mindest

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungmin-dest
eWDG, 1974

Bedeutung

geringst
Beispiele:
der Herzkranke musste die mindeste Aufregung vermeiden
das ist das mindeste, was man erwarten kann
Die mindeste Veranlassung ... rührte sie immer bis zu Tränen [Kleist3,363]
Grammatik: meist verneint
Beispiele:
nicht die mindesten (= gar keine) Aussichten haben
sie hatte dazu nicht die mindeste Lust, Zeit
für die Mathematik hat er nicht das mindeste Interesse
ohne von der Höhe seiner Wissenschaft den mindesten Begriff zu haben [G. KellerKleider machen Leute6,324]
nicht das Mindestegar nichts
Beispiele:
sich nicht das mindeste anmerken lassen
sie versteht von der Hauswirtschaft nicht das mindeste
von ihm ist nicht das mindeste zu erwarten
nicht im Mindestengar nicht
Beispiele:
er war darüber nicht im mindesten erstaunt
ohne sich im mindesten stören zu lassen, arbeitete er weiter
zum Mindestenwenigstens, zumindest
Beispiele:
es ist zum mindesten zweifelhaft, ob ...
Der Präventivkrieg ... scheint zum mindesten nicht zu kommen [KlepperSchatten244]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

minder · mindest · Minderheit · mindern · vermindern · Verminderung
minder Adj. ‘weniger, geringer’, ahd. minniro (8. Jh.), mhd. minner, minre, (mit Gleitlaut) minder ‘kleiner (an Größe, Zahl), geringer (an Wert, Stand, Macht)’, asächs. minnera, mnd. minner, minder, mnl. minre, nl. minder, anord. minni, schwed. mindre, got. minniza (germ. *minnizan-) sind mit der schwundstufigen Suffixform ie. -is- (got. -iz-, ahd. -ir-, s. ↗mehr) gebildete Komparativformen zu einem mit n-Suffix gebildeten Adjektiv ie. *minu- ‘minder, klein’ (s. ↗minus; germ. -nn- aus -nu̯-), wozu auch das (im Nhd. untergegangene) Adverb ahd. (8. Jh.), mhd. min, mnd. mnl. nl. min, anord. minnr, got. mins ‘weniger’ sowie aind. minā́ti ‘schadet, mindert’, griech. minýthein (μινύθειν) ‘geringer werden, dahinschwinden, vermindern, verkleinern’, lat. minus ‘kleiner, weniger’, minuere ‘verkleinern’, korn. minow ‘zer-, verkleinern, verringern, mindern’, aslaw. mьńịjь ‘kleiner, geringer, weniger’, russ. ménee (менее) Adj. ‘weniger’ gehören. Ie. *minu- ist eine mit Ablaut gebildete Ableitung von der Wurzel ie. *mei- ‘mindern’. Im Dt. wird die im Mhd. auftretende Form minder (s. oben) vom 15. Jh. an vorherrschend und bald alleingültig. Der zugehörige Superlativ ist mindest Adj. ‘geringst, wenigst’, ahd. minnisto (9. Jh.), mhd. minnest, minst, asächs. minnist, anord. minnstr, got. minnists, schwed. minst, (germ. *minnista-) gebildet mit dem Superlativsuffix ie. -isto- (s. ↗meist). Die heutige Form mindest, angelehnt an minder, wird erst zu Anfang des 18. Jhs. üblich. Minderheit f. ‘kleinere Anzahl aus einer Gesamtheit, zahlenmäßig unterlegene Gruppe’ (Campe), zuvor Minderkeit (1787), analog zu ↗Mehrheit gebildet für ↗Minorität (s. d.); doch vgl. schon ahd. minnerheit ‘das Wenigersein’ (um 1000). mindern Vb. ‘verringern, (im Preis) herabsetzen’, ahd. minnirōn (9. Jh.; auch giminnirōn, 8. Jh.), mhd. minnern, minren ‘kleiner, geringer machen oder werden’; dazu vermindern Vb. mhd. verminnern, Verminderung f. (16. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abbruch Absicht Ahnung Andeutung Anlaß Anzeichen Aussicht Bedürfnis Beweis Einfluß Grund Hinweis Interesse Lust Mühe Neigung Respekt Rücksicht Schwierigkeit Spur Talent Veranlassung Verständnis Voraussetzung Vorwurf Zweifel Ähnlichkeit

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›mindest‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Mann soll seit August vergangenen Jahres mindesten vier Brände gelegt haben.
Süddeutsche Zeitung, 22.03.2000
Zum mindesten für den deutschen Leser ist das gewiß keine umwerfend neue Erkenntnis.
Die Zeit, 04.03.1985, Nr. 09
Die ganzen Jahre danach hatte er nicht den mindesten Gebrauch von seinen ohnedies nur rudimentären lateinischen Kenntnissen gemacht.
Rosendorfer, Herbert: Großes Solo für Anton, Zürich: Diogenes 2000 [1976], S. 224
Er trifft zum mindesten die vorläufige Entscheidung in allen unvorhergesehenen dringenden Fällen.
Eschenburg, Theodor: Staat und Gesellschaft in Deutschland, Stuttgart: Schwab 1957 [1956], S. 1015
Die Dame hat nicht die mindeste moralische Verpflichtung, mit Dir zu tanzen.
Martin, Hans: Darf ich mir erlauben ...?, Stuttgart: Hädecke 1935, S. 99
Zitationshilfe
„mindest“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/mindest>, abgerufen am 09.12.2019.

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