morgen

GrammatikAdverb
Aussprache
Worttrennungmor-gen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›morgen‹ als Erstglied: ↗morgig  ·  mit ›morgen‹ als Letztglied: ↗übermorgen
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
am kommenden, folgenden Tag, am Tag nach dem heutigen
Beispiele:
ich komme morgen wieder
wie wird das Wetter morgen?
morgen Früh, Mittag, Abend
ich werde es gleich morgen, heute oder morgen erledigen
morgen fange ich ein neues Leben an
morgen in einer Woche, in acht Tagen, über acht Tage
morgen sind es acht Tage, ist es ein Jahr her, dass ...
morgen um diese Zeit bin ich schon weit
von morgen ab, an
scherzhaft ab morgen wird gespart!
sich auf, für, zu morgen vorbereiten
umgangssprachlich Schularbeiten für, zu morgen aufhaben
jmdn. auf, bis morgen vertrösten
bis morgen warten
bis morgen ist alles wieder gut
umgangssprachlich also dann bis morgen, auf morgen dann! (= Abschiedsgruß)
Morgen kommt der Weihnachtsmann [Weihnachtslied]
von heute auf morgen
Beispiele:
das geht nicht von heut auf morgen
das ist nicht von heut auf morgen zu ändern
lieber heute als morgenlieber gleich als später
Beispiele:
ich käme lieber heut als morgen zu dir
ich würde es lieber heute als morgen erledigen
das geschieht nicht heut und morgendas geschieht nicht in Kürze
2.
in naher Zukunft, zukünftig
Beispiele:
die Welt von morgen
DDR die Messe der Meister von morgen
DDR wie wir heute arbeiten, werden wir morgen leben
das Heute und das Morgen (= die Gegenwart und die Zukunft)
ein besseres Heute – ein noch schöneres Morgen
Und in dem Heute wandelt schon das Morgen [SchillerWallenst. TodV 3]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Morgen · morgen · Morgengabe · Morgenland · morgig · Morgenrot · Morgenröte · Morgenstern
Morgen m. ‘Tageszeit um den Sonnenaufgang, Tagesbeginn’, ahd. morgan (8. Jh.), mhd. mnd. morgen, asächs. morgan, mnl. morghen, nl. morgen, afries. morn, mern, aengl. morgen, engl. (in der Dichtersprache) morn, sonst morning (in Anlehnung an evening ‘Abend’), anord. myrginn (mit Palatalumlaut), morginn, morgunn, schwed. morgon, got. maúrgins, daneben ablautend mnl. marghen, maerghen, merghen, nl. (mundartlich) margen, mergen, aengl. mergen, anord. merginn. Die germ. Formen (germ. *murgina-, *margina-, mit unterschiedlich ablautenden n-Suffixen) sind (ursprünglich wohl im Sinne von ‘Dämmerung’) möglicherweise verwandt mit aind. markáh ‘Verfinsterung der Sonne’ (?), dann ‘Vernichtung, Tod’, aslaw. mrakъ ‘Finsternis, Dunkel’, russ. (landschaftlich) mórok (морок) ‘Finsternis, Nebel’, lit. markstýtis ‘blinzeln’ und führen dann auf ie. *mer(ə)k-, *mṛk- ‘flimmern (vor den Augen), sich verdunkeln’, eine Gutturalerweiterung der Wurzel ie. *mer ‘flimmern, funkeln’. Seit dem 15. Jh. (häufiger seit dem 16. Jh., Luther) steht Morgen auch für ‘Osten’, also für die Himmelsrichtung, wo die Sonne aufgeht. Im Dt. und Nl. entwickelt sich das Substantiv bereits früh (ahd. 10. Jh.) zum Ackermaß, ausgehend von der Vorstellung ‘soviel Land, wie ein Gespann Ochsen an einem Morgen pflügen kann’. morgen Adv. ‘am folgenden Tag’, aus dem Dativ Sing. ahd. morgane, überliefert nur in ahd. ubarmorgane (9. Jh.), mhd. morgen(e), eigentlich ‘am Morgen’, dann ‘am folgenden Morgen’ (nach der voraufgehenden Nacht), schließlich ‘am ganzen folgenden Tag’. Morgengabe f. Geschenk des Ehemanns an die Frau am Morgen nach der Hochzeitsnacht, anfrk. morginegiva, morganegiba (6. Jh.), langobard. morgingap (7. Jh.), ahd. morgangeba (Hs. 11. Jh.), mhd. (mit Dehnstufe beim Grundwort) morgengābe, aengl. morgengifu, anord. morgungjǫf. Morgenland n. ‘im Osten gelegenes Land, Orient’, zu Morgen ‘Osten’ gebildet (16. Jh.), zuerst bei Luther als Übersetzung von griech. anatolḗ (ἀνατολή) ‘Aufgang (der Sonne), Osten’. morgig Adj. ‘den folgenden Tag betreffend’ (15. Jh.), verkürzt aus morgenig, morgenic (15. Jh.). Morgenrot, n. Morgenröte f. ‘rötliche Färbung des Himmels bei Sonnenaufgang’, ahd. morganrōto (um 1000), morganrōt (11. Jh.), morganrōta (Hs. 12. Jh.), mhd. morgenrōt, morgenrœte; s. ↗Abendrot. Morgenstern m. Bezeichnung für den Planeten Venus, wenn er vor Sonnenaufgang sichtbar ist, ahd. morganstern (Hs. 12. Jh.), mhd. morgenstern; in übertragenem Sinne eine keulenförmige Waffe, deren Kopf strahlenartig mit spitzen Nägeln besetzt ist (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
am morgigen Tag · morgen
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

abreisen auflaufen aufwachen beginnen beginnend eintreffen ereignen erscheinend feiern fit fliegen früh gastieren laden lesen losgehen passieren pfeifen pünktlich ranmüssen regnen reisen starten stattfinden stürmen tagen untergehen veranstalten wiederkommen zurückfliegen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›morgen‹.

Zitationshilfe
„morgen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/morgen>, abgerufen am 19.09.2019.

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