Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

morbid

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung mor-bid
Wortbildung  mit ›morbid‹ als Grundform: Morbidität
Herkunft aus gleichbedeutend morbidefrz < morbiduslat ‘krank, ungesund’
eWDG

Bedeutung

krankhaft, angekränkelt
Beispiele:
ein morbider Mensch, Geist
Gerda, deren ein wenig morbide und rätselhafte Schönheit einen seltsamen Gegensatz zu der hübschen Gesundheit ihrer Schwägerin bildete [ Th. MannBuddenbrooks1,351]
übertragen
Beispiele:
eine morbide Gesellschaft, Welt
morbide Verhältnisse
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

morbid · Morbidität
morbid Adj. ‘krankhaft, kränklich, (moralisch oder geistig) verfallend, erschöpft’, Entlehnung (19. Jh.) von gleichbed. frz. morbide, lat. morbidus ‘krank, ungesund’; zu lat. morbus ‘Krankheit’. Morbidität f. ‘krankhafter Zustand, Krankheitshäufigkeit’ (19. Jh.), frz. morbidité.

Thesaurus

Synonymgruppe
im Verfall begriffen · krank · kränklich · morbid
Medizin
Synonymgruppe
(stark) unterernährt · (stark) untergewichtig · Hungerleider · abgemagert · abgemergelt · abgezehrt · ausgehungert · ausgemergelt · ausgezehrt · hohlwangig · magersüchtig  ●  (die) Rippen einzeln zählen können (bei jemandem)  ugs. · (nur noch ein) Schatten seiner selbst  ugs. · (nur noch) Haut und Knochen  ugs. · (wie ein) lebender Leichnam (aussehen/herumlaufen)  ugs. · (wie ein) wandelndes Gerippe  ugs. · (wie eine) Leiche auf Urlaub  ugs. · (wie eine) wandelnde Leiche  ugs. · (wie) sein eigener Schatten  ugs. · eingefallen  ugs. · halb verhungert  ugs. · klapperdürr  ugs. · klapprig  ugs. · knochendürr  ugs. · marantisch  fachspr., medizinisch · marastisch  fachspr., medizinisch · morbid  geh. · spindeldürr  ugs. · vom Fleisch gefallen  ugs.
Assoziationen
  • geisterhaft · gespenstisch · schemenhaft · spukhaft
  • an Mangelernährung leidend · fehlernährt · mangelernährt · nicht genug zu essen bekommen · schlecht ernährt · unterernährt · vom Fleisch gefallen sein · zu wenig zu essen bekommen  ●  (jemanden) bei schmaler Kost halten  geh., veraltet
  • (nur noch) ein Schatten seiner selbst sein · (sehr) krank aussehen · (wie) ein Häufchen Elend · schlecht aussehen  ●  (aussehen) wie das Leiden Christi  geh. · (nur noch) ein wandelnder Leichnam sein  ugs. · (rumlaufen) wie eine Leiche auf Urlaub  ugs., sarkastisch · aussehen wie eine lebende Leiche  ugs.

Typische Verbindungen zu ›morbid‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›morbid‹.

Verwendungsbeispiele für ›morbid‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Alles war, im Vergleich zu hier, so morbid », sagt sie. [Die Zeit, 17.02.2011 (online)]
Doch die morbide Romantik des Songs verfehlt ihre Wirkung nicht. [Die Zeit, 12.03.2009, Nr. 12]
Durch meine Hände gleitet an diesem Abend ein signiertes helles Tuch mit abstrakten Rosen in morbidem Rosa. [Die Zeit, 08.12.1961, Nr. 50]
Es sind Bilder von malerischer Kraft, morbid in den Farben. [Süddeutsche Zeitung, 17.02.2004]
Zwar waren die Leser von den Details darin auf morbide Art fasziniert. [Süddeutsche Zeitung, 24.09.2002]
Zitationshilfe
„morbid“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/morbid>.

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