mindern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungmin-dern
Wortbildung mit ›mindern‹ als Erstglied: ↗Minderung  ·  mit ›mindern‹ als Letztglied: ↗abmindern · ↗herabmindern
eWDG, 1974

Bedeutung

etw. verringern, vermindern
Beispiele:
die Helligkeit, Hitze, Geschwindigkeit mindern
das Unwetter hat die Erträge gemindert
sein Ansehen ist dadurch nicht gemindert worden
sich mindern
Beispiel:
Die Tugenden [Jeftas] ... minderten sich mit den Jahren [Feuchtw.Jefta242]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

minder · mindest · Minderheit · mindern · vermindern · Verminderung
minder Adj. ‘weniger, geringer’, ahd. minniro (8. Jh.), mhd. minner, minre, (mit Gleitlaut) minder ‘kleiner (an Größe, Zahl), geringer (an Wert, Stand, Macht)’, asächs. minnera, mnd. minner, minder, mnl. minre, nl. minder, anord. minni, schwed. mindre, got. minniza (germ. *minnizan-) sind mit der schwundstufigen Suffixform ie. -is- (got. -iz-, ahd. -ir-, s. ↗mehr) gebildete Komparativformen zu einem mit n-Suffix gebildeten Adjektiv ie. *minu- ‘minder, klein’ (s. ↗minus; germ. -nn- aus -nu̯-), wozu auch das (im Nhd. untergegangene) Adverb ahd. (8. Jh.), mhd. min, mnd. mnl. nl. min, anord. minnr, got. mins ‘weniger’ sowie aind. minā́ti ‘schadet, mindert’, griech. minýthein (μινύθειν) ‘geringer werden, dahinschwinden, vermindern, verkleinern’, lat. minus ‘kleiner, weniger’, minuere ‘verkleinern’, korn. minow ‘zer-, verkleinern, verringern, mindern’, aslaw. mьńịjь ‘kleiner, geringer, weniger’, russ. ménee (менее) Adj. ‘weniger’ gehören. Ie. *minu- ist eine mit Ablaut gebildete Ableitung von der Wurzel ie. *mei- ‘mindern’. Im Dt. wird die im Mhd. auftretende Form minder (s. oben) vom 15. Jh. an vorherrschend und bald alleingültig. Der zugehörige Superlativ ist mindest Adj. ‘geringst, wenigst’, ahd. minnisto (9. Jh.), mhd. minnest, minst, asächs. minnist, anord. minnstr, got. minnists, schwed. minst, (germ. *minnista-) gebildet mit dem Superlativsuffix ie. -isto- (s. ↗meist). Die heutige Form mindest, angelehnt an minder, wird erst zu Anfang des 18. Jhs. üblich. Minderheit f. ‘kleinere Anzahl aus einer Gesamtheit, zahlenmäßig unterlegene Gruppe’ (Campe), zuvor Minderkeit (1787), analog zu ↗Mehrheit gebildet für ↗Minorität (s. d.); doch vgl. schon ahd. minnerheit ‘das Wenigersein’ (um 1000). mindern Vb. ‘verringern, (im Preis) herabsetzen’, ahd. minnirōn (9. Jh.; auch giminnirōn, 8. Jh.), mhd. minnern, minren ‘kleiner, geringer machen oder werden’; dazu vermindern Vb. mhd. verminnern, Verminderung f. (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(etwas) herunterfahren · ↗absenken · ↗dämpfen · ↗einschränken · ↗ermäßigen · ↗erniedrigen · ↗herabsetzen · herunterfahren mit · heruntergehen mit · ↗heruntersetzen · ↗kürzen · mindern · ↗nachlassen · ↗reduzieren · ↗schmälern · ↗senken · ↗unterbieten · ↗verkleinern  ●  ↗zurückfahren  fig. · herunter schrauben  ugs. · ↗herunterschrauben  ugs. · runterfahren  ugs. · ↗runtergehen  ugs.
Assoziationen
  • (stark) einbrechen  fig., variabel · (stark) sinken (Kurse, Preise)  Hauptform · ↗abstürzen  fig. · in den Keller rauschen  fig. · in den Keller gehen  ugs., fig.
  • (durch gewaltsamen Eingriff) stark vermindern · ↗dezimieren · ↗verringern

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abhängigkeit Anreiz Attraktivität Ausstoß Einkommen Emission Erwerbsfähigkeit Gefahr Kaufpreis Lebensqualität Leistungsfähigkeit Lärm Miete Mieter Mietzins Reformdruck Reisepreis Risiko Schuldenlast Spannung Steuerlast Steuerschuld Wahlchance Wert Wettbewerbsfähigkeit Zinslast erheblich herabmindern keineswegs nachträglich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›mindern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wer nur nach den westlichen Ländern sehe, werde sich selbst die Freude über erreichte eigene Erfolge mindern.
Süddeutsche Zeitung, 04.10.2003
Sie mindern sich gegenseitig in ihrer Wirkung, wo eingespielte Formationen einander stärken würden.
Der Tagesspiegel, 07.12.1998
Ein aggressiver und unduldsamer Ton ist kein guter Ton, er mindert nicht die Spannung, sondern verschärft sie nur.
Smolka, Karl: Gutes Benehmen von A - Z. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1957], S. 28180
Sie muß auf das Risiko vorbereitet sein, um es zu bannen oder zu mindern, und bereit sein, die Chance zu nutzen.
Eschenburg, Theodor: Staat und Gesellschaft in Deutschland, Stuttgart: Schwab 1957 [1956], S. 1024
Lesefehler an nicht unentscheidenden Stellen mindern bisweilen den Wert der recht nützlichen Arbeit.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1934, S. 429
Zitationshilfe
„mindern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/mindern>, abgerufen am 19.10.2019.

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