mimen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungmi-men (computergeneriert)
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
veraltet, scherzhaft etw., eine Rolle spielen, schauspielerisch gestalten
Beispiele:
er mimte seine Rolle hervorragend
[sie] wußte schon, wie sie daheim ... den Auftritt mimen würde [KolbSchaukel84]
Das ganze Schauspielensemble ... mimte die Gäste des Landgrafen [WintersteinLeben1,325]
2.
umgangssprachlich, abwertend, übertragen etw. vortäuschen, vorspiegeln
Beispiele:
er mimte Mitgefühl, Unwissenheit
gemimte Gleichgültigkeit zeigen
jmdn. mimen
Beispiele:
den Kranken mimen (= so tun, als ob man ein Kranker sei)
er mimt gern den starken Mann
ein Bourgeois, der den Sozialisten mimte [BredelSöhne136]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mime · Mimik · mimisch · mimen
Mime m. ‘Schauspieler’, Entlehnung (18. Jh.) aus lat. mīmus ‘Schauspieler’ (auch ‘Schauspiel, Possenspiel’), griech. mī́mos (μῖμος), s. unten. Mime wird durch Schiller geläufig und ein gehobener Ausdruck neben leicht abschätzigem Komödiant. Mimik f. ‘Gebärden- und Mienenspiel’ (18. Jh.), Neubildung zu lat. mīmus, griech. mī́mos ‘Nachahmer, Schauspieler, ohne Masken gespielte (oft derbe) Szene des Alltagslebens, Possenspiel’ bzw. lat. mīmicus, griech. mīmikós (μιμικός) ‘schauspielerisch, possenhaft’ (daher auch ‘unanständig, unzüchtig’) nach dem Vorbild anderer Substantive auf -ik (aus lat. -ica für Substantivierungen fem. Adjektivformen); vielleicht in Anlehnung an (allerdings nur vereinzelt bezeugtes) lat. ars mīmica ‘Schauspielkunst’. mimisch Adj. ‘durch Gesichtsausdruck und Gebärden darstellend, schauspielerisch, die Mimik betreffend’ (18. Jh.). mimen Vb. ‘schauspielern’, verallgemeinert ‘etw. treiben, tun’ (19. Jh.), ‘sich den Anschein geben, vortäuschen’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Assoziationen
Synonymgruppe
(den) Anschein erwecken · (sich) gerieren als · sagen, dass man (...) ist  ●  (jemanden) mimen  ugs., salopp · ↗geben  ugs. · machen auf  ugs., salopp · ↗markieren  ugs., salopp
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemanden) geben (Rolle) · auftreten als · auftreten in der Rolle (des ...) · ↗figurieren (als) · ↗gestalten · in der Rolle (...) auf der Bühne stehen · in der Rolle (...) zu sehen sein · mimen · ↗sein · ↗spielen (Theat., Film) · ↗verkörpern · zu sehen sein als  ●  ↗(jemanden) abgeben  auch figurativ · ↗darstellen (Theater, Film)  Hauptform · ↗hinlegen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ahnungslos Bescheidener Bösewicht Clown Coole Crime Dandy Gauner Geheimagent Gelassener Irre Komödiant Liebespaar Macho Mimus Nebenrolle Rächer Saubermann Schauspieler Schwan Spielverderber Starke Statist Streif Trottel Unschuldiger Unschuldslamm Weihnachtsmann Zampano mitmimen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›mimen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Je weniger man dazugehört, desto mehr muss man es mimen.
Süddeutsche Zeitung, 01.12.2003
Hier mimt er einen Journalisten auf der Suche nach heißen Stories.
Bild, 22.07.1999
Natürlich war er zunächst nicht sonderlich davon begeistert, als ich ihm die Situation schilderte und ihn dann bat, den Vater zu mimen.
Maltzan, Maria von: Schlage die Trommel und fürchte dich nicht, Berlin: Ullstein 1998 [1986], S. 138
Er ist Schriftsteller, arbeitet auch für Funk und Fernsehen, sieht blendend aus, mimt nach außen den tollen Mann, hat aber nach innen ziemliche Probleme.
Schwarzer, Alice: Der »kleine Unterschied« und seine großen Folgen, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1977 [1975], S. 50
Und allzu glänzend wurde auch in klassischen Stücken nicht gemimt.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 26299
Zitationshilfe
„mimen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/mimen>, abgerufen am 26.03.2019.

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