motivieren

Grammatik Verb · motiviert, motivierte, hat motiviert
Aussprache  [motiˈviːʀən]
Worttrennung mo-ti-vie-ren
Wortzerlegung Motiv-ieren
Wortbildung  mit ›motivieren‹ als Erstglied: ↗Motivierung  ·  mit ›motivieren‹ als Letztglied: ↗demotivieren · ↗wohl motiviert · ↗wohlmotiviert
 ·  mit ›motivieren‹ als Grundform: ↗Motivation · ↗motiviert
Herkunft wohl aus gleichbedeutend motiverfrz

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. ⟨etw. (mit etw.) motivieren⟩ etw. als Grund, Motiv, Ursache für etw. auffassen bzw. darlegen; etw. begründen
  2. 2. ⟨etw., jmd. motiviert jmdn. (zu etw.)⟩, ⟨jmd. motiviert sich (zu etw.)⟩ als Grund, Motiv für etw. dienen, veranlassen zu einer Aktivität, einer Veränderung o. Ä. animieren, anspornen
eWDG und ZDL

Bedeutungen

1.
etw. (mit etw.) motivierenetw. als Grund, Motiv, Ursache für etw. auffassen bzw. darlegen; etw. begründen
Beispiele:
einen Antrag, seinen Vorschlag, Standpunkt (mit etw.) motivierenWDG
ihre Abneigung, Handlungsweise lässt sich schwer, durch nichts motivierenWDG
ein schlecht motiviertes UrteilWDG
Fast wäre das Bündnis [der russischen Reformpolitiker Jegor Gaidar und Grigori Jawlinski] […] zustandegekommen, doch Jawlinski nahm eine im Fernsehen gemachte Zusage am nächsten Tag zurück. Der Reformökonom […] motivierte seinen Rückzieher mit grundsätzlichen Differenzen in der Wirtschaftspolitik. [Berliner Zeitung, 23.05.1995]
Wie bekannt, wurden die Krimtataren auf Beschluß des Staatskomitees für Verteidigung vom 21. Mai 1944 von der Krim in Gebiete Mittelasiens umgesiedelt. […] Diese Entscheidung wurde durch die Zusammenarbeit eines Teils der tatarischen Bevölkerung mit den deutschen faschistischen Okkupanten motiviert. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1987]]
Im übrigen bemühen sich die Unternehmer zunehmend, ihre Preispolitik mit der Marktlage und nicht mit Kostensteigerungen zu motivieren. [Die Zeit, 17.04.1970]
2.
etw., jmd. motiviert jmdn. (zu etw.), jmd. motiviert sich (zu etw.)als Grund, Motiv (1) für etw. dienen, veranlassen zu einer Aktivität, einer Veränderung o. Ä. animieren, anspornen
Gegenwort zu demotivieren, siehe auch anspornen (●), ermuntern (2), motiviert (1), veranlassen (a, b)
Kollokationen:
mit Adverbialbestimmung: enorm, ungeheuer, unheimlich motivieren
mit Akkusativobjekt: die Mitarbeiter, die Mannschaft, die Belegschaft, die Arbeitnehmer motivieren; die Mannschaft, die Spieler, die Anhänger, die Mitspieler, das Team motivieren
hat Präpositionalgruppe/-objekt: zu Bestleistungen, zu Höchstleistungen, zum Durchhalten, zum Weitermachen, zur Mitarbeit motivieren
Beispiele:
Aber soziale Ungleichheit, Menschenrechte, Mitbestimmung, Kritik an Herrschaft und an Diskriminierung motivieren viele junge Menschen, sich zu fragen: Wo will ich mich selbst einbringen? [Die Zeit, 15.07.2017 (online)]
Ich wollte eine Medaille bei internationalen Titelkämpfen gewinnen, was mir 2016 mit dem dritten Platz bei den Europameisterschaften gelang. Außerdem wollte ich bei Olympischen Spielen starten, was ich im gleichen Jahr auch schaffte. […] Meine Träume motivieren mich im täglichen Training unheimlich, weil ich sie mir immer wieder ins Gedächtnis hole. [Die Welt, 26.07.2019]
Kontakte mit Kommilitonen motivieren beim Lernen und helfen über etwaige Durststrecken hinweg. [Süddeutsche Zeitung, 04.07.2011]
»Ich bin davon überzeugt, dass wir genügend Mitarbeiter motivieren können, freiwillig am Samstag zu arbeiten und somit kein Druck auf die restliche Belegschaft ausgeübt wird«, sagt DBV‑Bundesvorsitzender (= der Bundesvorsitzende des Deutschen Bankangestelltenverbands) Stephan Szukalski. [Süddeutsche Zeitung, 13.04.2017]
Gemeinsames Wahlziel müsse sein, die Wahlbeteiligung zu heben, Interesse bei den Bürgern für städtische Themen zu wecken und sie zum politischen Mitmachen zu motivieren. [Frankfurter Rundschau, 22.04.2000]
Zwei Drittel der Schulabgänger kommen von höheren Schulen, nur noch ein Drittel von Hauptschulen. Die Betriebe müssen also verstärkt Realschüler und Abiturienten für eine Ausbildung im Handwerk motivieren. [Süddeutsche Zeitung, 13.03.1992]

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Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Motiv · Leitmotiv · motivieren · Motivation · Motivierung
Motiv n. ‘Beweggrund, Anlaß, Antrieb’, Entlehnung (16. Jh.) aus gleichbed. mlat. motivum, substantiviertem Neutrum des Adjektivs spätlat. mōtīvus ‘Bewegung bewirkend, zur Bewegung geeignet, beweglich’ (vgl. nlat. causa motiva); zu lat. movēre (mōtum) ‘bewegen’. Im ausgehenden 18. Jh. entwickelt das (vielfach mit Beweggrund, Bewegungsgrund verdeutschte) Substantiv unter dem Einfluß von gleichfalls auf spätlat. mōtīvus zurückgehendem ital. motivo ‘charakteristische melodische Einheit eines Musikstücks, für den Gesamtaufbau wichtige Passage eines literarischen Werkes’ und dem als Musikausdruck aus dem Ital. übernommenen frz. motif die Bedeutung ‘(künstlerisches) Thema, Leitgedanke, charakteristischer inhaltlicher Bestandteil (eines künstlerischen Werkes)’. Vgl. dazu Leitmotiv n. ‘wiederkehrendes, eine Person oder Situation begleitendes musikalisches Motiv’ (in Opern, sinfonischen Dichtungen), in bezug auf C. M. v. Weber (Jähns 1871) und auf R. Wagner (Wolzogen 1876). Danach auch allgemein ‘leitender Gedanke’. motivieren Vb. ‘begründen’ (18. Jh.), wohl nach frz. motiver. Motivation f. Motivierung f. (beide 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
animieren · ↗anspornen · ↗beflügeln · ↗ermutigen · motivieren
Assoziationen
Synonymgruppe
anregen · ↗anspornen · ↗beflügeln · ↗befruchten · ↗begeistern · ↗bereichern · ↗inspirieren · motivieren · von der Muse geküsst werden
Assoziationen
Synonymgruppe
(dazu) bringen (zu) · (jemandem) Anlass geben · ↗(jemanden) animieren · (jemanden) motivieren · ↗(jemanden) veranlassen
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›motivieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›motivieren‹.

Zitationshilfe
„motivieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/motivieren>, abgerufen am 04.03.2021.

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