modern

Grammatik Adjektiv
Aussprache  [mo'dɛʁn]
Worttrennung mo-dern
Wortbildung  mit ›modern‹ als Erstglied: Modernismus · Modernist · modernisieren
 ·  mit ›modern‹ als Letztglied: antimodern · hochmodern · hypermodern · supermodern · ultramodern · unmodern · übermodern
 ·  mit ›modern‹ als Grundform: Moderne
Herkunft aus gleichbedeutend modernefrz < modernuslat ‘neu, jetzig’
eWDG

Bedeutung

in der jüngsten, letzten Zeit aufgekommen
a)
der neuesten Mode, dem neuesten Geschmack entsprechend, modisch
Beispiele:
sie trägt ein modernes Kleid, moderne Schuhe
diese Tasche ist sehr, nicht mehr modern
ein Fernsehapparat, eine Uhr mit modernem Gehäuse
ein moderner Kinderwagen
das Zimmer ist mit modernen Möbeln ausgestattet
er ist, geht modern gekleidet
b)
dem neuesten Stand der gesellschaftlichen, wissenschaftlichen oder technischen Entwicklung entsprechend, heutig, neuzeitlich, zeitgemäß
Beispiele:
das moderne Leben
die moderne Welt, Naturwissenschaft, Technik, Chemie, Medizin, Ernährung
eine moderne Fabrik, Einrichtung
ein modernes Gebäude, Flugzeug
moderne Instrumente, Waffen, Stadtviertel
sie wohnen modern
moderne Anschauungen, Organisationsformen
moderne Methoden der Wirtschaftsführung
auf die Probleme der Gegenwart orientiert, in die jetzige Zeit passend
Beispiele:
er ist ein moderner Mensch
sie ist eine moderne Hausfrau
eine moderne Familie, Ehe, Erziehung
ein moderner Staat
eine moderne Verfassung
er denkt modern
c)
nicht althergebracht, nicht klassisch
Beispiele:
die moderne Musik, Malerei, Literatur, Kunst, Dichtung, Lyrik, Oper
der moderne Gesellschaftstanz
das moderne Ballett
die moderne Richtung in der Malerei
Sportder Moderne Fünfkampf
Der Musiker spielte darauf auch etwas Modernes, es konnte von Reger sein [ HesseDemian3,192]

Typische Verbindungen zu ›modern‹ (computergeneriert)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›modern‹.

Verwendungsbeispiele für ›modern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Statt eines Werks, das wie ein schwarzes Loch wirkt, in dem alle Fragen verschwinden, zeigt die moderne Kunst Prozesse.
Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 289
Sie sind imstande, in kürzester Zeit moderne Produktionen in die Wege zu leiten.
Der Spiegel, 16.01.1989
Dies waren nun moderne Bilder, mit einer Spiegelreflexkamera aufgenommen, die ältesten vier Jahre alt.
Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 186
Überhaupt entscheiden moderne Technologien heute mehr denn je über eine hohe Ökonomie der Zeit.
Was + Wie, 1983, Nr. 8
Das habe ich vor 40 Jahren verschlungen, das war vor 80 Jahren modern!
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1957. In: ders., So sitze ich denn zwischen allen Stühlen, Berlin: Aufbau-Verl. 1999 [1957], S. 1029
Zitationshilfe
„modern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/modern#1>, abgerufen am 24.01.2022.

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modern

Grammatik Verb · modert, moderte, hat/ist gemodert
Aussprache  [ˈmoːdɐn]
Worttrennung mo-dern
eWDG

Bedeutung

faulen, verfaulen, verwesen
Beispiele:
das nasse Laub modert auf dem Erdboden
ihre Gebeine moderten schon längst im Grabe
die Akten, seine Manuskripte moderten vergessen im Archiv
moderndes Holz
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Moder · Modder · modderig · modern · modrig
Moder m. ‘in Verwesung, Fäulnis Übergegangenes, Morast’, spätmhd. (md.) moder ‘in Verwesung übergegangener Körper, Sumpfland, Moor’ stammt aus dem Nd. Mnd. modder, modde, mudde, mōde ‘Schlamm’, mnl. modder, mudder, mōder ‘Schlamm, Kot’, nl. modder, (mundartlich) modde ‘faules Weib’, engl. mud ‘weiche Erde’, schwed. modd ‘Schneeschmutz’ führen mit aind. mū́tram ‘Harn’, awest. mū́θra- ‘Kot’, mir. mothar ‘Dickicht, dichte Masse’, ir. ‘Sumpf’ auf die Wurzel ie. *meu-, *mū̌- ‘feucht, modrig, unreine Flüssigkeit, beschmutzen’ bzw. die Dentalerweiterung ie. *meut-; zur gleichen Wurzel gehören Moos1 und (mit s-Anlaut der Wurzel) Schmutz (s. d.). Im 19. Jh. gelangt auch nd. Modder m. ‘Schlamm’ ins Hd. und tritt neben das in seiner Bedeutung umfassendere Moder; dazu modderig Adj. ‘schlammig’. modern Vb. ‘faulen, in dumpfer Luft zerfallen’ (17. Jh.), älter gleichbed. vermodern (15. Jh.). modrig Adj. ‘in Verwesung, Fäulnis übergehend, feucht, nach Fäulnis riechend’ (18. Jh.), älter modericht (17. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›modern‹ (computergeneriert)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›modern‹.

Verwendungsbeispiele für ›modern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein halbes Hundert Dörfer modert in einem armseligen Winkel hin.
Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 189
Auf den Straßen, vor den Häusern gärt und fault und modert es.
Süddeutsche Zeitung, 09.06.2001
Vielleicht modert das Gemälde ja aber auch vergessen in irgendeinem Keller.
Der Tagesspiegel, 26.06.2001
Nach vielen Jahren, in denen die olympische Reitanlage vor sich hin moderte, haben die öffentlichen Verwalter eine zukunftsträchtige Lösung gefunden.
Süddeutsche Zeitung, 27.12.2002
Zitationshilfe
„modern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/modern#2>, abgerufen am 24.01.2022.

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