milchig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungmil-chig
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
weißlich-trüb
Beispiele:
ein milchiges Licht, ein milchiger Glanz, Dunst
milchige Scheiben, Glas
eine milchige Flüssigkeit
das Wasser verlor seine milchige Trübung
die Luft ist milchig getrübt
aus dem milchigen Weiß [der Augen] blickten die Pupillen ... hervor [UhsePatrioten1,51]
meine Augen saugen sich fest an der milchig verschwimmenden Ferne [BöllWort57]
eine gepflegte Blondine mit milchiger (= zarter und weißer) Haut [L. FrankMathilde5,267]
2.
aus Milch bestehend, Milch-
Beispiel:
weil er ... nach fleischigem Mittagsmahle erst in abgemessener Frist milchige Speisen zu sich nehmen dürfe [A. ZweigGrischa154]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Milch · milchig · Milch(n)er · Milchglas · Milchzahn
Milch f. ‘weiße, nahrhafte, von den Brustdrüsen weiblicher Säugetiere und Menschen ausgeschiedene Flüssigkeit’, dann auch ‘Samenflüssigkeit männlicher Fische, weißlicher Pflanzensaft’, ahd. miluh (8. Jh.), mhd. mil(i)ch, asächs. miluk, mnd. melk, melik, mnl. melc, nl. melk, afries. melok, aengl. (angl.) milc, (westsächs.) meol(o)c, engl. milk, anord. mjolk, schwed. mjölk, got. miluks führen auf germ. *meluk- (bzw. *milik-). Vielleicht eine Weiterbildung von ie. *mē̌lg̑- (auch *meləg̑-?) ‘abstreifen, wischen’. Ein Zusammenhang mit ↗melken und ↗Molke (s. d.) ist anzunehmen. milchig Adj. ‘der Milch ähnlich, weißlich’ (18. Jh.), milchicht (17. Jh.), milchecht (15. Jh.). Milch(n)er m. männlicher Fisch, milcher (14. Jh.), milchner (15. Jh.), Milchling (16. Jh.), zu Milch ‘Samen der Fische’; landschaftlich (schwäb. 19. Jh.) auch ‘Löwenzahn’, nach dem milchähnlichen Pflanzensaft. Milchglas n. ‘milchig-weißes, undurchsichtiges Glas’ (19. Jh.). Milchzahn m. ‘früher Zahn, der während der Stillzeit wächst’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
milchig · ↗opak · opaque · ↗transluzent · transluzid · ↗trüb · ↗trübe · ↗undurchsichtig
Assoziationen
  • kontrastarm  ●  ↗flau (Foto)  fachspr., Jargon
Synonymgruppe
aufgehellt · ↗blass · milchig · ↗pastellfarben · verblasst  ●  ↗pastellen  geh. · ↗pastellig  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Blau Brühe Dunst Fensterscheibe Fleck Flüssigkeit Glas Glasscheibe Glastür Grün Licht Nebel Nebelschwaden Plexiglas Saft Scheibe Schimmer Schleier Schwaden Sonnenlicht Suppe Tageslicht Weiß blass fleischig matt mild schimmern schimmernd trüb

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›milchig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bis in den späten Abend bleibt es hell, danach legt sich ein milchiges Licht über die Stadt.
Die Zeit, 15.03.2010, Nr. 11
Aus dem blendenden Weiß von einst ist ein milchiges Grau geworden.
Süddeutsche Zeitung, 19.07.1994
Der Hof war so milchig wie alles in dieser Nacht.
Held, Kurt: Die rote Zora und ihre Bande, Aarau: Sauerländer 1989 [1941], S. 92
Die ganze, nach innen gewölbte Decke ist ein milchig glänzendes Glas.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1925. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1925], S. 169
Das nächste Bild zeigte eine leere Stelle auf dem Meer, darüber eine milchige Sonne.
Lenz, Siegfried: Deutschstunde, Hamburg: Hoffmann u. Campe 1997 [1968], S. 128
Zitationshilfe
„milchig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/milchig>, abgerufen am 21.08.2019.

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