mitleidig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungmit-lei-dig
WortzerlegungMitleid-ig
eWDG, 1974

Bedeutung

voll Mitleid, mitfühlend
Beispiele:
ein mitleidiger Mensch, Blick
ein mitleidiges Herz haben
umgangssprachlich es fanden sich ein paar mitleidige Seelen (= Menschen)
mitleidig blicken, sprechen
jmdn. mitleidig ansehen
mitleidig (= bedauernd) lächeln
jene, die sonst nur mitleidig über ihn die Achsel gezuckt haben würden [G. Hauptm.Quint1,160]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mitleid · mitleidig · Mitleidenschaft
Mitleid n. ‘Anteilnahme am Leid anderer’ (17. Jh., zuerst omd.), nach älteren Mitleiden n. und Mitleidung f., mhd. mitelīden, mitelīdunge ‘Mitgefühl, gemeinschaftliches Leiden, Teilnahme an öffentlichen Lasten’, gebildet zum Verb mitleiden ‘gemeinschaftlich leiden, mitfühlen’, mhd. mitelīden (s. ↗leiden). In frühen Zeugnissen Übersetzungen von kirchenlat. compassio ‘das Mitdulden, Mitempfindung’ bzw. compatī ‘zugleich leiden, Mitgefühl haben’, die ihrerseits griech. sympátheia (συμπαθεῖν) ‘gleiche Empfindung, Stimmung oder Leidenschaft, Mitleiden, Teilnahme’, sympathé͞in (συμπαθεῖν) ‘mit oder zugleich empfinden oder leiden’ wiedergeben (s. ↗Sympathie). mitleidig Adj. ‘mitfühlend, teilnahmsvoll’, mhd. (md.) mitlīdic, frühnhd. mitleidig (Luther). Mitleidenschaft f. ‘gemeinsames Leiden, Mitgefühl’ (17. Jh.), noch in der Wendung in Mitleidenschaft ziehen ‘etw. mit anderem zugleich beeinträchtigen, beschädigen’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
barmherzig · ↗erbarmungsvoll · ↗gnädig · ↗mitfühlend · mitleidig

Typische Verbindungen
computergeneriert

Achselzucken Grinsen Herablassung Kopfschütteln Lächeln Regung Unterton Verachtung amüsiert anblicken angucken anlächeln anschauen beinahe belächeln belächelt bestenfalls grinsen herabblicken herablassend herabschauen herabsehen hämisch lächeln mustern neidisch schadenfroh spöttisch ungläubig verächtlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›mitleidig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Priester schien weniger mitleidig zu sein als der Arzt.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh II, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 317
Über Konrads Züge flog ein halb selbstbewußtes, halb mitleidiges Lächeln.
Braun, Lily: Lebenssucher. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1915], S. 2375
Margheritas weiche und mitleidige Stimmung dauerte nicht über die nächsten Tage hinaus.
Ebner-Eschenbach, Marie von: Agave. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1903], S. 5688
Der Mann war höflich und mitleidig; er müsse Anzeige machen, da Nachbarn den Lichtschein gemeldet hätten.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1941. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1941], S. 64
Der junge, hübsche Mann bestieg wenige Monate nach seinem Vater das Schafott, unter mitleidigem Seufzen der Zuschauer.
Der Spiegel, 16.01.1989
Zitationshilfe
„mitleidig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/mitleidig>, abgerufen am 21.05.2019.

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