Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

ministeriell

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung mi-nis-te-ri-ell
Wortzerlegung Minister -iell
Wortbildung  mit ›ministeriell‹ als Letztglied: interministeriell
Herkunft aus gleichbedeutend ministérielfrz
eWDG

Bedeutung

von einem Minister, Ministerium ausgehend
Beispiele:
ein ministerieller Erlass, Beschluss
das wurde ministeriell verfügt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Minister · Ministerium · ministeriell · ministrieren · Ministrant
Minister m. ‘hoher staatlicher Verwaltungsangestellter, Mitglied einer Regierung und Staatsmann, Leiter eines Ministeriums’, entlehnt (17. Jh.) aus gleichbed. frz. ministre (afrz. menistre, ministre ‘Diener, Gottesdiener, Verwalter, Leiter’). Dieses ist seinerseits Übernahme von lat. minister ‘Untergebener, Diener’, ursprünglich *minusteros, einer Bildung mit dem Komparativsuffix ie. -tero- zur neutralen Komparativform minus von lat. minor ‘kleiner, geringer’, Komparativ zu lat. parvus ‘klein, gering’ (s. minus). Diese Formwird umgestaltet zu *ministeros, später minister, nach dem Vorbild des gleichfalls einen doppelten Komparativ aufweisenden lat. magister, älter *magisteros (s. Magister). Bereits im 14. Jh. erfolgt direkte Übernahme von lat. minister in der Bedeutung ‘Diener, Gehilfe’ ins Dt. Ministerium n. ‘Dienst, Auftrag, Amt’, Entlehnung (16. Jh.) von gleichbed. lat. ministerium; ‘hohe staatliche Verwaltungsbehörde mit einem bestimmten Aufgabenbereich’ (18. Jh.), aus gleichbed. frz. ministère, afrz. menistere, ministere ‘Dienst, Verwaltung, Amt’, doch relatinisiert nach dem auch dem afrz. Substantiv zugrundeliegenden gleichbed. lat. ministerium. ministeriell Adj. ‘von einem Ministerium, einem Minister ausgehend’ (18. Jh.), frz. ministériel, nach spätlat. ministeriālis ‘zu einem Dienst beauftragt, verpflichtet’, substantiviert ‘(kaiserlicher) Beamter’. ministrieren Vb. ‘am Altar, bei der Messe dienen, das Amt eines Meßdieners versehen’, entlehnt (17. Jh.) aus lat. ministrāre ‘zur Hand gehen, bedienen’, abgeleitet von lat. minister (s. oben). Aus dem Part Präs. lat. ministrāns (Genitiv ministrantis) Ministrant m. ‘Meßdiener’ (17. Jh.); zuvor vereinzelt ‘Dienst-, Abgabenpflichtiger’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
amtlich · dienstlich · ministerial · ministeriell · offiziell
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›ministeriell‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ministeriell‹.

Verwendungsbeispiele für ›ministeriell‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Schon aus den ministeriellen Verordnungen könne man ersehen, daß keine ordentlichen Leistungen mehr gefordert würden. [Die Zeit, 26.01.1981, Nr. 04]
Und er ließ sofort telephonisch die Überlinger anweisen, den ministeriellen Erlaß nicht auszuführen. [Die Zeit, 14.04.1967, Nr. 15]
Eingelöst wird das ministerielle Versprechen allerdings erst vier Jahrzehnte danach. [Süddeutsche Zeitung, 17.09.2003]
Und so beschloss sie kurzerhand auch, das ministerielle Ansinnen kühl abzulehnen. [Der Tagesspiegel, 14.06.2002]
Auch die medizinische Forschung war von Politbürobeschlüssen sowie von Gesetzen und ministeriellen Verordnungen abhängig. [Herbst, Andreas u. a.: Lexikon der Organisationen und Institutionen - R. In: Enzyklopädie der DDR, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 4954]
Zitationshilfe
„ministeriell“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ministeriell>.

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