mufflig

Alternative Schreibungmuffelig
GrammatikAdjektiv
Worttrennungmuff-lig ● muf-fe-lig (computergeneriert)
eWDG, 1974

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend mürrisch, unfreundlich, wortkarg
Beispiele:
die Verkäuferin, der alte Mann war sehr mufflig/muffelig
so ein muffliger/muffeliger Spießer
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

muff · mupf · Muff3 · Mupf · muffen2 · müffen2 · mupfen · aufmüpfig · muffeln · Muffel · muff(e)lig
muff, obd. mupf Interjektion des Widerwillens, für einen knurrigen, verdrießlichen Laut, Muff3, Mupf m. ‘Verziehen des Mundes, Hängemaul, dunkler, brummiger Ton’ (15. Jh.), mhd. gemüffe n. ‘verdrießliches Brummen, Maulen’. muffen2, müffen2, mupfen Vb. ‘den Mund (spöttisch) verziehen, murren, brummen’ (15. Jh.), obd. müpfen ‘die Nase rümpfen’, aufmupfen ‘verdrießlich blicken, aufbrausen’, dazu in neuerer Sprache aufmüpfig Adj. ‘aufsässig, widersetzlich’ (20. Jh.). Als Iterativum muffeln Vb. ‘kauend die Lippen bewegen, mürrisch, verdrießlich sein, brummend reden’ (15. Jh.). Muffel m. ‘Mops’ (18. Jh.), ‘verdrießlicher, unfreundlicher, ungesprächiger, mürrischer Mensch’ (19. Jh.). muff(e)lig Adj. ‘mürrisch, maulfaul’ (19. Jh.), älter muffig (18. Jh.), muffisch (16. Jh.). Alle Formen kann man als lautnachahmende Bildungen mit nl. moppen, mopperen ‘brummen, verdrießlich knurren’, engl. (aus dem Nd.?) to mop ‘Grimassen schneiden’ (s. ↗Mops) an eine Schallwurzel ie. *mū̌- ‘einen dumpfen Laut von sich geben (auch mit geschlossenem Mund), undeutlich reden, unartikuliert murmeln, Mund, Maul’ anschließen (s. ↗Maul).

Thesaurus

Synonymgruppe
mürrisch · nicht nett · ↗unfreundlich · ↗unterkühlt  ●  ↗garstig  ugs. · kurz angebunden  ugs. · muffelig  ugs. · mufflig  ugs. · ↗pampig  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
bärbeißig · ↗grantig · ↗griesgrämig · ↗knurrig · ↗launisch · ↗missgelaunt · ↗missgestimmt · ↗misslaunig · ↗missmutig · ↗missvergnügt · mit sich im Hader · mit sich und der Welt im Unreinen · ↗mürrisch · nicht zu Späßen aufgelegt · nicht zu(m) Scherzen aufgelegt · ↗unausstehlich · ↗unleidlich · ↗unwillig · ↗unwirsch · ↗unzufrieden · ↗verdrießlich · ↗verdrossen · ↗übellaunig  ●  ↗schlecht gelaunt  Hauptform · (Gesicht) wie sieben Tage Regenwetter  ugs. · (sich selbst) nicht leiden können  ugs., scherzhaft-ironisch, fig. · ↗brummig  ugs. · ↗dysphorisch  fachspr., medizinisch · ↗gereizt  ugs. · grummelig  ugs. · kann sich selbst nicht leiden  ugs. · ↗miesepetrig  ugs. · muffelig  ugs. · ↗sauertöpfisch  ugs. · schlecht drauf  ugs. · schlechte Stimmung verbreitend  ugs. · ↗ungemütlich  ugs. · ↗ungenießbar  ugs. · ↗ungnädig  ugs., ironisch
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In der Öffentlichkeit sonst eher linkisch, von seinem Naturell her muffelig bis schroff, sieht man ihn inzwischen sogar lächeln.
Die Zeit, 02.12.2013, Nr. 48
Ich versuchte, meine Finger an der rauhen, muffeligen Decke abzuwischen.
Bild, 17.11.2005
Wir selbst sind zwar ganz und gar nicht immer freundlich, sondern oft mufflig, unsensibel oder herrisch.
Hars, Wolfgang: Nichts ist unmöglich! Lexikon der Werbesprüche, München: Piper 2001 [1999], S. 262
Ihr könnt fordern, ruft sie ihren kleinen Lesern zu, seid nicht einfach muffelig oder traurig, sagt, was ihr wollt und sprecht mit uns.
Der Tagesspiegel, 09.10.2001
Aber indirekt denunziert Meryl Streep die Titelfigur als schmuddelige, neurotische, unsympathische Miese und Cher, deren Freundin, zur muffligen Lesbierin.
konkret, 1984
Zitationshilfe
„mufflig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/mufflig>, abgerufen am 23.10.2019.

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