeichnen’, schwed. märka (germ. *markjan) sind abgeleitet von den unter ↗Marke f. (s. d.) angeführten neutralen Substantiven. Ebenfalls dazu sind gebildet ahd. markōn ‘begrenzen, kennzeichnen’ (um 800), asächs. markon ‘bestimmen, bemerken’, aengl. mearcian ‘bezeichnen’, engl. to mark, anord. marka ‘kennzeichnen, bekanntmachen, verstehen’. Als Ausgangsbedeutung ist anzusetzen ‘mit einem Zeichen versehen’, woraus ‘das Gekennzeichnete wahrnehmen und beachten’. merklich Adj. ‘deutlich, wahrnehmbar’, mhd. merklich ‘wohl zu beachten, bemerkbar, deutlich, bedeutend, wichtig’. merkwürdig Adj. ‘seltsam, verwunderlich’ (19. Jh.), ‘bemerkenswert, bedeutsam’ (17. Jh.); Merkwürdigkeit f. (18. Jh.). anmerken Vb. ‘eine (ergänzende) Bemerkung machen, anzeichnen, be-, vermerken’ (16. Jh.); vgl. ahd. anamerken (9./10. Jh.), mhd. anemerken ‘angrenzen’; Anmerkung f. ‘Vermerk, (kurze) Erläuterung’ (15. Jh.), auch ‘Fußnote’ (17. Jh.), nach lat. observātio ‘Wahrnehmung, Beobachtung’. aufmerken Vb. ‘seine Gedanken konzentriert auf etw. richten, aufpassen’ (15. Jh.); aufmerksam Adj. ‘gut aufpassend, konzentriert folgend, höflich’ (17. Jh.); Aufmerksamkeit f. (17. Jh.). bemerken Vb. ‘wahrnehmen, ergänzen, seine Meinung zu etw. äußern’, ahd. bimerken ‘aufzeichnen, kennzeichnen’ (11. Jh.), mhd. bemerken ‘beobachten, prüfen’; Bemerkung f. ‘kurze Meinungsäußerung zu etw., Wahrnehmung, Beobachtung’ (17. Jh.). vermerken Vb. ‘notieren, merken’, spätmhd. vermerken ‘(be)merken, gewahr werden’; Vermerk m. ‘Notiz, Eintragung’, älter ‘Bemerkung’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
anmerken (gegenüber) · ↗beachten · ↗bemerken · merken
Synonymgruppe
(Daten/Gedanken) fassen · ↗einprägen · merken · ↗speichern  ●  ↗memorieren  geh.
Synonymgruppe
bemerken · ↗erkennen · merken · ↗realisieren · ↗registrieren · ↗wahrnehmen · zur Kenntnis nehmen  ●  ↗ankommen (bei)  ugs., fig. · gewahr werden  geh. · ↗mitbekommen  ugs. · ↗perzipieren  geh.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Notiz nehmen von · merken · ↗mitbekommen · ↗registrieren · ↗wittern  ●  gewahr werden  geh. · ↗mitkriegen  ugs.
Unterbegriffe
  • eine Gefahr wittern  ●  den Braten riechen  ugs., fig. · den Speck riechen  ugs., fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) merken · denken an · nicht vergessen
Synonymgruppe
(etwas) nachhalten · ↗(sich) einprägen · (sich) merken · nicht vergessen
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Leser Leut Name Unterschied Zuschauer an anmerken aufmerken bald da dann daran davon du erst es gar gleich ich irgendwann kaum man plötzlich schnell schon sofort spät spätestens vielleicht wir

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›merken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und wenn ich trotzdem davon erzähle, merke ich, daß ich zuviel erklären muß, um mich verständlich zu machen.
Schrott, Raoul: Tristan da Cunha oder die Hälfte der Erde; Hanser Verlag 2003, S. 929
Merkt ihr nicht, daß euch die Verantwortung in die Schuhe geschoben werden soll?
Die Zeit, 16.02.1996, Nr. 8
Doch schon sehr bald merkte ich, daß Du Dir vorgenommen hattest, mich regelrecht umzuerziehen.
Hasselbach, Ingo u. Bonengel, Winfried: Die Abrechnung, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1993], S. 1
Damals hat er gemerkt, daß man damit auch Geld machen kann.
Walser, Martin: Halbzeit, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1960], S. 385
Ich merkte überhaupt erst auf diesem unglücklichen Ball etwas, kurz vor Schluß von allem.
Gaiser, Gerd: Schlußball, München: Hanser 1958 [1958], S. 70
Zitationshilfe
„merken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/merken>, abgerufen am 17.02.2019.

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