mobben

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungmob-ben
Duden GWDS, 1999

Bedeutung

Jargon einen Arbeitskollegen ständig schikanieren, quälen, verletzen (mit der Absicht, ihn aus der Firma o. Ä. zu vertreiben)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mobbing · mobben
Mobbing n. ‘ungerechtfertigtes, belästigendes Gruppenverhalten gegenüber einem Mitglied, vorsätzliche Verletzung der Persönlichkeit, Psychoterror’, gelehrte Bildung (20. Jh.) im Anschluß an die Partizipialform engl. mobbed ‘bedrängt, belästigt’ (zu einem nur wenig bezeugten engl. to mob ‘sich zusammenrotten, anpöbeln’; zu dessen Herkuft s. ↗Mob). Mit dem Ausdruck Hassen bezeichnete der Verhaltensforscher K. Lorenz die erfolgreichen Angriffe einer Gruppe von Gänsen auf den dem Einzelindividuum überlegenen Fuchs. Vom schwedischen Arzt P. P. Heinemann wird der Begriff mit engl. mobbing wiedergegeben (im Engl. dafür bullying), auf das Gruppenverhalten von Menschen übertragen und in diesem Sinne von dem deutsch-schwedischen Arzt H. Leymann mit Bezug auf den Arbeitsplatz verbreitet (um 1990). Im Dt. davon abgeleitet mobben Vb. ‘jmdn. ungerechtfertigt belästigen und erniedrigen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
abkanzeln · ↗abwerten · ↗diskreditieren · ↗herabwürdigen · in Misskredit bringen · ↗niedermachen · ↗schlechtmachen  ●  mobben  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
intrigieren · mobben · ↗piesacken · ↗schikanieren  ●  aufs Korn nehmen  ugs. · ↗fertigmachen  ugs. · ↗kujonieren  geh. · ↗schurigeln  ugs. · zur Sau machen  derb, fig.
Assoziationen
  • (auf einmal) nicht mehr kennen · (jemandem) keinen Blick gönnen · (jemanden) aggressiv nicht beachten · ↗(jemanden) missachten · ↗(jemanden) nicht (mehr) grüßen · ↗(jemanden) schneiden · (jemanden) wie Luft behandeln · absichtlich übersehen · gezielt nicht beachten · keine Beachtung schenken · keine Notiz nehmen (von) · mit Verachtung strafen · so tun als ob jemand Luft wäre  ●  ↗(jemanden) ignorieren  Hauptform · keines Blickes würdigen  geh. · mit dem Arsch nicht angucken  derb
  • (auf jemanden) eindringen · ↗(jemandem) zusetzen · (jemanden) drängen (zu) · (jemanden) in Bedrängnis bringen · ↗bedrängen · ↗befallen · ↗beknien · ↗drangsalieren · im Nacken sitzen · ↗löchern · ↗traktieren · unter Druck setzen  ●  ↗(in jemanden) dringen  geh., veraltet · (jemandem) auf den Pelz rücken  ugs. · (jemandem) auf die Pelle rücken  ugs. · (jemandem) die Hölle heiß machen  ugs. · ↗belagern  ugs. · bitteln und betteln  ugs. · keine Ruhe geben  ugs. · nicht in Ruhe lassen (mit)  ugs.
  • (jemandem) das Leben sauer machen  ugs. · (jemandem) das Leben schwer machen  ugs. · (jemandem) das Leben zur Hölle machen  ugs.
  • (einen) Scherz machen (über) · (jemandem) ins Gesicht lachen · (sich) auf jemandes Kosten amüsieren · (sich) ein Lachen kaum verkneifen können (angesichts) · (sich) lustig machen (über) · (sich) mokieren (über) · Scherze treiben mit · Witze machen (über) · ↗auslachen · ins Lächerliche ziehen · lächerlich machen · seinen Spaß haben (mit/bei) · ↗spotten (über) · ↗verlachen · ↗witzeln · zum Gespött machen  ●  Späße treiben (mit)  veraltend · ↗verspotten  Hauptform · (jemandem) eine lange Nase drehen  ugs., fig. · (jemandem) eine lange Nase machen  ugs., fig. · (sich) belustigen (über)  geh. · Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.  geh., Sprichwort · durch den Kakao ziehen  ugs., fig. · ↗frotzeln (über)  ugs. · ↗verhohnepiepeln  ugs.
  • Intriganz · intrigantes Verhalten
  • hinausekeln · ↗vergraulen · wegekeln · wegmobben  ●  ↗wegbeißen  fig. · ↗rausekeln  ugs. · rausmobben  ugs.
  • hänseln · ↗necken · ↗plagen · ↗quälen · ↗sticheln · ↗traktieren · zu schaffen machen · ↗zusetzen  ●  zwicken und zwacken  fig. · auf die Schippe nehmen  ugs. · ↗aufziehen  ugs. · ↗piesacken  ugs. · ↗triezen  ugs. · utzen  ugs. · ↗vexieren  geh., veraltet · ↗ärgern  ugs.
  • (jemandem) schaden · ↗(jemanden) schädigen · Leid antun · Leid zufügen · Schaden zufügen  ●  (jemandem) eins auswischen  ugs. · (jemanden) in die Pfanne hauen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Amt Arbeitnehmer Arbeitsplatz Chef Fan Job Kollege Lehrer Mieter Mitarbeiter Mitschüler Rathaus Schule Schüler Trainer Vorgesetzter ausgrenzen bedrohen beleidigen erpressen gegenseitig hänseln isolieren raus schikanieren schneiden verspotten weg wegmobben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›mobben‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bereits nach kurzer Zeit hatte die Presse ihn wieder aus dem Amt gemobbt.
Der Tagesspiegel, 04.07.2000
Ich habe aber niemanden dazu aufgefordert, Herrn D. zu belästigen oder zu mobben.
Die Zeit, 04.02.2013, Nr. 05
Es geht um ein polnisches Mädchen, das neu in die Klasse kommt, und von den anderen gemobbt wird.
Süddeutsche Zeitung, 15.07.2002
Sie wurde gemobbt, versuchte deshalb, sich das Leben zu nehmen.
Bild, 07.08.1999
Dabei hat er sich gleichzeitig für die Möglichkeit entschieden, gefeuert, gemobbt oder befördert zu werden.
Die Welt, 10.04.2004
Zitationshilfe
„mobben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/mobben>, abgerufen am 24.03.2019.

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