meutern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungmeu-tern
Wortbildung mit ›meutern‹ als Erstglied: ↗Meuterei · ↗Meuterer
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
eine Meuterei begehen
Beispiele:
die Matrosen, Soldaten, Gefangenen meuterten
eine Kompanie hatte gemeutert
2.
seiner Unzufriedenheit Ausdruck geben, sein Missfallen äußern, aufbegehren
Beispiele:
er meutert immer gleich
die Schüler meuterten gegen die starre Disziplin an ihrer Schule
[er] hatte gelesen, bis seine Kameraden gemeutert und verlangt hatten, daß das Licht ausgemacht würde [BredelEnkel111]
als er [der Sportler] ausscheiden wollte, wurde er fett, und das Herz meuterte [S. LenzBrot147]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Meute · Meuterei · Meuterer · meutern
Meute f. ‘für die Hetzjagd abgerichtete Gruppe von Jagdhunden’, Entlehnung (18. Jh.) im Zusammenhang mit Gebräuchen der französischen Hetzjagd von gleichbed. frz. meute, afrz. mfrz. muete, meute ‘Bewegung, Aufbruch, Aufruhr, Zug’, dann besonders ‘Zug von Jagdhunden’, das auf vlat. *movita ‘Bewegung’, dem substantivierten Fem. des Part. Perf. *movitus, lat. mōtus (zu lat. movēre ‘in Bewegung setzen, bewegen’) beruht. Seit dem 19. Jh. ist die Übertragung auf eine Horde wilder, ungebärdiger Menschen üblich. An afrz. mfrz. muete, meute ‘Bewegung, Unruhe, Aufruhr’, mfrz. meuterie ‘Aufruhr, Revolte’ schließen sich an Meuterei f. ‘Empörung, Aufstand’ und Meuterer m. ‘Empörer, Aufrührer’ (beide 16. Jh.) sowie dazu gebildetes meutern Vb. ‘sich auflehnen, empören, den Gehorsam verweigern’ (18. Jh.), zuvor meuten (17. Jh.).

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In vielen Städten des Reichs begannen die Landsknechte zu meutern.
Feuchtwanger, Lion: Die Geschwister Oppermann, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1933], S. 300
Die jungen Männer konnten doch nicht gut meutern und gegen die Anordnungen des Oberarztes beziehungsweise stellvertretenden Chefs der Klinik verstoßen.
Killian, Hans: Auf Leben und Tod, München: Wilhelm Heyne Verlag 1976, S. 272
Das Volk kann und darf es sich zutrauen, aufgrund seiner intellektuellen und schöpferischen Fähigkeiten auch schwierige Lagen zu meutern.
o. A.: NOCH EINE KAMPFfront. In: Marxistische Zeit- und Streitschrift 1980-1991, München: Gegenstandpunkt Verl. 1998 [1981]
Als die Familie vor viereinhalb Jahren nach Berlin zog, hätten die Kinder noch gemeutert.
Die Welt, 30.10.2003
Die Menge fängt an zu meutern und Schmährufe brechen aus.
Völkischer Beobachter (Berliner Ausgabe), 02.03.1935
Zitationshilfe
„meutern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/meutern>, abgerufen am 27.05.2019.

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