mobben

Grammatik Verb · mobbt, mobbte, hat gemobbt
Aussprache 
Worttrennung mob-ben
Wortbildung  mit ›mobben‹ als Letztglied: wegmobben
Herkunft aus to mobengl ‘anpöbeln’, zu Mob
Duden, GWDS, 1999 und DWDS

Bedeutungen

1.
Jargon jmd. mobbt jmdn.einen Arbeitskollegen ständig schikanieren, quälen, verletzen (mit der Absicht, ihn aus der Firma o. Ä. zu vertreiben)
Kollokationen:
mit Akkusativobjekt: einen Kollegen, Mitarbeiter mobben
Beispiele:
Der betroffene Polizist hatte Missstände bei Behörden angeprangert und war danach von Kollegen gemobbt worden. [Neue Zürcher Zeitung, 28.11.2017]
Benno […] ist ein charakterschwacher Kerl, ein richtiges Ekel, das seine Kollegen mobbt und vor allem eine benachbarte Kellnerin […] wie den allerletzten Dreck behandelt. [Der Standard, 27.07.2011]
Wer von Vorgesetzten oder Mitarbeitern »gemobbt« wird, kann die Justiz um Schutz bitten. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.04.2001]
Meine Frau wurde mal gemobbt, und die ist so eine starke Persönlichkeit, daß der Mobber am Ende versetzt wurde. [Süddeutsche Zeitung, 05.12.1997]
2.
allgemeiner jmd. mobbt jmdn.eine Person wiederholt, regelmäßig, ständig in der Öffentlichkeit oder in einer Gruppe seelisch verletzen (2) quälen, schikanierenDWDS
Kollokationen:
mit Akkusativobjekt: einen Mitschüler, Klassenkameraden mobben
Beispiele:
Soziale Netzwerke bieten zahllose Möglichkeiten, eine bestimmte Person zu mobben: […] [Der Spiegel, 23.11.2007 (online)]
30 Prozent der Befragten gaben an, schon mal online oder offline gemobbt worden zu sein, so eine Studie vom »Bündnis gegen Cybermobbing«. [Bild, 22.09.2018]
In jüngster Zeit seien häufiger Fälle bekannt geworden, wo Jugendliche via soziale Medien wie etwa Facebook mit schwulenfeindlichen Sprüchen beschimpft und gemobbt worden seien. [Neue Zürcher Zeitung, 07.08.2012]
Max mobbt Schwächere und biedert sich Älteren an. [Der Spiegel, 29.03.2012 (online)]
In Hildesheim wurde im vorvergangenen Jahr ein 17‑jähriger Berufsschüler über Monate von seinen Mitschülern gemobbt und massiv misshandelt. [Der Spiegel, 05.08.2005 (online)]
Ein Schüler, der ausgeschlossen und viel gemobbt wird, kann auch selbst zum Täter werden. [Frankfurter Rundschau, 23.06.1998]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mobbing · mobben
Mobbing n. ‘ungerechtfertigtes, belästigendes Gruppenverhalten gegenüber einem Mitglied, vorsätzliche Verletzung der Persönlichkeit, Psychoterror’, gelehrte Bildung (20. Jh.) im Anschluß an die Partizipialform engl. mobbed ‘bedrängt, belästigt’ (zu einem nur wenig bezeugten engl. to mob ‘sich zusammenrotten, anpöbeln’; zu dessen Herkuft s. Mob). Mit dem Ausdruck Hassen bezeichnete der Verhaltensforscher K. Lorenz die erfolgreichen Angriffe einer Gruppe von Gänsen auf den dem Einzelindividuum überlegenen Fuchs. Vom schwedischen Arzt P. P. Heinemann wird der Begriff mit engl. mobbing wiedergegeben (im Engl. dafür bullying), auf das Gruppenverhalten von Menschen übertragen und in diesem Sinne von dem deutsch-schwedischen Arzt H. Leymann mit Bezug auf den Arbeitsplatz verbreitet (um 1990). Im Dt. davon abgeleitet mobben Vb. ‘jmdn. ungerechtfertigt belästigen und erniedrigen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
abkanzeln · abwerten · herabwürdigen · in Misskredit bringen · niedermachen · schlechtmachen  ●  diskreditieren  geh. · mobben  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
mobben · piesacken · triezen  ●  schikanieren  Hauptform · aufs Korn nehmen  ugs. · fertigmachen  ugs. · kujonieren  geh. · schurigeln  ugs. · zur Sau machen  derb, fig.
Assoziationen
  • (auf einmal) nicht mehr kennen · (jemandem) keinen Blick gönnen · (jemanden) aggressiv nicht beachten · (jemanden) missachten · (jemanden) nicht (mehr) grüßen · (jemanden) schneiden · (jemanden) wie Luft behandeln · absichtlich übersehen · gezielt nicht beachten · keine Beachtung schenken · keine Notiz nehmen (von) · mit Verachtung strafen · so tun als ob jemand Luft wäre  ●  (für jemanden) Luft sein  fig. · (jemanden) ignorieren  Hauptform · keines Blickes würdigen  geh. · mit dem Arsch nicht angucken  derb
  • (auf jemanden) eindringen · (jemandem) zusetzen · (jemanden) drängen (zu) · (jemanden) in Bedrängnis bringen · bedrängen · befallen · beknien · drangsalieren · im Nacken sitzen · löchern · traktieren · unter Druck setzen  ●  (in jemanden) dringen  geh., veraltet · (jemandem) auf den Pelz rücken  ugs. · (jemandem) auf die Pelle rücken  ugs. · (jemandem) die Hölle heiß machen  ugs. · belagern  ugs. · bitteln und betteln  ugs. · keine Ruhe geben  ugs. · nicht in Ruhe lassen (mit)  ugs.
  • (Leute) gegeneinander aufbringen · (Leute) gegeneinander aufhetzen · (Leute) gegeneinander ausspielen · intrigieren (gegen) · mobben · seine Fäden spinnen  ●  Ränke schmieden  geh., veraltet
Synonymgruppe
(Leute) gegeneinander aufbringen · (Leute) gegeneinander aufhetzen · (Leute) gegeneinander ausspielen · intrigieren (gegen) · mobben · seine Fäden spinnen  ●  Ränke schmieden  geh., veraltet
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›mobben‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›mobben‹.

Zitationshilfe
„mobben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/mobben>.

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