meucheln
GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungmeu-cheln (computergeneriert)
Wortbildung mit ›meucheln‹ als Erstglied: ↗Meuchelmord · ↗Meuchelmörder · ↗Meuchler · ↗meuchlings
eWDG, 1974

Bedeutung

abwertend jmdn. versteckt, heimtückisch ermorden
Beispiele:
Ihr feiges, schleichendes Gelichter, das / im Schutz der Nacht Wehrlose meuchelt [G. Hauptm.Winterballade2]
Rächer aller gemeuchelten und unterdrückten Freunde [BredelVitalienbrüder80]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

meucheln · meuchlings · Meuchelmord · Meuchelmörder
meucheln Vb. ‘heimlich und hinterrücks ermorden’ (18. Jh.), älter ‘heimlich naschen’, auch allgemein ‘heimtückisch und heimlich vorgehen’; vgl. (mundartlich) maucheln ‘heimlich und hinterlistig handeln, betrügen’ (16. Jh.). Ahd. *mūhhilōn ist aus ahd. mūhhilāri ‘heimlich Lauernder, Wegelagerer’ (11./12. Jh.) und mūhhilswert (10./11. Jh.) erschließbar. Das Verb ist eine Iterativbildung zu ahd. mūhhōn ‘heimlich lauern, anfallen’ (wozu auch ahd. mūhhāri ‘Wegelagerer’; beide 8. Jh.), mhd. mūchen ‘verstecken, verbergen’, vermūchen ‘heimlich auf die Seite schaffen und verstecken’, verwandt mit engl. (mundartlich) to miche ‘sich verstecken, stehlen’, micher ‘Dieb’ und lat. muger ‘Falschspieler beim Würfelspiel’, so daß eine Wurzel ie. *meug- ‘heimlich und tückisch lauern’ angenommen werden kann. meuchlings Adv. ‘aus dem Hinterhalt’ (16. Jh.), vgl. mhd. miuchelingen ‘heimlich’; s. ↗-lings. Meuchelmord m. ‘hinterhältiger Mord’ (16. Jh.) und Meuchelmörder m. (16. Jh.) enthalten das bereits früh als erstes Kompositionsglied bezeugte ahd. mūhhil- (in ahd. mūhhilswert), mhd. miuchel- (in mhd. miuchelgadem ‘Gemach zum Verstecken’, miuchelræche ‘heimlich rächend, schadend’); vgl. auch ahd. mūhhilāri (s. o.), mhd. miucheler, mūcheler, nhd. Meuchler (bis ins 19. Jh. gebräuchlich).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem) (den) Lebensfaden abschneiden · ↗auslöschen · ↗ermorden · ins Jenseits befördern · ↗killen · meucheln · tot... · ↗umbringen · ums Leben bringen · zum Schweigen bringen · zur Strecke bringen  ●  ↗töten (absichtlich)  Hauptform · (jemandem) den Garaus machen  ugs. · ↗abmurksen  ugs. · ↗abservieren  ugs., salopp · ↗ausknipsen  ugs., fig., salopp · ↗entleiben  geh. · in die ewigen Jagdgründe schicken  ugs. · ins Gras beißen lassen  ugs., fig. · ins Nirwana befördern  ugs. · ↗kaltmachen  ugs. · ↗totmachen  ugs. · um die Ecke bringen  ugs. · ↗umlegen  ugs. · vom Leben zum Tode befördern  geh. · über die Klinge springen lassen  ugs., fig.
Unterbegriffe
Assoziationen
  • alle Feinde töten · keine Gefangenen machen
  • ausmerzen · ↗ausrotten · ↗austilgen · ↗beseitigen · ↗exterminieren · ↗tilgen · ↗vernichten  ●  (etwas) den Garaus machen  ugs. · ↗(etwas) plattmachen  ugs. · ↗plätten  ugs.
  • (den) Tod finden · (ein) Opfer (des / der ...) werden · (jemanden) das Leben kosten · (sein) Leben lassen · (sein) Leben verlieren · tödlich verunglücken · ↗umkommen · ums Leben kommen · zu Tode kommen  ●  getötet werden  Hauptform · ↗(jemanden) dahinraffen  geh. · dahingerafft werden  geh. · ↗draufgehen  ugs., salopp · ↗hopsgehen  ugs., salopp · vor die Hunde gehen  derb · über den Deister gehen  ugs., salopp, norddeutsch · über den Jordan gehen  ugs., salopp · über die Wupper gehen  ugs., regional, salopp
  • Auftragskiller · ↗Berufskiller · ↗Killer · ↗Profikiller  ●  ↗Assassine  veraltet · ↗Auftragsmörder  Hauptform · Hitman  engl. · gedungener Mörder  geh., veraltet
  • (die) Augen für immer schließen · (jemandem) schlägt die Stunde · (jemandes) letztes Stündlein hat geschlagen · ↗ableben · das Zeitliche segnen · den Tod erleiden · ↗erlöschen · in den letzten Zügen liegen · in die ewigen Jagdgründe eingehen · sein Leben aushauchen · sein Leben lassen · seinen Geist aushauchen · ↗verdämmern · ↗verscheiden · ↗versterben · ↗wegsterben  ●  (die) Reihen lichten sich  fig. · ↗abtreten  fig. · ↗dahinscheiden  verhüllend · ↗davongehen  fig. · draußen bleiben  verhüllend · ↗entschlafen  fig., verhüllend · ↗fallen  militärisch · ↗gehen  verhüllend · sanft entschlafen  verhüllend, fig. · seinen letzten Gang gehen  fig. · ↗sterben  Hauptform · uns verlassen  verhüllend · von der Bühne des Lebens abtreten  fig. · von uns gehen  fig. · über die Klinge springen (lassen)  salopp · (den) Weg allen Fleisches gehen  geh. · (seine) letzte Fahrt antreten  ugs., fig. · ↗dahingehen  geh., verhüllend · dahingerafft werden (von)  ugs. · den Geist aufgeben  ugs. · die Hufe hochreißen  derb, fig. · dran glauben (müssen)  ugs. · in die Grube fahren  ugs., fig. · ins Gras beißen  ugs., fig. · seinen Geist aufgeben  ugs. · vor seinen Richter treten  geh., fig. · vor seinen Schöpfer treten  geh., fig.
  • (sinnlos) opfern · ↗hinschlachten · in den sicheren Tod schicken  ●  ↗verheizen  fig. · über die Klinge springen lassen  fig.
  • alle Feinde töten  ●  einen Vernichtungskampf führen  auch figurativ · keine Gefangenen (mehr) machen  auch figurativ
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gatten König Messer gegenseitig gemordet metzeln meuchelt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›meucheln‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das kann ich leider nicht verraten, denn ich meuchle gern hinterrücks.
Die Welt, 31.12.2005
Von den Bauern erst geschützt, dann verraten, wurde er 1771 grausam gemeuchelt.
Süddeutsche Zeitung, 29.10.1998
Wer hier wen im Namen welcher Werte meuchelte, war bald nicht mehr auszumachen.
Die Zeit, 28.04.1999, Nr. 17
Jugendgangs, die sich »rechts« oder »links« verorten, meucheln gegnerische Elemente an Straßenbahnendhaltestellen.
konkret, 1997
Am Wochenende wurden wieder zwei junge Männer von der IRA mit Kopfschüssen brutal gemeuchelt.
Bild, 21.02.2000
Zitationshilfe
„meucheln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/meucheln>, abgerufen am 23.01.2018.

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