missdeuten

GrammatikVerb · missdeutet, missdeutete, hat missdeutet
Aussprache
Worttrennungmiss-deu-ten
Wortzerlegungmiss-deuten
Ungültige Schreibungmißdeuten
Rechtschreibregeln§ 2
Wortbildung mit ›missdeuten‹ als Erstglied: ↗Missdeutung · ↗missdeutbar
eWDG, 1974

Bedeutung

etw. falsch deuten, falsch auslegen
Beispiele:
jmds. Absichten, Benehmen missdeuten
ein oft missdeutetes Dichterwort
dieser archäologische Fund wurde zunächst missdeutet

Thesaurus

Synonymgruppe
(die) falsche(n) Schlüsse ziehen aus · falsch auffassen · falsch verstehen · missdeuten · ↗missinterpretieren · ↗missverstehen  ●  in den falschen Hals kriegen  ugs.
Assoziationen
  • (sich) angegriffen fühlen · (sich) in der Defensive fühlen · (sich) in der Defensive sehen · beleidigt reagieren  ●  (sich) auf den Schlips getreten fühlen  fig.
  • dem ist nicht so · dem war nicht so · falschliegen · nicht der Fall sein · sich irren (du irrst dich) · weit gefehlt  ●  (da) sage noch einer (...)  floskelhaft, variabel · nicht zutreffen  Hauptform · womit eindeutig widerlegt wäre (dass)  floskelhaft · (ein) Irrtum vom Amt  ugs. · (ein) typischer Fall von denkste  ugs., salopp, variabel · (einfach) nicht stimmen  ugs. · (so) nicht stimmen  ugs. · keine Rede sein können (von)  ugs. · nicht die Rede sein können (von)  ugs. · so ist das (aber) nicht  ugs.
  • (etwas) falsch einschätzen · ↗(sich) irren · ↗(sich) täuschen · im Irrtum sein  ●  (sich) geschnitten haben  ugs., fig. · ↗(sich) vertun  ugs. · auf dem Holzweg sein  ugs., fig. · auf dem falschen Dampfer sein  ugs., fig. · ↗danebenliegen  ugs. · einem Irrtum erliegen  geh. · einem Irrtum unterliegen  geh. · falschliegen  ugs. · ↗fehlgehen (in der Annahme)  geh.
  • (etwas) falsch lesen · (etwas) nicht richtig lesen · ↗(sich) verlesen
Synonymgruppe
falsch auswerten · missdeuten

Typische Verbindungen
computergeneriert

Schwäche Zeichen deuten mißverstehen Äußerung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›missdeuten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Erstens gibt es wohl nichts zu sagen, und zweitens befürchtet sie, selbst dabei noch mißgedeutet zu werden.
Die Zeit, 16.02.1976, Nr. 07
Mein instinktives Mißtrauen, das sich nur so ausdrücken konnte, mußten Sie freilich mißdeuten.
Bachmann, Ingeborg: Malina, Gütersloh: Bertelsmann 1992 [1971], S. 80
Es sei verschiedentlich der Versuch gemacht worden, die deutschen Absichten zu mißdeuten.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1932]
Sie stöhnte vor Wut in Erinnerung, diese Zärtlichkeit angenommen und sie mißdeutet zu haben.
Langgässer, Elisabeth: Das unauslöschliche Siegel, Hamburg: Claassen 1959 [1946], S. 348
Pedro mißdeutete ihre freudige Zustimmung, wurde scheu und jagte mit mir davon.
Strittmatter, Erwin: Pony Pedro, Berlin: Kinderbuchverl. 1959, S. 378
Zitationshilfe
„missdeuten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/missdeuten>, abgerufen am 22.11.2019.

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