morgig

Grammatik Adjektiv · attributiv
Aussprache 
Worttrennung mor-gig
Wortzerlegung morgen-ig
eWDG

Bedeutung

vom kommenden, folgenden Tag
Beispiele:
die morgige Zeitung, Post, Veranstaltung
die morgige Vorstellung fällt aus
das morgige Datum, Programm
der morgige Tag, Abend
am morgigen Tag (= morgen)
übertragen zukünftig
Beispiele:
die morgige Generation
das andere Deutschland, das morgige, das sozialistische, das Deutschland der Freiheit und der Kultur [ Weiskopf8,141]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Morgen · morgen · Morgengabe · Morgenland · morgig · Morgenrot · Morgenröte · Morgenstern
Morgen m. ‘Tageszeit um den Sonnenaufgang, Tagesbeginn’, ahd. morgan (8. Jh.), mhd. mnd. morgen, asächs. morgan, mnl. morghen, nl. morgen, afries. morn, mern, aengl. morgen, engl. (in der Dichtersprache) morn, sonst morning (in Anlehnung an evening ‘Abend’), anord. myrginn (mit Palatalumlaut), morginn, morgunn, schwed. morgon, got. maúrgins, daneben ablautend mnl. marghen, maerghen, merghen, nl. (mundartlich) margen, mergen, aengl. mergen, anord. merginn. Die germ. Formen (germ. *murgina-, *margina-, mit unterschiedlich ablautenden n-Suffixen) sind (ursprünglich wohl im Sinne von ‘Dämmerung’) möglicherweise verwandt mit aind. markáh ‘Verfinsterung der Sonne’ (?), dann ‘Vernichtung, Tod’, aslaw. mrakъ ‘Finsternis, Dunkel’, russ. (landschaftlich) mórok (морок) ‘Finsternis, Nebel’, lit. markstýtis ‘blinzeln’ und führen dann auf ie. *mer(ə)k-, *mṛk- ‘flimmern (vor den Augen), sich verdunkeln’, eine Gutturalerweiterung der Wurzel ie. *mer ‘flimmern, funkeln’. Seit dem 15. Jh. (häufiger seit dem 16. Jh., Luther) steht Morgen auch für ‘Osten’, also für die Himmelsrichtung, wo die Sonne aufgeht. Im Dt. und Nl. entwickelt sich das Substantiv bereits früh (ahd. 10. Jh.) zum Ackermaß, ausgehend von der Vorstellung ‘soviel Land, wie ein Gespann Ochsen an einem Morgen pflügen kann’. morgen Adv. ‘am folgenden Tag’, aus dem Dativ Sing. ahd. morgane, überliefert nur in ahd. ubarmorgane (9. Jh.), mhd. morgen(e), eigentlich ‘am Morgen’, dann ‘am folgenden Morgen’ (nach der voraufgehenden Nacht), schließlich ‘am ganzen folgenden Tag’. Morgengabe f. Geschenk des Ehemanns an die Frau am Morgen nach der Hochzeitsnacht, anfrk. morginegiva, morganegiba (6. Jh.), langobard. morgingap (7. Jh.), ahd. morgangeba (Hs. 11. Jh.), mhd. (mit Dehnstufe beim Grundwort) morgengābe, aengl. morgengifu, anord. morgungjǫf. Morgenland n. ‘im Osten gelegenes Land, Orient’, zu Morgen ‘Osten’ gebildet (16. Jh.), zuerst bei Luther als Übersetzung von griech. anatolḗ (ἀνατολή) ‘Aufgang (der Sonne), Osten’. morgig Adj. ‘den folgenden Tag betreffend’ (15. Jh.), verkürzt aus morgenig, morgenic (15. Jh.). Morgenrot, n. Morgenröte f. ‘rötliche Färbung des Himmels bei Sonnenaufgang’, ahd. morganrōto (um 1000), morganrōt (11. Jh.), morganrōta (Hs. 12. Jh.), mhd. morgenrōt, morgenrœte; s. ↗Abendrot. Morgenstern m. Bezeichnung für den Planeten Venus, wenn er vor Sonnenaufgang sichtbar ist, ahd. morganstern (Hs. 12. Jh.), mhd. morgenstern; in übertragenem Sinne eine keulenförmige Waffe, deren Kopf strahlenartig mit spitzen Nägeln besetzt ist (16. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›morgig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›morgig‹.

Verwendungsbeispiele für ›morgig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seitdem standen sich beide viermal gegenüber, mit leichtem Plus für den morgigen Gast.
Der Tagesspiegel, 26.09.2003
Mehr über die Party lesen sie in der morgigen Ausgabe.
Die Welt, 05.09.2000
Fünf stellen wir heute vor, die nächsten fünf in der morgigen Ausgabe.
Bild, 31.08.1998
Ich bin gespannt auf den morgigen Brief, worin Du mir noch mehr hiervon schreiben willst.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 12.05.1944, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Ich bereitete meinen alten Freund auf seine morgige Rede vor und ahnte nicht, daß ich mich selbst vorbereitet hatte.
Deussen, Paul: Mein Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 23199
Zitationshilfe
„morgig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/morgig>, abgerufen am 16.04.2021.

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