mikroskopisch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungmi-kro-sko-pisch · mi-kros-ko-pisch · mik-ro-sko-pisch · mik-ros-ko-pisch
HerkunftGriechisch
WortzerlegungMikroskop-isch
Wortbildung mit ›mikroskopisch‹ als Letztglied: ↗amikroskopisch · ↗elektronenmikroskopisch · ↗submikroskopisch
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
mit dem Mikroskop
Beispiele:
etw. mikroskopisch untersuchen, beobachten
Die mikroskopische Untersuchung lehrte bisher nur, daß die menschliche Haut aus zwei Schichten bestehe [PeschelVölkerkunde91]
2.
winzig klein und nur durch starke Vergrößerung erkennbar
Gegenwort zu makroskopisch
Beispiele:
mikroskopische Lebewesen
Im Blut bildet sich ein mikroskopisch feines Maschenwerk von Eiweißfäden [K. v. FrischLeben87]
bildlich
Beispiel:
wie dicht doch Rom, London, Paris auf einem Haufen lagen in diesem mikroskopisch winzigen Europa [CramerKonzessionen309]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

mikro- · Mikrokosmos · Mikrophon · Mikroskop · Mikroskopie · mikroskopisch
mikro- Bestimmungswort in vorwiegend naturwissenschaftlichen Termini mit der Bedeutung ‘klein’. Zugrunde liegt griech. mīkrós (μικρός) ‘klein, kurz, gering’, das bereits im Griech. häufig als erstes Glied in Komposita erscheint, vgl. griech. mīkrodosía (μικροδοσία) ‘kleine Gabe’, mīkrópsȳchos (μικρόψυχος) ‘kleinmütig’, mīkrókarpos (μικρόκαρπος) ‘mit kleinen Früchten’, mīkróspermos (μικρόσπερμος) ‘mit kleinen oder mit wenig Samen’. Nach diesem Vorbild entstehen in der Wissenschaftssprache (19./20. Jh.) zahlreiche Neubildungen, vgl. Mikroklima ‘Klima kleinster Bereiche’, Mikrographie ‘Beschreibung kleiner, mit dem Vergrößerungsglas beobachteter Körper’, Mikrometrie ‘Kleinmessung’, mikrophyllisch ‘kleinblättrig’, Mikroorganismus ‘Kleinlebewesen’ (s. ↗Mikrobe). Mikrokosmos m. ‘der Mensch als verkleinertes Abbild des Universums, Welt der Kleinlebewesen’, Mikrokosmus (Paracelsus), Gegenwort ↗Makrokosmos (s. d.), Übernahme (16. Jh.) von lat. mīcrocosmus, griech. mīkrókosmos (μικρόκοσμος) ‘kleine Welt’, zu griech. kósmos (κόσμος) ‘Ordnung, Anstand, Schmuck, Weltordnung, Welt’ (s. ↗Kosmos). Mikrophon n. Gerät zur Umwandlung von Schallschwingungen in elektrische Stromschwankungen (19. Jh.), Übernahme von engl. frz. microphone (18. Jh.), gelehrte Bildung zu griech. phōnḗ (φονή) ‘Laut, Ton, Schall’. Mikroskop n. ‘optisches Vergrößerungsgerät’ (17. Jh.), vgl. engl. frz. microskope (17. Jh.), alle nach nlat. mīcroscopium (1618); s. ↗-skop. Dazu Mikroskopie f. (17. Jh.) und mikroskopisch Adj. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
gering · ↗infinitesimal · ↗klein · ↗klitzeklein · ↗mikro... · mikroskopisch · ↗nano... · sehr klein · unendlich klein · ↗winzig
Assoziationen
  • Miniatur... · im Kleinformat · im Westentaschenformat · ↗kurz · ↗mini · mini... (Mini...) · miniklein  ●  ↗klein  Hauptform · ↗lütt  ugs., norddeutsch
  • (körperlich) klein · ↗klein gewachsen · ↗kleinwüchsig · von kleinem Wuchs · ↗zwergenhaft  ●  (zu) kurz geraten  abwertend · unterdimensioniert  technisch · klein und gemein (sarkastisch)  ugs. · vertikal herausgefordert  ugs., scherzhaft

Typische Verbindungen
computergeneriert

Analyse Anatomie Aufnahme Beobachtung Betrachtung Dimension Ebene Feinheit Genauigkeit Kleinheit Lebewesen Lesen Nachweis Partikel Präparat Technikum Teilchen Untersuchung Vergrößerung chemisch dünn fein geradezu klein makroskopisch molekularbiologisch sichtbar vergrößert wahrnehmbar winzig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›mikroskopisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zum einen vermehren sich diese mikroskopischen Formen des Lebens sehr rasch.
o. A.: Nützliche Theoretiker. In: Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 1998 [1997]
Die mikroskopisch kleinen Proben aber lassen sich nicht gerade leicht untersuchen.
Die Zeit, 10.07.1970, Nr. 28
Schreiben »ist« nicht; wir fassen unzählige mikroskopische Bewegungen und ihre Wirkungen zu schreiben zusammen.
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 533
Diese Muster dürfen sich jedoch nur mikroskopisch präsentieren, sonst wirken sie abscheulich.
Baudissin, Wolf von u. Baudissin, Eva von: Spemanns goldenes Buch der Sitte. In: Zillig, Werner (Hg.), Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1901], S. 27404
In der Regel läßt sie sich nur unter Anwendung besonderer mikroskopischer Methoden nachweisen.
Nultsch, Wilhelm: Allgemeine Botanik, Stuttgart: Thieme 1986 [1964], S. 101
Zitationshilfe
„mikroskopisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/mikroskopisch>, abgerufen am 12.12.2019.

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