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metaphysisch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungme-ta-phy-sisch
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›metaphysisch‹ als Letztglied: ↗nachmetaphysisch
eWDG, 1974

Bedeutung

Philosophie
1.
über die Erfahrungswelt hinausgehend, übernatürlich
entsprechend der Bedeutung von Metaphysik (Lesart 1)
Beispiele:
er glaubt an die Existenz einer metaphysischen Welt
Du wolltest damit [mit dem Erscheinen eines Engels] unsere Macht metaphysisch verankern und die republikanische Idee ausrotten [DürrenmattEngelIII]
2.
DDR, Marxismus undialektisch, unhistorisch
entsprechend der Bedeutung von Metaphysik (Lesart 2)
Beispiel:
die metaphysische Denkweise ablehnen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Metaphysik · metaphysisch
Metaphysik f. idealistische philosophische Lehre von den jenseits der sinnlich wahrnehmbaren Welt angenommenen Erscheinungen und Zusammenhängen. Mlat. metaphysica (10. Jh., oder schon bei Boethius?) ist hervorgegangen aus griech. tá metá tá physiká (τὰ μετά τὰ φυσικά), eigentlich ‘die nach der Naturlehre’, Akkusativ Plur. Neutr. des Adjektivs griech. physikós (φυσικός) ‘natürlich, von der Natur hervorgebracht’ (s. ↗Physik). Unter dieser Bezeichnung werden (seit dem 1. Jh. v. u. Z.) in den Ausgaben der Schriften des Aristoteles seine 13 Abhandlungen der Philosophie zusammengefaßt, da sie in der Anordnung denen über die Natur(wissenschaften) nachfolgen (lat. post naturālia). Das daraus durch Zusammenrückung entstandene Substantiv mlat. metaphysica f. steht daher für die Philosophie des Transzendenten, begegnet seit dem 14. Jh. in dt. Texten, übersetzt mit frühnhd. vbernaturliche kunst. metaphysisch Adj. ‘die Metaphysik betreffend, zu ihr gehörend, überirdisch, transzendent’ (18. Jh.), mlat. metaphysicus; vgl. frz. métaphysique (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
esoterisch · ↗magisch · metaphysisch · ↗parapsychisch · ↗parapsychologisch · ↗spirituell · ↗transzendent · ↗übersinnlich · überwirklich
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anfangsgrund Bedürfnis Determinismus Dimension Dualismus Grübelei Implikation Intention Leere Monismus Obdach Obdachlosigkeit Spekulation Tröstung Unbehaustheit Weltbild Weltdeutung Wesenheit aufgeladen erkenntnistheoretisch geradezu geschichtsphilosophisch kosmologisch ontologisch physisch religiös theologisch Überbau Überhöhung überhöhen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›metaphysisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Gewissermaßen versuchte ich, durch verfeinerte Bildung mein Dasein zu sublimieren, zu abstrahieren, in metaphysischer Form weiterzuleben.
Krausser, Helmut: Eros, Köln: DuMont 2006, S. 203
Doch ebenso stark war er von einer metaphysischen Intention beherrscht.
Süddeutsche Zeitung, 09.07.2003
Eine tiefe metaphysische Sehnsucht von stark ansteckendem Charakter scheint sich da zu verbreiten.
Die Zeit, 10.03.1967, Nr. 10
Damit gleitet das ethische Problem hinüber in eine metaphysische Betrachtungsweise.
Hirschberger, Johannes: Geschichte der Philosophie, Bd. 1: Altertum und Mittelalter. In: Mathias Bertram (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1948], S. 2597
Das metaphysische Element, das »Wirken eines Dinges auf andere«, können wir nicht entbehren.
Eisler, Rudolf: Philosophen-Lexikon. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1912], S. 13936
Zitationshilfe
„metaphysisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/metaphysisch>, abgerufen am 19.06.2019.

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